Verschwörungstheorien (Grundkurs I)

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Verschwörungstheorien (Grundkurs I= Impfpflicht ) – Ein Entgiftungskurs

Viele können sich sicherlich noch daran erinnern, dass der Vorwurf, die ganzen Corona-Maßnahmen liefen auf eine (explizite/implizite) Impfpflicht hinaus, als eine ungeheure und infame Unterstellung zurückgewiesen wurde. Jene, die dies befürchteten oder davor gewarnt hatten, wurden außergerichtlich als Verschwörungstheoretiker*innen angeklagt, also verurteilt.

Zur selben Zeit traten hochrangige Zeug*innen auf, die beteuerten und beschworen, dass es keine Impfpflicht gäbe, dass alles ganz freiwillig sei und dass niemand auch nur im Entferntesten an etwas Anderes denke.

 

Seit ein paar Wochen debattieren jene, die den Impfpflicht -Vorwurf für maßlos hielten, in aller Ruhe und Breite darüber, wie man jene privilegieren kann und muss, die geimpft sind. Es müsse jetzt darum gehen, dass jene ihre Grundrechte zurückbekommen sollen, die sich haben impfen lassen. Das sei man aus Gerechtigkeitsgründen denen schuldig.

Das heißt doch, wenn man nur halbwegs auf dem Boden der Verfassung steht, dass Grundrechte ab nun an (Vor-)Leistungen geknüpft werden.

Wer sich halbwegs im Verfassungsrecht auskennt und das auch jetzt nicht vergessen möchte, der weiß, dass man sich Grundrechte nicht verdient, sondern dass man sie hat, dass sie kein Privileg sind, sondern voraussetzungslos allen zustehen.

Nun wird ein zentraler Verfassungsgrundsatz in aller Öffentlichkeit auf den Kopf gestellt und die Impfung als Zugangsberechtigung zu Grundrechten festgeklopft.

Für diesen Vorgang bedarf es keiner geheimen (Welt-)Regierung, auch keiner Diktatur. Beides ist absolut überflüssig. Denn es reicht vollkommen, dass Politik, Wirtschaft und Opposition weitgehend zusammenspielen und harmonieren – und das machen sie wie seit Jahrzehnten nicht mehr erschreckend gut.

Dass Regierung und parlamentarische Opposition dabei mitmachen, ist nicht besonders neu. Dass es aber auch in der außerinstitutionellen Linken so dermaßen still ist, ist niederschmetternd.

Ja, wer so lange der Logik der Regierung gefolgt ist, das Narrativ, es werde alles zu unserem Schutz getan, auch noch mit Solidarität aufgeladen hat, der/die müsste heute nicht nur die Notbremse ziehen, sondern auch auf das kritisch zurückblicken, was man in den letzten Monaten gemacht bzw. nicht gemacht hat.

Wenn man sich aber partout nicht irren will, wenn man partout keine Fehler einräumen will und kann, dem bleibt jetzt nur noch eines: Ganz vorne dabei sein, wenn es darum geht, zu den Privilegierten zu gehören.

Dann heißt es, Platz zu nehmen in der neuen Drei-Stände-Ordnung.

Wolf Wetzel

In dem Buch “Herrschaft der Angst. Von der Bedrohung zum Ausnahmezustand” (Promedia Verlag 2021) finden sich zwei Beiträge zu diesem Thema:

Die endlose Geschichte der Ausnahmezustände (in Deutschland)

Den Stier an den Hörnern packen (Corona und die Linke)

 

11.5.2021

Wer diesen Beitrag nicht framen, in einen selbstgebastelten Zusammenhang stellen will, sondern in meinem belassen möchte, dem lege ich folgendes Thesenpapier, das ich Anfang des Jahres verfasst habe, ans Herz:

Corona. Die Krise. Die Linke. Ein Thesenpapier

 

Ankündigung:

Es werden noch weitere Kapitel folgen, die sich mit wesentlichen und aktuellen Bausteinen von Verschwörungstheorien/praxen beschäftigen.

 

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3 Kommentare

  1. Ist doch Blödsinn. Grundrechte wurden eingeschränkt, weil man versucht hat die Pandemie einzugrenzen und viele zu schützen. Grundrechtseinschränkungen werden aufgehoben, sobald die Gefahr vorbei ist. Und die Gefahr ist nun mal für GGG weniger. Daher kann man für GGG diese Einschränkungen aufheben.

    Mir gefällt das auch nicht, dass ich lange zu Hause bleiben muss, keine. Freunde treffen darf und nicht mehr am Strand in der Bar mein Bier trinken darf. Dennoch habe ich mich dran gehalten. Hat es mir geschadet? Nein. Hat es andere härter getroffen? Bestimmt. Kann ich was dagegen tun? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Ist aber auch nicht meine Aufgabe.

    Der Staat und die Institutionen haben nicht alles richtig gemacht und bei vielen Dingen übers Ziel hinausgeschossen. Was ich aber nicht mag ist dieses ständige herumgenörgele, dass es nun doch eine Impfpflicht gibt und so weiter. COVID ist ansteckend und schlimm, und wir sollten alle dazu beitragen, dieses zu beenden.

    Wie oben schon gesagt, es ist nicht immer alles richtig gelaufen. Aber da kann man bei der nächsten Wahl
    Ja dann das Häckchen wo anders setzen.

    1. Es lohnt sich immer, nicht gleich mit Beschipfung anzufangen. Das als Tip für einen gemeinsamen Umgang. Sie schreiben “Covid ist ansteckend und schlimm und wir sollten alle dazu beitragen, diese zu beenden.” Genau das ist mein Anliegen: Wenn man aber 80 Prozent des Infektionsgeschehen (Arbeitswelt) gar nicht in Maßnahmen einbezieht, dann ist das eben nicht “alles” …es ist nicht einemal die Hälfte. Und stattdessen Ausgangsspreren zu verhängen, hat einen Placebo-und Täuschungs-Effekt, denn nirgendwo ist es so sicher wie draußen. Das weiß jedes “Kind” ..Virologe.

  2. Das sind ja Neuigkeiten. Das Buch will ich unbedingt haben. Doch nach langer ergebnisloser Suche habe ich es aufgegeben.
    Salamitaktik und boiling-frog-syndrome. Die Menschen werden mürbe gemacht mit Zuckerbrot und Peitsche.

    Es gibt keine Absicht eine Mauer zu bauen…. kennen wir doch schon.

    Verschwörungstheorethiker sind nicht das Problem, sondern die Verschwörungsleugner.

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