Der Faschismus ist nicht gegen die “bürgerliche Mitte”, sondern mit ihrer Hilfe an die Macht gekommen

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Der Faschismus ist nicht gegen die “bürgerliche Mitte”, sondern mit ihrer Hilfe an die Macht gekommen.

Das ist mit der NSDAP nicht anders als mit der AfD.

Fangen wir mit dem ersten Bild an: Der neue Ministerpräsiedent in Thüringen von der FDP Thomas Kemmerich nimmt 2020 die Gratulationsgrüße vom Faschisten Björn Höcke von der AfD entgegen.

Hören wir mit dem Letzten auf: Der Reichspräsident Paul von Hindenburg empfängt 1933 Adolf Hitler von der NSDAP, nachdem er mit den Stimmen der “bürgerlichen Mitte” zum Reichskanzler gewählt wurde.

Seit dieser Wahl in Thüringen 2020 ist vom “Dammbruch” und vom “Hauch von Weimar” die Rede. Andere gegeh auf die Straße und skandieren: Alle/zusammen gegen den Faschismus.

Wenn man noch halbwegs bei Trost ist, das hilflose Verständnis für irgendeinen Potest (einmal) nicht gelten läßt, dann ist daran mehr falsch als hilfreich, in jedem Fall nichts zutreffend:

Einen “Dammbruch” jetzt festzustellen, ist an Verharmlosung dessen, was zu dieser “Koalition der Willigen” geführt hat, kaum zu überbieten.  “Neu” ist einzig und allein, dass nun das sichtbar geworden ist, was sich seit Jahren politisch annähert, was CDU und FDP von der AfD kaum noch unterscheidet.

Der “Hauch von Weimar” produziert mehr Nebel als Erkenntnis, wenn man nicht genau sagt, was die heutigen Zustände mit den “Weimarer Verhältnissen” gleich oder ähnlich macht. Immer nur geschichtsbewußt zu tun, ohne genau zu erklären, was damit gemeint ist, ist ermüdend.

Und auch der Kampf “aller Demokraten” gegen den Faschismus, der jetzt alle zusammen bringen soll, ist in doppelten Sinne irreführend und sträflich:

Erstens handelt es sich um keinen Faschismus, gegen den man jetzt aufstehen muss. Wäre es Faschismus, wären diese Aufrufe hilflos und sowar an zu spät. Wenn man den Weg, die Wegbereiter des Faschismus nicht genau benennt, nimmt man sich alle Möglichkeiten, ihn zu bekämpfen, bevor er an die Macht kommt. Das setzt voraus, nicht ständig die Totesglocken zu läuten, die übertönen sollen, dass man jetzt sehr viel tun kann, anstatt zum x-ten Mal vor dem Schlimmsten zu warnen. Viel glaubwürdiger wäre, sich dem entgegenzustellen, was dem Allerschlimmsten vorausgeht, was dem Faschismus partei-politisch und ideologisch den Weg ebnet.

Dann wäre auch der blasse und geschichtslose Ruf nach “allen Demokraten“, die gemeinsam den Faschismus verhindern sollen, endlich vom Tisch. Denn “die Demokraten” haben doch in den 1930er Jahren gezeigt und zeigen es 2020 nocheinmal, wozu sie bereits sich, wenn sie an der Macht bleiben wollen.

Die Empörung um den x-ten Dammbruch ist schnell verflogen. Und genaus schnell die schnell zusammengezimmerten “Parolen” und “Losungen”, die man dagegenhält.

Warum wird nicht eine Debatte darüber geführt, dass man diese “Offenbarung” in Thüringen  zu einer großen politischen Offensive nützen könnte! Eine Chance, die kaum besser sein könnte als jetzt. Warum ist es so still in der Linken, bei allem Lärm auf der Straße?

Es gäbe jetzt doch die politische Chance, die Paar-Prozent-Partei FDP ins Grab, also unter die 5-Prozent-Hürde zu stoßen! Dasselbe gilt für die CDU, die bei diesem Coup mitgemacht hat. Man könnte ihnen ihren scheinheiligen Kampf gegen den “Rechtspopulismus”, gegen den “Rechtsextremismus”  um die Ohren schlagen, man könnte sie aus ihrer imaginierten “Mitte” herausjagen!

Wolf Wetzel         9.2.2020

 

 

 

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