Die Allianz aus Putschisten und Putsch-Willigen

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Die Allianz aus Putschisten in Venezuela und Putsch-Willigen in den USA und in Europa

Seit Wochen erklären uns ganz frei vereinte Leitmedien, von BILD bis Frankfurter Rundschau, vom Spiegel bis ARTE, dass sie gerne und freiwillig den Hungernden in Venezuela wortgewaltig zur Hilfe kommen müssen. Das ist ihnen jahrzehnelang nicht (einmal im Traum) eingefallen, aber jetzt. Umso lauter hören sie jetzt den Ruf nach Freiheit und wollen stante pede dort „einmarschieren“, also helfen. Diese Medien haben bekanntlich darin Übung, wenn es um Befreiungen geht.

Man denke nur an die Unterstützung des Vietnamkrieges, an den Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien 1999.

Dieser mediale Begleitschutz geistert alles andere als ziellos durch die Weltgeschichte. Er eskortiert eine Vielzahl von europäischen Staaten, die mit dabei sein wollen, wenn der Sturz der gegenwärtigen Regierung in Venezuela gelingen soll.

Hugo Chavez im Fernsehen 2006

Ganz vorne dabei ist die deutsche Bundesregierung, die sich grandios und laut „Einmischungen“ verbietet, wenn damit Russland gemeint ist. Wenn sie sich selbst Regierungen wie Aktien im Portfolio aussucht, nicht gefällige Regierungen zum Rücktritt aufruft oder auf alle erdenkliche Weisen bedroht, dann ist das selbstverständlich keine Einmischung, sondern Demokratieunterricht.

Und natürlich geht es weder ihnen, noch dem Imperialismus in der Summe um eigene Interessen. Seit seinem Wirken geht es ihm ausschließlich und ganz fokussiert um das Wohl aller, vor allem derer, die man „befreien“ will, ob sie es wollen oder nicht.

Der Imperialismus, das weiß man seit einer gefühlten Ewigkeit, kann Hunger, Unterdrückung und Ausbeutung nicht mitansehen. Dafür verbürgt sich der US-Imperialismus als selbstgewählter „Weltpolizist“ ganz besonders. Zahlreiche Beispiele belegen diese zutiefst humanitären Absichten, wie zum Beispiel der Vietnamkrieg, oder die Befreiung des Iraks vom „Hundesohn“ Saddam Hussein, den man selbst an die Macht gebracht hatte.

(Napalm-)Krieg in Vietnam

Und natürlich wissen wir seit diesen Kreuzzügen, dass es immer um selbstlose Ideale geht, ganz und gar nicht um imperialistische Interessen. Wer dennoch behauptet, dass es den Putschisten in und außerhalb von Venezuela um die Kontrolle der weltweit größten Erdölvorkommen geht, leide folglich so dermaßen unter Verschwörungsphantasien.

Was hier in zahlreichen Medien und in allen Regierungsparteien unisono als Verschwörungsphantasie abgetan wird, ist – auch wenn es jetzt ein bisschen wehtut – in den USA Regierungspolitik.

Dazu muss man keine geheimen Papiere lesen, dazu muss man nicht die zahlreichen geleakte Dokumente kennen, die Putschpläne zum Gegenstand haben, seitdem Venezuela nicht mehr in der Hand des Westens ist, seitdem es dort eine „sozialistische“ Regierung gibt.

In diesem Fall muss man nur die Worte des US-Sicherheitsberaters John Bolton laut vorlesen, der gegenüber dem Sender „Fox News“ folgendes erklärte:

„Wir führen jetzt Gespräche mit großen amerikanischen Unternehmen“, so Bolton auf dem rechtsaußen Sender FOX News. „Es würde für die Vereinigten Staaten einen großen wirtschaftlichen Unterschied bedeuten, wenn amerikanische Ölfirmen jetzt investieren und die Ölvorkommen in Venezuela ausbeuten könnten.“ (Jakob Reimann, Regime Change in Venezuela und die Gier des US Empire, Portal für kritischen Journalismus)

Wolf Wetzel

Um zu verstehen, was es mit dem “bolivarischen Prozess” auf sich hat, was er (nicht) ist und womit er zu kämpfen hat, hier ein Bericht, der die Eindrücke in Venezuela 2005 festhält:

Chávez, Chávez, tritt nicht zurück |Eine Reisegruppe – und eine durchaus repräsentative Bestandsaufnahme der internationalistischen Linken in Deutschland (2005)

 

Es gibt dazu einen sehr guten aktuellen Beitrag zur Politik des Regime Change von Jakob Reimann vom 4. Februr 2019: Regime Change in Venezuela und die Gier des US Empire

Regime Change in Venezuela und die Gier des US Empire

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