Der Krieg Israels wird für Jo Biden sein Vietnam

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Der Krieg Israels wird für Jo Biden sein Vietnam.

Der US-Senator Bernie Sanders hat diesen Zusammenhang kürzlich hergestellt. Und da hat er recht. Denn der Vietnam-Krieg war zwar erkennbar nicht zu gewinnen, aber alle US-Regierungen haben ihn fortgesetzt, weil kein Präsident für diese „Schmach“ verantwortlich gemacht werden wollte.

 

Also mordete man weiter, obwohl selbst hohe US-Militärs vor einer Fortsetzung warnten.

 

 

 

Tatsächlich war ein entscheidendes Momentum die Proteste gegen den Vietnam-Krieg in den USA selbst. Es gab massive Proteste gegen die Fortführung, für ein Ende.

 

 

 

Und vier StudentInnen wurden 1970 von der Nationalgarde er-mordet, als sie ein Gelände der Universität in Ohio stürmte.

 

 

Manche Szenen an den über 70 Universitäten, die einen Proteststreik gegen den Krieg in Gaza (mit massiver Unterstützung der US-Regierung), organisieren, erinnert an die Vietnam-Proteste.

 

Die Proteste weiteten sich damals aus und verließen auch die Universitäten.

Sie erschütterten das Establishment, ließen Risse im System selbst erkennen. Davon zeugt u.a. die „Watergate-Affäre“.

Tatsächlich wird die Haltung der gegenwärtigen US-Regierung immer irrwitziger. Sie unterstützt militärisch, politisch und ideologisch den Krieg Israels in Gaza. Denn sie will mit aller Macht, dass die Menschen die Besatzung weiterhin hinnehmen und sich damit abfinden.

 

Gleichzeitig verliert die US-Regierung massiv das Vertrauen der Menschen in den USA selbst, die nicht weiß sind, die eine Kolonialgeschichte mitbringen, die sich mit der imperialen Weltordnung nicht abfinden. Nicht ihre Meinung ist dabei relevant, sondern ihre Stimmen, die Jo Biden unbedingt braucht, um im November wiedergewählt zu werden. Doch je länger der Protest andauert, je mehr er sich ausweitet und radikalisiert, desto mehr Stimmen gehen verloren.

Der Protest gegen die Unterstützung eines Vernichtungskrieges legt noch etwas Weiteres offen: Es gibt keinen Unterschied zwischen dem amtierenden US-Präsidenten Jo Biden und den Ex-Präsidenten Trump. Beide hassen ein Aufbegehren gegen die schwankende herrschende Weltordnung. In Trumps „america first“ steckt derselbe Kriegswille, diese Weltordnung zu retten wie bei Jo Biden auch.

Der Protest, der Widerstand gegen die US-Kriegspolitik wird auch zeigen, dass es tatsächlich gar keine Wahl im November gibt.

Someday we’ll all be free

 

Damit wird der Protest, je länger er dauert, je mehr sich ihm anschließen, über den Spielfeldrand hinausweisen, also eine tatsächlich systemische Krise auslösen, in der es nicht länger darum geht, zwischen einen good cop und einem bad cop zu entscheiden.

Wolf Wetzel

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