Der erste Angriffskrieg in Europa …

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Der erste Angriffskrieg in Europa …

fand nicht in der Ukraine 2022 statt.

 

Das ist kein Geheimnis. Aber warum wird darüber nicht geredet? Warum gibt es keinen öffentlichen Widerspruch in den staatsnahen Medien? Warum sperrt Facebook nicht die Accounts von Regierungs- und Medienagenturen, die diese Fake News verbreiten? Warum folgen keine Strafanzeigen? Warum löscht nicht Google all die Videos, in denen dies behauptet wird?

In Russland herrscht Zensur und die Pressefreiheit wird unterdrückt. Und in Deutschland? Wenn hier Meinungs- und Pressefreiheit herrscht, dann beteiligen sich folglich alle öffentlich-rechtlichen und privaten Medienanstalten an der Verbreitung dieser Lüge? Dann sind sie gar nicht Opfer des Krieges, der Desinformationskampagnen, sondern aktiver, freiwilliger Teil dieses Krieges.

Warum findet man unentwegt Experten und Zeugen, die vom russischen „Vernichtungskrieg“ reden, vom gescheiterten „Blitzkrieg“ und niemand in den öffentlich-rechtlichen und privaten Medienanstalten widerspricht dieser Entsorgung deutscher Geschichte.

Warum hört man nicht einmal die Stimmen derer, die dieser Kriegspropaganda widersprechen?

Warum erfährt man nicht, was der serbische Präsident dazu gesagt hat:

Warum setzt man sich nicht mit dieser Lüge auseinander?

In gefühlt tausend Talkshows wird der russische Angriffskrieg debattiert, analysiert und eingeordnet. In keiner einzigen Talkshow wird die Tatsache erwähnt und ausgeführt, dass der erste Angriffskrieg in Europa nach 1945 in der ehemaligen Bundesrepublik Jugoslawien 1999 stattfand.

Warum zeigen die öffentlich-rechtlichen und privaten Medienkonzerne nicht Bilder von dem 70 Tage dauernden Krieg, den man unisono eine „Luftkampagne“ genannt hatte? Warum zeigt man nicht die vielen Menschen, die 70 Tage in Bunkern, in Kellern und U-Bahn-Stationen ausgeharrt haben, um ihr Leben zu retten?

 

Nun die Frage ist sicher zu beantworten. Die öffentlich-rechtlichen und privaten Medien, die heute jeden Tag Kinder, Mütter und alte Menschen zeigen, die um ihr Leben fürchten, haben 70 Tage lang in Serbien davon nichts berichtet. Sie wollten die Opfer dieses Angriffskrieges nicht zeigen, sie wollten an der Lüge eines „chirurgischen“ Krieges mitarbeiten. Sie wurden dazu nicht gezwungen! Sie machten es freiwillig und gerne!

 

Die Nicht-Erwähnung des ersten Angriffskrieges nach 1945 durch die NATO in der ehemaligen Bundesrepublik Jugoslawien ist mehr als eine Erinnerungslücke.

Wenn man die Zerschlagung der Bundesrepublik Jugoslawien in den 1990er Jahren in Erinnerung ruft, dann bekommt man eine Blaupause für exakt das, was jetzt in der Ukraine passiert.

In einem sehr lesenswerten Beitrag von Felix Bartels mit dem Titel: „Daheim ist, wo der Hauptfeind steht“ (jW vom 12.3.2022) findet man das Drehbuch:

„Den Bürgerkrieg in einem benachbarten Land zum Vorwand nehmen, dessen Souveränität zu verletzten, es anzugreifen und den von der unterdrückten Minderheit bewohnten Teil mit Gewalt aus ihm herauszulösen, um diesen militärischen Akt dann nachträglich durch ein auf diesen Teil des Landes beschränktes Referendum zu legitimieren – in dieser Beschreibung lässt sich, solange man keine Namen nennt, sowohl der Krieg in der Ukraine als auch der im Kosovo wiedererkennen. Russland vollzieht heute Schritte, die die NATO seit Jahrzehnten vortanzt.“

Wenn man einen 80-jährigen Mann sieht, der sein sehr bescheidenes Zuhause verloren hat und hilflos durch seine zerstörte Wohnung irrt; wenn man eine Frau mitbekommt, die ein fremdes Baby im Arm hält, um es vor dem Krieg zu schützen, dann sind das herzzerreißende Bilder.

Diese Leid ist echt, auch wenn es für Propagandazwecke genutzt wird.

Wenn wir diese Bilder, dieses Leid dennoch an uns herankommen lassen und mit all diesen Menschen mitfühlen, dann ist das eine Chance, das Leid jedes Angriffskrieges zu erahnen, also auch all der Angriffskriege, von den wir kaum etwas mitbekommen, für die es keine Bilder dieses schrecklichen Leides geben soll.

Wenn wir dazu auch nur annähernd in der Lage sind, dann kämpfen wir gegen alle, gegen alle, die Angriffskriege führen. Dann hätten diese Bilder, die wir jetzt zu sehen bekommen, einen Sinn, indem sie sich gegen die Propagandisten dieses Krieges wenden.

 

Wolf Wetzel | 23.3.2022

Quellen und Hinweise:

Daheim ist, wo der Hauptfeind steht, Felix Bartels, jW vom 12.3.2022: https://www.jungewelt.de/artikel/422482.krieg-in-der-ukraine-daheim-ist-wo-der-hauptfeind-steht.html

Der Nato-Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien 1999: https://wolfwetzel.de/index.php/2018/07/04/der-nato-krieg-gegen-jugoslawien-1999/

 

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