40 Jahre Protest gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens und sehr junggebliebene Fragen

Die Bewegung gegen die Startbahn-West in den 1980er Jahren war mehr als ein regionales Phänomen und war über Jahre ein Kristallationpunkt für den Kampf gegen Großprojekte, für eine fantastische Verbindung von „Lodenmantel und Lederjacke“, für massenhaften Protest, für alle, die der „Unregierbarkeit einer Region“ etwas abgewinnen konnten. Dennoch haben sich vor allem die Schüsse auf Polizeibeamte während einer nächtlichen Demonstration am 2. November 1987 eingebrannt. Eine gute Gelegenheit, einen Blick zurück nach vorne zu wagen.

Bewegung 2. Juni. Von 1975 bis 2021

Ich wollte an der Uni telefonieren und betrat ein Telefonhäuschen. Dort, wo eigentlich die Telefonbücher liegen sollten, lag ein Stapel von Flugblättern. Das war zu dieser Zeit nichts Ungewöhnliches. Ich nahm ein Flugblatt an mich und las es im Gehen, bis mir klar wurde, was ich da in der Hand hielt. Es war ein Flugblatt, das die Entführung des Berliner CDU-Politikers Peter Lorenz begründete. Die Gruppe, die das Flugblatt unterschrieb, nannte sich „Bewegung 2. Juni“.

Militante Öffentlichkeitsarbeit. Eine Feldanalyse

Was ist das für eine Wohltat, wenn jemand einmal der Ohnmacht widerspricht, bei der Gewaltfrage nicht zu Boden geht und die Unruhe begrüßt, anstatt sich ständig um die Ruhe des Bestehenden sorgt. Ein woltuendes Interview mit der Philosophieprofessorin Rahel Jaeggi an der Humboldt-Universität. Wenn das, was Rahel Jaeggi in diesem Interview sagt, „praktische Philosophie“ ist, dann müssen wir jetzt nur noch die Praxis der Theorie dazuliefern.