Deutschland lässt sich den Dritten Weltkrieg nicht nehmen

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Deutschland lässt sich den Dritten Weltkrieg nicht nehmen.

Die Kriegspropaganda gegen Russland hat Nazi-Niveau längst überschritten. Das liegt nicht an den Nazi-Loosern, sondern daran, dass man aus dem frühzeitigen Ende des „1000. jährigen Reichs“ gelernt hat.

Man lässt – so lange wie möglich und nötig – andere sterben, bis zum „letzten Ukrainer“. Aber natürlich wissen alle, dass das nur eine Übergangslösung ist, um „Russland zu ruinieren“ (Ex-Außenministerien Annalena Baerbock (Grüne).

Bereits im Juni 2023 jubelte die BILD-Zeitung mit folgendem kriegsgeilen Titelbild:

Fast jeden Tag werden wir mit Nachrichten bombardiert, die die Gefahr, dass die Russen ganz bald Berlin erobern werden, versinnlichen sollen. Dabei fungieren die endlos gezeigten „dokumentarischen“ Sendungen über russische Verbrechen wie Gehirnwäsche.

Seit ein paar Wochen sind es die Drohnen, die „vermutlich“ von Russland kommen, um das friedliebende Land in Schutt und Asche zu legen. Wenn man nichts beweisen kann, nennt man das „hybride Kriegsführung“.

Dass man selbst angreift, den Krieg nach Russland trägt, ist nicht der Rede wert. Die deutschen Drohnen sollen russisches Territorium erreichen, um den Krieg so richtig anzuheizen.

Dass dies eine offene Kriegsbeteiligung ist, ist … eben so.

 

 

Was haben diese Beiden gemeinsam? Die Brücke hatte der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil in einer Grundsatzrede 2023 selbst geschlagen. Er sagte dort, dass die „80-jährige Zurückhaltung“ vorbei sei. Rechnet man 80 Jahre zurück, kommt man auf das Jahr 1943. Damals platzte der Traum vom „1000-jährigen Reich“ in Stalingrad.

 

 

 

 

Ergänzend kann man auf die „Denkschrift“ von Adolf Hitler verweisen, der das Kriegsziel Sowjetunion in Verbindung mit der zu erlangenden Kriegstüchtigkeit bereits im August 1936 verständlich formuliert hat: In vier Jahren müsse man „kriegsfähig“ sein.

 

Interessant an Hitlers Kriegsplan ist auch seine Begründung: Die Nazis behaupteten, dass „die Sowjetunion einen Überfall auf Europa“ vorbereite, um so „Europa“ mit ins Kriegsboot zu ziehen – was nicht sonderlich schwer war.

 

 

Ein Jahr später, 1941, war es dann soweit. Sage niemand, dass man davon gar nichts gewusst haben konnte.

Das ausgezeichnete Portal „german-foreign-policy“ fasst die Bereitschaft zum Dritten Weltkrieg wie folgt zusammen:

„Der Weg in den Abgrund

Russland stuft den Einsatz weitreichender britischer Drohnen im Ukrainekrieg als britische Kriegsbeteiligung ein und droht mit einer entsprechenden Antwort. Auch Deutschland liefert weitreichende Drohnen. (…) So haben deutsche Unternehmen nicht nur begonnen, gemeinsam mit ukrainischen Firmen an deutschen Standorten Drohnen für die ukrainischen Streitkräfte herzustellen; in der Bundesrepublik seien sie vor russischen Angriffen sicher, heißt es zur Begründung. Darüber hinaus steigen das deutsch-US-amerikanische Start-up Auterion und der ukrainische Drohnenproduzent Airlogix in die gemeinsame Fertigung weitreichender Drohnen an einem Standort nahe München ein. Eine zweite Fabrik soll in Ostdeutschland errichtet werden. Das geschieht auf ausdrücklichen Wunsch der Regierung. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte bereits im September 2025 angekündigt, Berlin werde seine „Unterstützung für die Beschaffung von weitreichenden Drohnen“ durch die Ukraine intensivieren.[7] Dazu sollten rund 300 Millionen Euro bereitgestellt werden, hieß es. Zur Zeitplanung hieß es im April, die erste Lieferung weitreichender Drohnen aus dem Münchener Umland in die Ukraine sei bereits in wenigen Monaten geplant. Ob sie jetzt bereits stattgefunden hat, ist unklar. Die Frage ist von hoher Bedeutung; denn wäre das der Fall, dann könnten auch in Deutschland hergestellte Drohnen bereits Ziele im russischen Kernland angegriffen haben. Die Bundesrepublik wäre dann ebenfalls Kriegspartei.“

 

Russland nicht (ganz) unschuldig am Angriffskrieg Deutschlands 1941 (Operation Barbarossa)

Jetzt wird ein zweiter Versuch gestartet, den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion 1941 zu „relativeren“, also zu rechtfertigen. Bereits in den 1980er Jahren startete man einen revanchistischen Versuch, die Verbrechen des Nazi-Regimes zu relativieren. Das klingt halbwegs harmlos. Das Gegenteil ist der Fall. Damals versuchten „Historiker“ wie Nolte den Angriffskrieg gegen die Sowjetunion als berechtigte Antwort auf die „Angriffspläne“ der Sowjetunion zu verkaufen. Heute würde man das als einen legitimen „Präventivkrieg“ promoten. Damals ging der als „Historikerstreit“ (1986/87) vermarktete Revisionsversuch in die Hose.

Denn selbst der dabei angeführte „Hitler-Stalin-Pakt“ (1939) stellte im Detail nur klar, dass die Sowjetunion sehr wohl über den geplanten Angriffskrieg gegen die Sowjetunion informiert war, aber eben auch über die militärische Überlegenheit der deutschen Wehrmacht, die mit Unterstützung der imperialen Westmächte geschaffen wurde. Man kaufte sich Zeit, denn man wusste, man wird alleine gegen den deutschen Faschismus kämpfen – dank der heimlichen Komplizenschaft der imperialen Westmächte.

Damit der Dritten Weltkrieg ideologisch auch und gerade in Deutschland gewonnen wird, muss ein zweiter Versuch her, um Deutschland als Opfer darzustellen, das sich ein drittes Mal gegen „Russland“ zur Wehr setzen muss – wenn möglich, weiter als Stalingrad.

 

Wolf Wetzel | 27.8.2026

 

Quellen und Hinweise:

„Moskaus Mitschuld am Weltkrieg“, german-foreign-policy vom 25.8.2026: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10509

Wir haben uns den Dritten Weltkrieg verdient, 2024, Wolf Wetzel: https://wolfwetzel.de/index.php/2024/09/03/wir-haben-uns-den-3-weltkrieg-verdient-teil-ii/

Die ganze Welt wartete darauf. Jetzt ist es soweit: die Ukraine stößt mit deutschen Leopard-2-Panzern gegen die Russen vor! Erstmals wurden die deutschen Kampfpanzer auf dem Schlachtfeld gesichtet, sie nehmen den Kampf gegen die russischen Invasoren auf. Die Offensive läuft!“ (BILD/JULIAN RÖPCKE vom 08.06.2023): https://www.bild.de/bild-plus/politik/ausland/politik-ausland/erstmals-bei-offensive-gesichtet-jetzt-stossen-deutsche-leopard-panzer-vor-84253894.bild.html

80 Jahre Zurückhaltung, 2022, Wolf Wetzel: https://overton-magazin.de/kolumnen/kohlhaas-unchained/80-jahre-zurueckhaltung/

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