Holocaustleugnerin 2.0

Veröffentlicht von

Holocaustleugnerin 2.0

 

 

Die CDU als „Erbin“ der Zentrumspartei kam nach 1945 politisch und ideologisch sehr schnell wieder auf die Füße. Sie hatte kein Problem damit, dass viele Nazis führenden Positionen in der CDU und im Staatsapparat einnahmen.

Bis heute verschweigt man, dass der Auslandsgeheimdienst BND von einem hohen Nazi aufgebaut wurde. Weder die US-Regierung, noch die deutsche Bundesregierung hatten mit der „Organisation Gehlen“ (Vorläufer des deutschen Auslandsgeheimdienstes) ein Problem. Auch die Tatsache, dass der spätere Chef des BND Reinhard Gehlen im deutschen Faschismus Chef der Abteilung Fremde Heere Ost der Wehrmacht war, sollte kein Hindernis sein, sondern seine Nützlichkeit unterstreichen.

Bis heute war und ist der Antikommunismus eine gemeinsame Größe zwischen bürgerlicher und faschistischer Politik. Man machte weiter, als wäre nichts gewesen. Wer im Nachkriegsdeutschland als Kommunist galt oder Kommunistin war, verlor seinen Job in öffentlichen Dienst (Berufsverbote)

Wie weit die Weigerung ging, in Westdeutschland eine Entnazifizierung durchzuführen, belegt Folgendes:

Ein ausgezeichneter Artikel mit dem Titel: Die Flakhelfer am Kabinettstisch. (FR vom 22.6.2013) schildert sehr eindringlich die parteiübergreifenden Verzögerungstaktiken, um zu verhindern, dass die im Berlin Document Center/BDC gelagerten NSDAP-Akten an deutsche Stellen übergeben werden.

Die im BDC verwahrte Mitgliederkartei der NSDAP gab fast 50 Jahre nach dem Ende des NS-Regimes vertraute Namen preis, darunter drei Bundespräsidenten – Walter Scheel (FDP), Karl Carstens (CDU) und Heinrich Lübke (CDU), den ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages Richard Stücklen (CSU), die Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Walter Scheel (beide FDP), Wirtschafts- und Finanzminister Karl Schiller (SPD) und Liselotte Funcke (FDP), Kanzleramtschef Horst Ehmke (SPD), den ehemaligen Fraktionschef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Alfred Dregger und viele mehr.“ Und mit Blick auf die SPD ergänzt die Zeitung bitter: „Man gewann den Eindruck, das Land sei in seinen frühen Jahren von ehemaligen NSDAP-Mitgliedern regiert worden. Der Eindruck täuschte nicht. Allein in der Regierung Willy Brandts saßen zwölf ehemalige Nationalsozialisten.“ (s.o.)

 

Ganz ähnlich war der Umgang mit dem Holocaust, mit dem Völkermord an den Juden. Es gab keine öffentliche Auseinandersetzung, nicht einmal der Versuch wurde gemacht!

Wie konnte der Judenhass in Deutschland auf so mörderisch Weise Fuß fassen? Auf wieviel Antijudaismus und Judenhass konnte die Nazis aufbauen? Was hatte man in der Weimarer Republik unternommen, damit der Antisemitismus keine Staatsraison wurde? Welche Rolle spielten dabei die christlichen, deutschnationalen, bürgerlichen Parteien?

Ralph Giordano, ein ausgezeichneter Schriftsteller bezeichnete dieses Nachkriegszeit in Deutschland als die „zweite Schuld“. Die erste Schuld bezieht sich auf den Zweiten Weltkrieg und die Shoa, die zweite auf das parteiübergreifende Schweigen nach der Kapitulation des 1000-jährigen Reiches 1945.

Der erste Bundeskanzler Konrads Adenauer (CDU), der vielen Nazis eine sichere neue Heimat verschafft hatte, erklärte sein Vorgehen 1952 so:

„Man schüttet kein braunes Wasser hat, wenn man kein reines hat.“

Der Antisemitismus konnte also gut geschützt überleben, eben vorsichtig und ohne großen Radau. Dennoch konnte man ihn heraushören, wenn davon die Rede war, dass die „Juden“ uns ausnutzen – mit Blick auf die „Wiedergutmachungszahlungen“ an Israel. Damals kursierte der jüdische Witz über die Deutschen: „Die Juden verzeihen uns nicht den Holocaust.

Dass der angebliche Kampf gegen den Antisemitismus heute, und die bedingungslose Solidarität mit dem Staat Israel nichts mit der Aufarbeitung des Holocausts zu tun haben, liegt auf der Hand.

Im Gegenteil: Die Weigerung, die spezifischen Grundlagen des Holocausts zu begreifen, also auch das universelle an einem Genozid, ist die Grundlage dafür, dass sich die neue Generalsekretärin der CDU hinstellen kann, um den Genozid in Gaza/Palästina zu leugnen.

Das erinnert auf widerliche Weise an die 1960er und 1967er Jahre, als man versuchte, die KZS, die Vernichtungslager als kommunistischen Propagandamärchen zu verkaufen.

Das profaschistische Kriegskabinett in Israel feiert hingegen die Endlösung:

Man darf davon ausgehen, dass diese beiden Kriegsverbrecher der ersten Stunde ein wenig näher an dem dran sind, was in Gaza passiert, im Gegensatz zu dieser CDU-Generalsekretärin, die das rundum leugnet.

Wolf Wetzel | 3. August 2026

 

Quellen und Hinweise:

60 Jahre Auschwitzprozesse in Frankfurt. In Gedanken an den Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, Wolf Wetzel, 2024: https://wolfwetzel.de/index.php/2024/02/06/60-jahre-auschwitzprozesse-in-frankfurt/

 

 

 

Views: 84

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert