Jenseits der Kriegslogik Teil I

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Jenseits der Kriegslogik

Weder Bauer noch Läufer auf dem Schachbrett der Granden sein

Wenn man sie weder für die eine Kriegspartei, noch die andere entscheidet, dann ist man nicht neutral, sondern schafft die Bedingung dafür, über die russisch-ukrainische Kriegsfront hinauszuschauen.

Teil I

Wer sich wundert, wer sich wie zu dem Krieg in der Ukraine äußert und positioniert, wer die „Zeitenwende“, die auch durch die (Rest-)Linke geht, verstehen will, der sollte den Corona-Ausnahmezustand nicht beiseiteschieben, sondern mitberücksichtigen.

In den zwei Corona-Jahren hat man gerne und mit Herzblut an einer Front geschmiedet, bei der man sofort merken sollte, wo die „Guten“, wo die „Bösen“ sind.

Auf der einen Seite waren die „Guten“, die die Schwachen, die Schutzbedürftigen schützen, die selbstlos, empathisch und solidarisch sind. Damit hat man die Corona-Politik im Großen und Ganzen geteilt und mitgetragen.

Auf der anderen Seite hat man die „Bösen“ positioniert und ausgestattet: Das waren dann „Coronaleugner“, Egoisten, Sozialdarwinisten und Verschwörungstheoretiker und so gut wie Nazis:

Jenseits der Kriegslogik

Quellen und Hinweise:

Arbeitgebergesetz in der Ukraine: Neoliberale Politik mitten im Krieg, taz vom 21.7.2022: https://taz.de/Arbeitgebergesetz-in-der-Ukraine/!5869523/

„Unsere europäischen Werte“: 1,21 Euro Mindestlohn in der Ukraine, Werner Rügemer, NDS vom 21. 7.2022: https://www.nachdenkseiten.de/?p=86079

Wie bastele ich einen Helden. Eine Anleitung für Profis und Amateure, Wolf Wetzel:

https://wolfwetzel.de/index.php/2022/03/24/wie-bastele-ich-einen-helden-eine-anleitung-fuer-profis-und-amateure/

Krieg ist Frieden – über Bagdad, Srebrenica, Genua, Kabul nach …, Wolf Wetzel: https://wolfwetzel.de/index.php/2022/04/05/kurzbeschreibung-fuer-das-buch-krieg-ist-frieden-ueber-bagdad-srebrenica-genua-kabul-nach/

 

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3 Kommentare

  1. Kommentar zum Artikel: Wichtig, richtig.
    Und treffend: „Wie in jedem Krieg sind wir vor allem mit dem Kriegsnebel konfrontiert.“

    Kommentar zum Gegenstand des Artikels:
    Einige Kriegsbegeisterte und Militaristen versuchen derzeit, die Parole „Nie wieder Faschismus“ als Argument pro Krieg ins Feld zu führen (!).

    „Nie wieder Krieg“ ist „Nie wieder Faschismus“ jedoch übergeordnet.

    Großkapitalisten, Imperialisten und Faschisten wollen Krieg, brauchen Krieg, für sie ist Krieg die ultima ratio ihrer Geld- und Machtgier, die Verwirklichung ihres Traums, die Welt zu dominieren und Menschen den Stiefel ins Genick zu drücken.

    „Die Bombe“ ist die ultimative Ware, kaum verkauft, schon zerstört, da braucht es keine geplante Obsoleszenz. Und im Krieg muss sie fortlaufend geliefert werden, da gibt es keine Absatzkrise.
    „Der Soldat“ ist der ultimative Arbeiter, sein Produkt ist die Zerstörung, er zerstört fortlaufend und wird selbst zerstört, damit fallen keine “Lohnnebenkosten“ an, RV und KV überflüssig, notfalls gibt es noch „friendly fire“.

    Abo+ des Krieges: Der Totalzerstörung folgt der Wiederaufbau (falls noch möglich), das nächste „Wirtschaftswunder“. Alle Überschussproduktion vernichtet, Nachfrage hoch, hurra, der Kapitalismus ist wieder da!

    Propagandisten des zerstörungswütigen West-Kapitalismus bezeichnen Putin (Oligarcho-Kapitalismus?) als Faschisten, den es zu bekämpfen gelte. Entlarven sich dabei selbst, indem sie (typisch für Faschisten) äußern, „Russland ruinieren“ sei das Ziel. Ach, nicht nur Putin, gleich ganz Russland? 145.000.000 Menschen ins Elend stürzen wollen? Der „Wertewesten“, das seien die Guten, der vom „Wertewesten“ als „unwert“ (da „kein Europäer“) bezeichnete Russe sei der Böse, soso. Wer ist chauvinistisch und rassistisch?

    Zu empfehlen ist: Nicht nur nach Osten blicken, einfach mal umdrehen, gen Westen, da kann man dem Faschismus in die offene Fratze schauen. Frontsoldaten wissen, dass der Feind nicht nur in Blickrichtung lauert, sondern auch (und vor allem) hinter ihnen steht.

    (Anmerkung: Wie ich als Pazifist, der nie „gedient“ hat und auch jetzt nicht mehr mit so einem Blödsinn anfängt, dazu komme, so etwas zu sagen? Weil ich meinen altvorderen Angehörigen, die „an der Front“ waren, aufmerksam zugehört habe. Weil die Geschichte es zeigt, wenn man bereit ist, aus ihr zu lernen. Hilfsweise kann man auch bei Clausewitz (Kriegstheater) und Montgomery of Alamein nachlesen. Oder bei Melville (Moby Dick, „Bloody war in Afghanistan!“, 1851) bzw. in den MEW-Bänden zu allerlei Kriegen nachschlagen.)

    Nie wieder Krieg!

    1. Ich danke Dor so sehr! Ja, wenn wir endlich begreifen, das der Feind hinter uns steht, dann hätten wir aus der Geschichte ein klien wenig gelernt.

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