“Tote laden nicht nach!” -Lebende schon. TV-Interview mit Wolf Wetzel zum NSU-VS-Komplex aus dem Jahr 2017 gelöscht

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“Tote laden nicht nach!” -Lebende schon.

TV-Interview mit Wolf Wetzel zum NSU-VS-Komplex aus dem Jahr 2017 gelöscht.

Das Interview mit RT Deutsch fand im Jahr 2017 statt und ist etwa 30 Minuten lang. Man kann anhand diese Interviews nachverfolgen, welche vorläufigen Schlussfolgerungen ich damals gezogen habe, was der NSU-Prozess nicht aufklären will und wird und ob all das, was ich anführe und „vorhersage“ auch vier Jahre später Bestand hat.

Man könnte … denn seit dem 28. September 2021 ist alles vom Youtube-Konzern gelöscht, was von RT Deutsch dort eingestellt wurde.

 

Wenn ganz andere „nachladen“

Seit Jahren geht eine meist stille Säuberungswelle durch die im Internet verfügbaren Medien. Was irreführenderweise „sozialen Medien“ sein sollen, gehört Megakonzerne, wie Facebook oder YouTube.

Dass man dort völlig rechtlos ist und wahrlich vogelfrei, haben in den letzten Jahren einzelne missliebige Blogs und Videos erfahren. Doch in diesem Jahr nimmt diese Säuberungswelle ungeahnte Ausmaße an: Man löscht sektorenweit, großflächig und ist dabei bereit, auch einen Medienkrieg anzuzetteln.

In diesem Jahr machte man in Deutschland den Anfang mit der Löschung von Facebook- und Instagram-Accounts, die man der Querdenker-Bewegung zurechnet:

„Facebook hat knapp 150 Konten und Gruppen auf seinen Plattformen gelöscht, die der Internetkonzern der umstrittenen Querdenker-Bewegung zuordnet. Es sei weltweit die erste gezielte Aktion, die sich gegen eine Gruppierung richte, die eine “koordinierte Schädigung der Gesellschaft” (Coordinated Social Harm) hervorrufe, sagte Facebook-Sicherheitsmanager Nathaniel Gleicher. Betroffen seien auch die Accounts von Querdenken-Gründer Michael Ballweg. Die Aktion richtet sich gegen “Querdenker” auf Facebook selbst und Instagram. Nicht betroffen ist der Chatdienst Whatsapp, der ebenfalls zum Facebook-Konzern gehört.”
(Quelle: n-tv)

Nachdem das mehr oder weniger hingenommen wurde, holte man nun zu einem größeren Schlag aus, der institutionellen Charakter hat:

YouTube löschte alle Kanäle/Konten, die auf RT Deutsch liefen. Darunter fällt folglich auch das besagte Interview.

„Noch in der Nacht wurde eine offizielle Stellungnahme des Russischen Außenministeriums veröffentlicht. Es sprach von einem ‚beispiellosen Informationsangriff, der mit offensichtlicher Duldung, wenn auch nicht sogar auf Drängen der deutschen Seite begangen wurde‘. Zudem kündigte das Ministerium nun auch von amtlicher Seite ‚Vergeltungsmaßnahmen gegen YouTube selbst und deutsche Medien‘ an.“ (Telepolis vom 29. September 2021)

Zurück zum gelöschten Interview – mit einer Bitte!

“Tote laden nicht nach!”

Der NSU bestand aus drei Mitgliedern. Staatliche Stellen waren beim Zustandekommen und Gewährenlassen nicht beteiligt. Alles andere ist “Fliegengesumme“, so Bundesanwalt Dr. Diemer.

Es gibt für dieses Interview zu elf Jahren NSU und fünf Jahren „Aufklärung“ keine bessere Einleitung, als das Plädoyer der Generalbundesanwaltschaft in München. Bevor Bundesanwalt Dr. Diemer die Beweiserhebung im dortigen Prozess würdigte, ging er auf die Vorwürfe ein, die gegen diesen Prozess, gegen die Anklage und gegen die dort stattgefundene Beweiswürdigung erhoben wurden:

Eine Beweisaufnahme, die das politische und mediale Interesse nicht immer befriedigen konnte, weil die Strafprozessordnung dem Grenzen setzte. Rechtsstaatliche Grenzen, die verlangen, das Wesentliche vom strafprozessual Unwesentlichem zu trennen. So ist es schlicht und einfach falsch, wenn kolportiert wird, der Prozess habe die Aufgabe nur teilweise erfüllt, denn mögliche Fehler staatlicher Behörden und Unterstützerkreise – welcher Art auch immer – seien nicht durchleuchtet worden. Mögliche Fehler staatlicher Behörden aufzuklären, ist eine Aufgabe politischer Gremien. Anhaltspunkte für eine strafrechtliche Verstrickung von Angehörigen staatlicher Stellen sind nicht aufgetreten.“ (Wortprotokoll der Nebenklage)

Bezeichnenderweise ging er nochmals besonders auf den Mordanschlag in Heilbronn 2007 ein, bei dem eine Polizistin ermordet und ein Polizeibeamter schwer verletzt wurde. Im Wissen darum, dass die Anklageversion ihr profundesten Widersacher in den ermittelnden Polizeibeamten hat, holte Bundesanwalt Dr. Diemer richtig aus:

Der Anschlag auf die beiden Polizeibeamte war Angriff auf unseren Staat, seine Vertreter und Symbole. Die Auswahl der Personen selbst geschah auch hier willkürlich. Alle anderen Spekulationen selbsternannter Experten, die so tun, als habe es die Beweisaufnahme nicht gegeben, sind wie Irrlichter, sind wie Fliegengesumme in den Ohren.“ (Wortprotokoll der Nebenklage, http://www.nsu-nebenklage.de/blog/2017/07/26/25-07-2017-protokoll)

Zu den „selbsternannten Experten“ gehören zu aller erst die polizeilichen Ermittler. Auch diese zu „Irrlichtern“ zu erklären, ist ziemlich infam. Die Mehrzahl der Indizien und Beweismittel, die der offiziellen Version widersprechen, zu einem „Fliegengesumme“ zu machen, zeugt am wenigsten von Scharfsinn. Es lässt erahnen, wie dünn die Decke ist, unter der andere Tatumstände und Tatbeteiligte geschützt werden sollen. Es ist zu wünschen, dass dieses „Fliegengesumme“ noch lange, nicht nur die Generalbundesanwaltschaft in München, verfolgen wird.
Das Interview konzentriert sich auf drei zentrale „Schauplätze“ im NSU-VS-Komplex:

  • Der Mord in Kassel 2006
  • Der Mordanschlag auf Polizisten in Heilbronn 2007
  • Der „Selbstmord“ in Eisenach 2011

 

Es war bisher hier zu sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=ZJSl8F7CpKs

 

Jetzt sieht man nur noch das:

 

Jetzt ist das TV-Interview wieder verfügbar – dank einer sehr freundlichen Unterstützung: Auf der linken Seite des Blogs anklicken: Tote laden nicht nach – Im Gespräch.

 

Die Treibjagt hat erst begonnen

Noch ein letzter Gedanke: Man wird die Treibjagd fortsetzen, auf alles, was nicht konform, nicht passt – wenn wir nicht selbst dafür sorgen, dass diese Privatjustiz ein Ende hat. Dafür müssen wir mehr tun, als das zu beklagen.

Wolf Wetzel       30. September 2021

 

Quellen und Hinweise:

Facebook zerschlagen: https://wolfwetzel.de/index.php/2019/05/01/facebook-zerschlagen/

 

Facebook mit DPA gegen „Fake News“: Herrschaftsinstrument mit Geheimdienst-Methoden

 

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6 Kommentare

    1. Hallo Volker Birk,
      ganz herzlichen Dank! wir werden das demnächst hochladen. Das ist eine großratige Unterstützung. Wir werden um eigene Server nicht herumkommen. Das ist das Mindeste!

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