Maul halten

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Maul halten

“Fortgesetzte Krisen

Unser Blick zu den Kollegen. Diesmal eine Art Rundumschlag nach der kurzen Sommerpause. Über “Volksaufstände”, Regierungskritik und Corona-Maßnahmen. Über Krieg, Pazifismus und eine größenwahnsinnige Ministerin.

 

 

Die Hintergrund-Medienrundschau vom 6.8.2022

Wer (bei Corona-Maßnahmen und AntiKriegs“müdigkeit, d.V.) nicht das Maul hält, ist eben ein Rechter. Das hatten wir heute schon. Die Verbindung zwischen den beiden Großthemen Corona und Ukraine-Krieg stellt Wolf Wetzel (ein ausgemachter Linker, das nur nebenbei) in einem lesenswerten Stück heraus. Wir zitieren etwas länger, weil es an dieser Stelle noch einmal hilft, das oben bereits Angedeutete besser zu verstehen:

Diejenigen, die die Corona-Politik in den letzten beiden Jahren kritisiert und erlebt haben, wie die deutsche Bundesregierung und ihre medialen Transmitter mit diesem Protest umgehen, sind skeptisch, sehr skeptisch, was die jetzt ausgebende Regierungslinie zum Krieg angeht: Sie weigern sich, ,Putin‘ zum Irren zu machen und die ,Ukraine‘ zum Opfer. Das machen sie nicht, weil sie ganz genaue Informationen über den Krieg und die darin artikulierten Interessen haben. Sie machen es vor allem, weil sie der deutschen Bundesregierung nicht mehr glauben, also ihr auch nicht abnehmen, dass es ihr dabei um Frieden und Gerechtigkeit gehe. Und diejenigen, die in den letzten beiden Jahren die Corona-Politik im Großen und Ganzen begrüßten (oder gar mehr forderten), die stehen auch heute in der Mehrheit hinter dem Regierungsnarrativ vom herrschsüchtigen, chauvinistischen Putin. Auch die treffen diese Entscheidung nicht, weil sie im Kriegsnebel besser durchblicken, sondern weil diese Positionierung ihre Haltung hier widerspiegelt.“ (Overton Magazin, 4.8.22)

Wetzel fragt sich, wessen Freiheit das denn eigentlich ist, die dort in der Ukraine verteidigt wird? Es sind zumindest nicht die einfachen Menschen, die Lohnabhängigen. Deren Rechte werden in der Ukraine weiter beschnitten. Die Freiheit in der Ukraine ist, wenn überhaupt, die des Kapitals (hierzu auch Werner Rügemer bei den Nachdenkseiten, 21.7.22), oder die der Familien, die sich Leihmütter suchen und bis zum Krieg vor allem in der Ukraine fündig wurden (Lunapark21, 22.7.22). Übrigens: Auch der erste Teil des Textes von Wolf Wetzel über den Krieg und seine Begleiterscheinungen ist lesenswert und versucht eine Perspektive über die Kriegslogik hinaus zu finden (Overton Magazin, 27.7.22).

https://www.hintergrund.de/politik/fortgesetzte-krisen/?fbclid=IwAR3RP8pdG_CnLGE8Ki5MHSL2-nrGWY00lB0xoAptAmH0DE51xQoRqbRwHH4

 

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