Jenseits der Kriegslogik Teil II

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Jenseits der Kriegslogik

Weder Bauer noch Läufer auf dem Schachbrett der Granden sein

Teil I findet ihr hier:

Jenseits der Kriegslogik Teil I

Teil II

Im ersten Teil ging es darum, das imperiale Kriegsumfeld zu betrachten, also all das, was man wissen könnte oder gar müsste, bevor „der erste Schuss“ in einem Krieg fällt. Dieser zweite Teil nähert sich dem Schauplatz des Krieges und geht den Fragen nach: Was verteidigen, was beschützen die UkrainerInnen? Was haben die UkrainerInnen mit ihren Kriegsherren gemein?

Die Ukraine, also die 2014 an die Macht geputschte Regierung will ein Bauer auf dem Schachbrett der EU und NATO werden/sein. Und Russland, also die russische Regierung will auf dem Schachbrett nicht länger Bauer sein.

Und noch etwas ist ganz sicher. Dafür muss man nichts über den aktuellen Kriegsverlauf wissen: Weder Deutschland, die EU, noch die NATO haben irgendein Problem damit, Gewalt über das (internationale) Recht zu stellen. Sie brechen das (internationale) Recht seit Jahrzehnten. Was ihnen nicht gefällt, wenn es andere auch tun, ohne ihre Zustimmung dafür einzuholen:

Welche Freiheit wird in der Ukraine verteidigt? – Jenseits der Kriegslogik II

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2 Kommentare

  1. Die „Schach“-Metapher ist gut gewählt und treffend. So, wie im Artikel verwendet, eröffnet sie eine (gänzlich) andere Sichtweise: Eine nicht-neutrale, eher klassenbewusste Positionierung außerhalb des (strikt reglementierten) „Spielfeldes“ als vorgegebenem Rahmen (oder als „framing“).
    Wer sich auf einem solchen Spielfeld wähnt, muss sich einer Farbe/Konfliktpartei zuordnen bzw. wird zugeordnet („Bauernopfer“) – oder sich aus diesem fremdbestimmten Spiel herausnehmen. Es ist ein Fortschritt, darüber hinaus zu denken, darüber hinaus zu gehen. (1)

    Denn die nicht sichtbare, nicht sichtbar gemachte dritte Partei sind diejenigen, die unter den herrschenden Verhältnissen leiden, und die sind international. Es sind diejenigen, die den „Krieg Reich gegen Arm“ (Buffett, zit. nach Schramm) verloren haben. Und nun nicht etwa den „Gnadenschuss“ erhalten, sondern noch übler malträtiert, geplündert, verwertet werden.

    Hierin steckt auch der Zusammenhang mit dem „Versagen“ (gemacht, gewollt?) der „Linken“ während der orchestrierten „Corona-Pandemie“: Vollkommen realitätsfremd „Zero-Covid“ in Verbund mit einer vom Staat/den Reichen finanzierten „Wohlfahrt“ und Arbeitsfreiheit („home office“ mit Lieferantendienst) fordern und sich damit eindeutig auf die Seite beider! dieser Könige stellen. (2)

    Und damit die im Artikel genannte „dritte Front“ anfeuernd: Die Ausgrenzung von Menschen aus der Gesellschaft aufgrund ihrer Herkunft (Russland, China), ihrer Religion (Moslems, Hindus), ihrer Kultur (Stichworte: “kulturelle Aneignung“, „cancel culture“) und/oder ihrer Meinung (z. B. Recht auf Selbstbestimmung). Menschen mit physischen Beeinträchtigungen von kultureller Teilhabe ausschließen, weil sie den „falschen“ Pass haben (s. Paralympics) entlarvt den „Werte-Westen“ vollends. (3)

    Der Boden dafür wurde durch die „Corona-Maßnahmen“ bereitet: Panik-Propaganda, Verweigerung von Wissenschaftlichkeit, pausenlose Hetze gegen „Andersdenkende“ (mittlerweile gebraucht die „Tagesschau“ diffamierende Hetzbezeichnungen („Impfgegner“ und „Coronaleugner“) wie selbstverständlich, als gewohnheitsmäßige, alltäglich geläufige Bezeichnungen für einen Teil der Bürger). Und dabei hat die „Zero-Covid-“Fraktion der Linken mitgemacht. (4)

    Nebenbei: Wenn ich irgendwo etwas von „Diskurs“ oder „Debattenkultur“ lese oder höre, kann ich nicht mal mehr lachen. Der massive Einsatz sämtlicher Propagandainstrumente seitens der herrschenden Klasse unter tätiger Mithilfe des Staates, des staatsnahen, staatshörigen öffentlich-rechtlichen Rundfunks (5), der Konzernmedien, der gekauften Blätter hat alles, das sich mal „öffentlicher Diskurs“ nennen konnte, zerstört. (6)
    Geblieben ist nur noch die pure Propaganda, stets unmittelbar zu erkennen, wenn Amtsinhaber, Funktionäre, „Repräsentanten“ und dgl. bei Sachthemen „emotional“ werden. Entlarvende Aussagen in dem Zusammenhang u. a.: „zeigt sich besorgt“, „tief bestürzt“, „empörend“. Bei welchem miserablen Schauspielinstituten haben diese Leute denn Kurse besucht?

    „Diskurs“, „Debattenkultur“ heute: Die findet sich noch in mancher Kita und einigen, wenigen Grundschulen, in denen engagierte Erzieher/innen und Lehrer/innen Kindern Wege eines sozial verträglichen Miteinanders aufzeigen.
    In der Politik? Fehlanzeige – „der böse Putin hat aber …“. In den Medien? Fehlanzeige – „der Russe ist kein Europäer …“. In Diskussionsforen? Fehlanzeige – „Putinversteher“, „Schwurbler“ … . Vielleicht in Universitäten? Nein, leider auch Fehlanzeige, Unis halten nichts mehr von Wissenschaftlichkeit, nehmen keinerlei Studien mehr zur Kenntnis, sondern stimmen mit ein in den Propagandachor, ohne (Sch-)Impfung kein Studium.

    Dann diese „Bilderwelten“. Die „schrecklichen Bilder von Bergamo kann ich nicht vergessen!“ – „Warum schaust du dir dann diesen Fake an, Genosse?“
    Oder diese schrecklichen Bilder von einer Nancy Faeser (der Name soll authentisch sein) in Kiew, mal mit Sektglas, mal an der Seite einer Frau, die Nazisymbolik aufweist („Ihr lauft mit Rechten mit“ – Ruf von Demo-Gegnern in Deutschland. Ruf von Nancy Faser an mögliche künftige Demonstranten).
    Schreckliche Bilder? Schließ die Augen. Oder wie es einst (oder noch heute) in der weiblichen Welt Britanniens hieß: „Close your eyes and think of England.“ Damit wären wir wieder bei WWI.

    Entschuldigung. Justitia geht schwoofen und ich schweife ab, das liegt wohl an der heutigen Hitze, die ich nicht gut vertrage.

    Die Ukraine, Armenhaus Europas, „mit ohne“ Mindestlohn, den deutsche Eliten auch für ihr Heimatvolk wünschen (eine Schlagzeile heute: Rente mit 70. Besserer Vorschlag: Alle zahlen in die Rentenkasse, kein Einzahler kriegt jemals etwas daraus, das Geld wird direkt an Milliardäre überwiesen (abzüglich ein paar Provisionsprozenten für Staatsmakler natürlich).
    In der Ukraine können Medikamente, Impfstoffe und Biowaffen haftungsfrei an beliebigen Personen getestet werden, wenn es „dumm hergeht“ kostet das im Einzelfall allenfalls 120 € (ähnlich seinerzeit in Afrika, Gates-“Forschung“, beschrieben bei Henning Mankell). 20 € pro Dose, 250 Millionen Dosen vorbestellt, da müsste das drin sein.

    „Um mit meiner Wut in Europa zu bleiben.“
    Da gehört sie auch hin. Unserer Regierung, der EU, den USA geht es nicht um Menschenrechte, Freiheit, Demokratie, sondern in erster Linie um Knechtung der eigenen Bevölkerung. Sie wollen das Einverständnis der hiesigen Bevölkerung, Russlands Ressourcen zu rauben, koste es, was es wolle. Die hiesige Bevölkerung soll mit allem ihr angetanen Unrecht einverstanden sein. Es ist ein Krieg gegen die eigene Bevölkerung, der nun schon 2 1/3 Jahre hier tobt.

    Zur Erinnerung: Die „EU-Verfassung“ sollte am Volk vorbei implementiert werden und damit das Grundgesetz außer Kraft setzen. Zwar vordergründig gescheitert, durch Hinterhofvereinbarungen wieder eingeführt. Der WHO, einer zu 80 % privat finanzierten Lobbyvereinigung, soll staatliches, ach was, globales Herrschaftsrecht übertragen werden, damit natürlich ihren Geldgebern. Staat in privater Hand, darum geht es.

    Weshalb kaufen die Großinvestoren Land auf? Gates, um Laborfleisch herzuustellen. Der hat offensichtlich zu viele Charlton Heston Filme gesehen (Soylent Green, Planet der Affen). Blackrock in der Ukraine: Massenhafter Landkauf. Kunden für Monsanto.

    Was brauchen die „Transhumanisten“ noch? Chips. (Nein, nicht die aus Kartoffeln.) Also Taiwan und Krieg mit China. Wohin fliegt Pelosi dann? Nach Korea, möchte sich vermutlich am koreanischen Grenzzaun ein Autogramm abholen. Oder den nächsten Zündelort der USA auskundschaften.

    Herr im Himmel! Da hocke ich in meiner überhitzten Bude und muss mich mit „Weltpolitik“ befassen. Dabei ist das überhaupt nicht mein Thema. Wolfgang Müller und Wolfgang Neuss (Wirtshaus im Spessart): „Es könnte so schön sein …“. Ja, könnte es. Ist es aber nicht. Weil irgendwelche daher gelaufenen strotzdoofen Leute meinen, herumquaken und Raketen abfeuern zu müssen.

    Was ich eigentlich sagen wollte:
    Ich finde beide Teile des Artikels auf den Punkt gebracht. Zentral ist für mich die darin enthaltene neue, andere Sichtweise: Sich selbst nicht von dem Propaganda-Gedöns vereinnahmen lassen („Wer ist der Böse? Wer sind die Guten?“ Wie im Kindergarten), sondern die eigene Verortung innerhalb der Gesellschaft reflektieren.
    Which side are you on? Und damit sind nicht die zwei Seiten, spiegelbildlich gleichen Seiten dieses Schachspiels gemeint. Sondern: Bist du auf der Seite der Spieler samt deren Regeln oder bist du auf der Seite der Ausgebeuteten und Unterdrückten?

    „Nie wieder Krieg“ ist die wesentliche Botschaft. „Nie wieder Faschismus“ ist dem nachgeordnet, denn Faschismus führt nicht nur unweigerlich zum Krieg, sondern ist Krieg. Kein Mensch, der sich damit begnügt, schlicht Mensch zu sein, hat irgendein Interesse an Krieg.

    Anmerkung: Man kann sich auch ohne Krieg selbst gegen kriegslüsterne Faschisten zur Wehr setzen: Sage und meine „Nein!“. Mache nicht mit. Verweigere, verdeckt oder offen, egal. Auf allen Ebenen. Streue Sand ins Getriebe. Mache „Dienst nach Vorschrift“. Überführe sämtliche Anordnungen in ihr natürliches Absurdum. Dokumentiere so viel, wie du kannst, insbesondere die Handlungen heimtückischer Denunzianten und öffentlicher Prahlhänse. And so on.

    Erneut hat Wolf Wetzel zugeschlagen und einen Artikel geschrieben, der nachhaltig zum Denken anregt. Und das hat er gemacht, obgleich er weiß oder wissen müsste, dass er damit einen Reflektions-Tsunami auslösen könnte, der ihn selbst erreicht.

    Ja, das soll ein Lob sei. Auch wenn es verquer formuliert ist. 38 Grad zeigt mein Thermometer.

    PS: Eine Anregung – Statt von einem ominösen „wir“ zu sprechen, wenn wir „uns“ meinen –
    (Vorsitzender: »Einen Augenblick, Sie brauchen immer das Pronomen ‘wir’?«
    Angeklagter: »Mit ‘wir’ meine ich ‘uns’.«
    Vorsitzender: »’Wir’ soll also bedeuten alle Leute, die an dieser Industrie interessiert waren?«
    Angeklagter: »Nein, das sollte bedeuten die Mittelstahlwerke, meine Firmengruppe also.«
    https://www.spiegel.de/politik/der-eisenmann-a-845307f4-0002-0001-0000-000041759123) –
    halte ich ein (subjektwissenschaftliches) „je ich“ bzw. „je mir“ für ansprechender. Na gut, ist ein anderes Thema.

    (1) Das ist ein kreativer Akt, auch „laterales Denken“ genannt (oder auch: „nicht lineares Denken“ bzw. „querdenken“ – hoppala, letztere Bezeichnung „darf“ ja nicht mehr verwendet werden. Also man darf noch „Querstraße“ und „Denkwerkstatt“ sagen, aber nicht mehr „Straßenwerkstatt“.)

    (2) Auch ein Schachbrett: Links (undefiniert) gegen Rechts (undefiniert). Diese Eindimensionaliät kann man verlassen, wenn man, wie der Autor empfiehlt, einen Blick von außerhalb darauf wirft.

    (3) Werte des Westens: Chauvinismus, Rassismus, (Pinochet-) Faschismus, Klassendünkel, Habgier, Mordlust, Denunziantentum, Hasspredigten, Hetzpropaganda und Kriegsbegeisterung. Wofür? Für schnöden Mammon (huch, der ist ja nix mehr Wert, weil das Finanzsystem gecrasht ist), für Selbsterhöhung (Hybris) und -beweihräucherung (Charakteristikum der pervertierten Affenart), „to dominate the world“ (Mr. Neutron, Monty Python).

    (4) Erschrocken war ich, als ich auf der Unterzeichner-Liste die Namen Wolfgang F. Haug (bei dem ich auch mal in Vorlesungen war) und Frigga Haug entdeckte. Nun gut, die sind Ende 80 und gehören zu einer sogenannten Risikogruppe. Aber wirft man damit sämtliche lebenslang gewonnenen Erkenntnisse über Bord? In der Folge war ich dann weniger erschrocken, Chomskys Äußerungen zum Thema „impfen“ zu vernehmen: Noch so ein Salonsozialist und Pseudoanarchist, der zu faul ist, selbst zu denken, selbst zu rechnen und offensichtlich seine eigenen Werke nicht gelesen hat (z. B. Manufacturing Consent).

    (5) Leider ist TV einseitig, sonst würde ich gerne mal bei einer dieser Propagandaschaus reinrufen: „Achtung, Kasperl! Hinter dir ist das böse Krokodil!“

    (6) Statt Journalisten „von echtem Schrot und Korn“, wie z. B. ein Herr Wetzel, gibt es nun, da selbst das Bundespresseamt sich vom Journalismus als Profession abgewendet hat und Propagandaeinrichtungen finanziell unterstützt (s. Recherche von Küppersbusch) nur noch Hofberichterstatter sowie selbsternannte, von einschlägig bekannten Interessengruppen finanzierte „Faktenchecker“, die (sinn- und legitimationsfrei) beanspruchen, das Sagen im öffentlichen Raum zu haben.

    1. Ja, Mensch, ich danke dir extrem: Ich habe es bei Overton geschrieben: Wir müssen unser Wissen zusammenwerfen, anstatt es gegeneinander zu stellen. So etwas wie ein kollektives Gedächtnis, eine Gemeinschaftswerkstatt schaffen. Denn es geht ganz und gar nicht darum, wer es besser weiß, sondern ob wir es zusammenbringen können: Danke nichmals.

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