{"id":9121,"date":"2019-09-10T19:04:03","date_gmt":"2019-09-10T17:04:03","guid":{"rendered":"https:\/\/wolfwetzel.de\/?p=9121"},"modified":"2019-09-10T19:10:51","modified_gmt":"2019-09-10T17:10:51","slug":"zwischen-der-zukunft-zugewandt-und-kommunisten-muessen-traurig-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2019\/09\/10\/zwischen-der-zukunft-zugewandt-und-kommunisten-muessen-traurig-sein\/","title":{"rendered":"Zwischen der \u201eZukunft zugewandt\u201c und \u201eKommunisten m\u00fcssen traurig sein\u201c"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Zwischen der \u201eZukunft zugewandt\u201c und \u201eKommunisten m\u00fcssen traurig sein\u201c<\/strong><\/h1>\n<p>Wie die Zukunft, also das Heute und Morgen, in der Geschichte verhakt bleibt, wo man die Bedeutung der DDR-Geschichte so was an \u00fcbertreibt, damit f\u00fcr die kapitalistische Gegenwart fast nichts mehr \u00fcbrigbleibt, habe ich in den Beitrag: <a href=\"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2019\/09\/08\/das-ossi-und-afd-phaenomen\/\">\u201e<strong><em>Das Ossi- und AfD-Ph\u00e4nomen<\/em><\/strong><\/a>\u201c an einigen Punkten ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Es geht dabei nicht um den Staub der Geschichte,<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9122\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Good-by-Lenin-I.jpg?resize=580%2C238&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"580\" height=\"238\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Good-by-Lenin-I.jpg?w=580&amp;ssl=1 580w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Good-by-Lenin-I.jpg?resize=300%2C123&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"(max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/p>\n<p>sondern darum, die essenziellen Bedingungen f\u00fcr einen\u00a0 Sozialismus herauszuarbeiten, zu benennen, damit man endlich anfangen kann, zu unterscheiden, was war (in der DDR) und was sein k\u00f6nnte (im Land XXX)!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In diesem Kontext habe ich auf die zwei Ereignisse verwiesen, die deutlich machen, dass die Nicht-Debatte \u00fcber das Scheitern des Sozialismus in der DDR das politische Umgehen bis heute pr\u00e4gt, auf eine Weise, die einen mehr als traurig macht \u2013 nicht nur als KommunistIn:<\/p>\n<p><em>Die Causa Andrej Holm<\/em>: Der Sieg der st\u00e4dtischen Jagdgesellschaft: <a href=\"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2017\/01\/17\/causa-andrej-holm-und-der-sieg-der-staedtischen-jagdgesellschaft\/\">https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2017\/01\/17\/causa-andrej-holm-und-der-sieg-der-staedtischen-jagdgesellschaft\/<\/a><\/p>\n<p><em>Die Causa IM Arnold Sch\u00f6lzel\/Junge Welt\/Markus Mohr<\/em>: Die Widerspr\u00fcche sind die Hoffnungen \u2013 Mein Engagement als freier Beitr\u00e4ger f\u00fcr die Tageszeitung Junge Welt wurde beendet: <a href=\"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2019\/08\/27\/die-widersprueche-sind-die-hoffnungen-mein-engagement-als-freier-beitraeger-fuer-die-tageszeitung-junge-welt-wurde-beendet\/\">https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2019\/08\/27\/die-widersprueche-sind-die-hoffnungen-mein-engagement-als-freier-beitraeger-fuer-die-tageszeitung-junge-welt-wurde-beendet\/<\/a><\/p>\n<p>Gerhard Hanloser und Matthias Reichelt haben am 27.8.2019 betreff \u201eCausa IM Arnold Sch\u00f6lzel\/Markus Mohr\/jW\u201c einen Brief an die jW-Redaktion geschrieben, als gelegentliche Autoren und im kommunistischen Geist:<\/p>\n<p>\u201e<em>Lieber Stefan Huth, lieber Peter Merg, liebe Redaktion der jungen Welt,<\/em><\/p>\n<p><em>mit gro\u00dfer Verwunderung haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Redaktion der jungen Welt offensichtlich den junge Welt-Autoren und Genossen Markus Mohr, den wir sehr sch\u00e4tzen, die weitere Publikationst\u00e4tigkeit verwehrt und noch nicht einmal auf seinen Brief an Chefredaktion und Feuilleton reagiert, um sich mit ihm argumentativ auseinanderzusetzen. <\/em><\/p>\n<p><em>Der Grund? Weil er scharfe und angemessene Worte f\u00fcr die gegen Linke gerichtete Spitzeldienste des ehemaligen Chefredakteurs der jungen Welt in dem Antirepressionsorgan Rote Hilfe gefunden hat.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir fragen uns: Seid ihr nicht nur der DDR-Souver\u00e4nit\u00e4t beraubt, sondern auch der Souver\u00e4nit\u00e4t von Argumentation? Kritik und Auseinandersetzung geh\u00f6ren doch elementar zur Linken dazu. Au\u00dferdem muss Differenz argumentativ ausgetragen und gerade angesichts sonstiger gro\u00dfer Gemeinsamkeiten ausgehalten werden, denn nur so kann ein emanzipatorisches Projekt in der Zukunft Bestand haben und gelingen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir wollen weiterhin die Artikel von unserem Genossen Mohr in der jungen Welt lesen, der sich wie kein anderer in der Geschichte der antiautorit\u00e4ren und au\u00dferparlamentarischen Westlinken auskennt und dessen Artikel offenbar nicht nur von der Redaktion, sondern auch von weiten Teilen der Leserschaft lange Zeit gesch\u00e4tzt wurden. Und wir meinen, die junge Welt sollte auf keinen Fall f\u00fcr die Zukunft auf die kenntnisreiche Analyse des Genossen Mohr verzichten. Von seinen Beitr\u00e4gen kann das wichtige linke Zeitungsprojekt junge Welt, f\u00fcr das wir ja selbst auch seit vielen Jahren gerne und aus einer solidarischen und dezidiert politischen Haltung heraus Artikel beitragen, nur profitieren. <\/em><\/p>\n<p><em>Mit solidarischen Gr\u00fc\u00dfen und W\u00fcnschen sowohl f\u00fcr ein souver\u00e4nes linkes Zeitungsprojekt sowie den Genossen Markus Mohr.<\/em><\/p>\n<p><em>Gerhard Hanloser, Matthias Reichelt<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Von einer Antwort ist mir nichts bekannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich der Filmpremiere &#8222;Und der Zukunft zugewandt&#8220; hat Gerhard Hanloser den Bogen nochmal gespannt und einen Leserbrief an die Junge Welt geschrieben.<\/p>\n<p>&#8222;Und der Zukunft zugewandt&#8220;<\/p>\n<p>Zum Artikel \u201e<em>Kommunisten m\u00fcssen traurig sein<\/em>\u201c. Im neuen B\u00f6hlich-Film ist die DDR eine immer schon vergebliche Hoffnung.<\/p>\n<p>LeserbriefKai K\u00f6hler schreibt mit spitzen Fingern eine Rezension des Films &#8222;<em>Und der Zukunft zugewandt<\/em>&#8222;. Die DDR sei darin immer schon vergebliche Hoffnung, so seine Kritik, die Niederlage von 1989 entwerte in der Dramaturgie alle K\u00e4mpfe in der Haupthandlung 1952\/53. Das barsche Urteil irritiert. Der Regisseur B\u00f6hlich schl\u00e4gt sich in seinem unbedingt empfehlenswerten Film ganz offensichtlich und vernehmbar eben nicht auf die Seite der Einheitsgr\u00f6hler &#8217;89. Die Grundstimmung ist angemessen melancholisch, die sympathisierende Zeichnung der kommunistischen Protagonistin un\u00fcbersehbar.<\/p>\n<p>Ebenso verdeutlicht dieser Film, woran der Aufbau der DDR von Anfang an krankte:<\/p>\n<p>Staat machen zu m\u00fcssen mit einem Volk, das das braune Hemd schnell in ein blaues und vielleicht auch vice versa vertauschen k\u00f6nnte (so ein bitterer Satz des &#8222;Sekret\u00e4rs f\u00fcr Agitation und Propaganda&#8220;, Leo Silberstein). Das Trauma des Faschismus, das die antifaschistisch legitimierte Repression gegen alle, die nicht der Parteilogik folgten, unterf\u00fctterte. Auch die Tatsache, dass die Parteispitze insgesamt durch die autorit\u00e4re und unterw\u00fcrfige Schule des Stalinismus gegangen war und dieser mit Kommunistenverfolgung und -ermordung jeglichen Emanzipationsgehalt verspielt hatte. Mit der SED-Autorit\u00e4t Schuck (interessanter Weise von Bernd Stegemann gespielt), der so humorfrei wie absto\u00dfend br\u00fcllend um Linie bem\u00fcht ist, pr\u00e4sentiert der Film eine dominierende Figur der roten Aristokratie. Dass sie, wie die den Stalinschen S\u00e4uberungen zum Opfer gefallene Berliner Agit-Prop-Gruppe &#8222;Kolonne Links&#8220;, an deren Schicksal der Film erinnert, in keiner der zwei jW-Besprechungen Erw\u00e4hnung finden darf, ist interpretationsbed\u00fcrftig.<\/p>\n<p>Gerhard Hanloser, Berlin\/ 2019\u201c<\/p>\n<p>Ob dieser Leserbrief f\u00fcr eine Debatte gut ist oder f\u00fcr den Papierkorb, darf nachgeschaut werden \u2026<\/p>\n<p>Wolf Wetzel\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 10.9.2019<\/p>\n<p>Views: 770<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen der \u201eZukunft zugewandt\u201c und \u201eKommunisten m\u00fcssen traurig sein\u201c Wie die Zukunft, also das Heute und Morgen, in der Geschichte verhakt bleibt, wo man die Bedeutung der DDR-Geschichte so was an \u00fcbertreibt, damit f\u00fcr die<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":9123,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[5,8,24,25,32,34,37],"tags":[407,600,3586,3587,1302,3542,3588,3036,3039,3040,3589,2265,2324,315,3585,2745],"class_list":["post-9121","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-04-texte","category-antifaschismus","category-imperialismus","category-kapitalis-mus-s","category-nationalismus","category-politik","category-repression","tag-bespitzelung","tag-ddr","tag-gerhard-hanloser","tag-im-arnold-schoelzel","tag-junge-welt","tag-jw","tag-kolonne-links","tag-markus-mohr","tag-matthias-reichelt","tag-mfs","tag-realsozialismus","tag-sozialismus","tag-stasi","tag-uberwachung","tag-und-der-zukunft-zugewandt","tag-wolf-wetzel"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/good-bye-lenin-II.jpg?fit=489%2C428&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9121","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9121"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9121\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9123"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9121"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9121"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9121"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}