{"id":8306,"date":"2017-11-20T19:02:17","date_gmt":"2017-11-20T17:02:17","guid":{"rendered":"https:\/\/wolfwetzel.wordpress.com\/?p=8306"},"modified":"2017-11-20T19:02:17","modified_gmt":"2017-11-20T17:02:17","slug":"staatsraison-bis-zum-politichen-selbstmord-die-schuetzende-hand-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2017\/11\/20\/staatsraison-bis-zum-politichen-selbstmord-die-schuetzende-hand-teil-ii\/","title":{"rendered":"Staatsraison bis zum politichen Selbstmord. &quot;Die sch\u00fctzende Hand&quot; Teil II"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"color:#000000;\">\u201eDie sch\u00fctzende Hand\u201c und eine, die total abwinkt<\/span><\/h1>\n<p><strong><span style=\"color:#000000;\">Der Polit-Thriller \u201eDie sch\u00fctzende Hand\u201c von Wolfgang Schorlau hat wohlige Krimi-Ambiente verbreitet und dann eine vernichtende Kritik von unerwarterter Seite ausgel\u00f6st.<\/span><\/strong><br \/>\n<figure id=\"attachment_8293\" aria-describedby=\"caption-attachment-8293\" style=\"width: 2400px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8293\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/schc3bctzende-hand-film.jpg?resize=700%2C394&#038;ssl=1\" alt=\"Dengler - Die sch\u00fctzende Hand\" width=\"700\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/schc3bctzende-hand-film.jpg?w=2400&amp;ssl=1 2400w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/schc3bctzende-hand-film.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/schc3bctzende-hand-film.jpg?resize=768%2C432&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/schc3bctzende-hand-film.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/schc3bctzende-hand-film.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/schc3bctzende-hand-film.jpg?w=2100&amp;ssl=1 2100w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8293\" class=\"wp-caption-text\">K\u00f6nnen Olga (Birgit Minichmayr) und Dengler (Ronald Zehrfeld) die Ungereimtheiten im vorliegenden Fall aufkl\u00e4ren?<\/figcaption><\/figure><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Im ersten Teil: \u201eDie sch\u00fctzende Hand\u201c ging es darum, den Film und die Hintergr\u00fcnde des Romans nachzuzeichnen. In Wolfgang Schorlaus gleichnamigen Roman wird der Privatdetektiv Dengler damit beauftragt, die Todesumst\u00e4nde der beiden NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe B\u00f6hnhardt in Eisenach-Stregda 2011 zu recherchieren. Am Ende seines Einsatzes stellt er die Selbstmordthese massiv in Frage: <a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/die-schutzende-hand\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/die-schutzende-hand<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<h2><strong><span style=\"color:#000000;\">Teil II<\/span><\/strong><\/h2>\n<p><strong><span style=\"color:#000000;\">Die Ausstrahlung der Romanverfilmung \u201eDie Sch\u00fctzende Hand\u201c ist vorbei. Die Republik hat die ausgespielte M\u00f6glichkeit, dass die offizielle Version vom \u201eeinvernehmlichen Selbstmord\u201c zweier NSU-Mitglieder in Eisenach-Stregda 2011 falsch sein k\u00f6nnte, \u00fcberlebt. F\u00fcr gew\u00f6hnlich geht dann alles \u2013 auch der Prozess in M\u00fcnchen &#8211; weiter wie bisher. Man h\u00e4lt eisern an dem fest, was man in die Anklage gepackt hat und wenn es Risse, Ungereimtheiten und Widerspr\u00fcche dazu gibt, dann sind das Pannen, die am Fahrplan nichts \u00e4ndern.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Umso mehr war ich \u00fcberrascht, dass sich Katharina K\u00f6nig-Preuss, Mitglied der Partei \u201eDIE LINKE\u201c und Mitglied im parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) zum NSU-Komplex in Th\u00fcringen, zu Wort meldete. In einem Beitrag f\u00fcr die Zeitung \u201eDer Freitag\u201c (Ausgabe 44\/2017) w\u00fctete sie \u00fcber den Film, \u00fcber seine Ausstrahlung und riet all ihren Freundinnen, alles M\u00f6gliche zu machen, zum Beispiel alle zehn Sekunden Facebook zu aktualisieren, nur nicht diesen Film anzuschauen.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Ihre Warnung vor dem Film ist alarmierend: \u201e<em>Abseits einer gef\u00fchlt bereits Hunderte Male geh\u00f6rten, l\u00e4ngst widerlegten und nun noch verfilmten Verschw\u00f6rungstheorie, die auch durch abgek\u00fchlte Blaustichromantik nicht aus ihrer Langeweile befreit wird, bleibt eine Erkenntnis: Dieser Film thematisiert ebenso wenig wie der Roman die entscheidenden Fragen rund um den NSU-Komplex<\/em>.\u201c<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Ihr Tonus ist besorgniserregend: Alle, die eine andere Version der Ereignisse in Eisenach-Stregda f\u00fcr m\u00f6glich bis plausibel halten und dies zur Diskussion stellen, sind irre, leiden an dem Verschw\u00f6rungsvirus, langweilen uns und gehen uns auf die Nerven. Es reicht ihr also nicht zu sagen, was sie an dem Film falsch findet. Sie m\u00f6chte ihre LeserInnen dazu aufrufen, sich das erst gar nicht anzuschauen. Denn Katharina K\u00f6nig-Preuss wei\u00df, dass das alles kalter Kaffee ist, gef\u00fchlt und noch mehr gef\u00fchlt, widerlegt ist.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Aber dann legt sie noch etwas ganz Wichtiges, ganz Entscheidendes oben drauf: Der Film gehe nicht nur einer falschen Spur nach, er lenke vom Wesentlichen ab! Man reibt sich die Augen, denn alle mit dem NSU-Komplex Besch\u00e4ftigten haben verst\u00e4ndlicherweise gro\u00dfe M\u00fche, \u201edas Wesentliche\u201c herauszuhauen und darauf zu pochen.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Ganz anders Katharina K\u00f6nig-Preuss. Sie hat eine klare und knappe Antwort: Der Film \u201e<em>relativiert und negiert durch Nicht-Thematisierung den zugrunde liegenden Rassismus<\/em>.\u201c<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Das ist wirklich ein starkes Brett und das legt sie nicht umsonst dorthin: Wer will rund um die Lesegemeinde des Freitags nicht f\u00fcr Antirassismus eintreten? Wer will durch Zuschauen gar Beihilfe dabei leisten, sich an der Nicht-Thematisierung von Rassismus zu beteiligen?<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Als ich das gelesen haben, stieg die Wut in mir hoch, denn damit fabuliert sie sich einen Kontext zusammen, den sie ansonsten f\u00fcr Verschw\u00f6rungstheorien bereith\u00e4lt.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><!--more--><\/strong><\/p>\n<h2><strong><span style=\"color:#000000;\">Staatsraison bis zum politichen Selbstmord<\/span><\/strong><\/h2>\n<p><strong><span style=\"color:#000000;\">Katharina K\u00f6nig-Preuss kann den Film, die an- und durchgespielte Variante eines anderen Geschehensablaufs als Selbstmord f\u00fcr misslungen und f\u00fcr abgegessen halten. Das kann sie machen, auch wenn es nicht im Geringsten nachzuvollziehen ist. Wenn es so viele \u201eanerkannte\u201c Pannen bei der Tatortanalyse und Beweisw\u00fcrdigung gibt, dann ist es doch nicht des Teufels, die Indizien aneinanderzulegen, die f\u00fcr einen Mord spr\u00e4chen. Das Buch von Wolfgang Schorlau hat dies getan, mit einem ausgiebigen Dokumentenanteil, der Film hat dies in komprimierender Form gemacht.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Ihr Versuch aber, den Autor, den Film in die Ecke zu stellen, er thematisiere nicht Rassismus, er relativiere gar Rassismus, ist infam.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Es ist unn\u00f6tig, einzelne Sequenzen im Film anzuf\u00fchren, die genau dies tun und keinen Zweifel daran lassen, dass rassistische und neonazistische Lebenseinstellungen nicht nur den NSU gepr\u00e4gt haben, sondern auch das Verhalten zahlreicher Beamter. Dass man sagen kann, dass sie Neonazismus mehr betreut, als bek\u00e4mpft hatten \u2013 wie der V-Mann-F\u00fchrer Andreas Temme zum Beispiel, der seinem Rufnamen \u201eKlein-Adolf\u201c auch als V-Mann-F\u00fchrer von Neonazis treu blieb.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Doch neben diesem billigen Motiv, den Film in die Tonne zu treten, ist etwas anderes fast noch wichtiger: Warum stellt sich Katharina K\u00f6nig-Preuss mit ganzem K\u00f6rpereinsatz vor die T\u00fcr, die gerade der ehemalige Vize-Pr\u00e4sident des Verfassungsschutzes Klaus-Dieter Fritsche am 18. Oktober 2012 als Zeuge vor dem NSU-Ausschuss in Berlin aufgesto\u00dfen hat:<\/span><\/strong><\/p>\n<blockquote><p><strong><span style=\"color:#000000;\">\u201e<em>Es d\u00fcrfen keine Staatsgeheimnisse bekannt werden, die ein Regierungshandeln unterminieren. Es darf auch nicht so weit kommen, dass jeder Verfassungsfeind und Straft\u00e4ter am Ende genau wei\u00df, wie Sicherheitsbeh\u00f6rden operativ arbeiten und welche V-Leute und verdeckten Ermittler im Auftrag des Staates eingesetzt sind. Es gilt der Grundsatz \u201aKenntnis nur wenn n\u00f6tig\u2018. Das gilt sogar innerhalb der Exekutive. Wenn die Bundesregierung oder eine Landesregierung daher in den von mir genannten Fallkonstellationen entscheidet, dass eine Unterlage nicht oder nur geschw\u00e4rzt diesem Ausschuss vorgelegt werden kann, dann ist das kein Mangel an Kooperation, sondern entspricht den Vorgaben unserer Verfassung. Das muss in unser aller Interesse sein.<\/em>\u201c<\/span><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p><strong><span style=\"color:#000000;\">Was sagt dieser Mann, der von 1996 bis 2005 mit an der Spitze des Verfassungsschutzes stand, anderes, als dass es <em>andere, staatsimmanente<\/em> Motive gibt, um die Aufkl\u00e4rung des NSU-Komplexes zu verhindern beziehungsweise zu sabotieren. In diesem Fall vor allem die Rolle der V-Leute von Polizei und Geheimdiensten beim Zustandekommen und Gew\u00e4hrenlassen des NSU!<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Katharina K\u00f6nig-Preuss wei\u00df, dass es dabei nicht um Rassismus geht, sondern um einen <em>teilverstaatlichten, neonazistischen Untergrund<\/em>. Das ist jetzt nicht nur pointiert ausgedr\u00fcckt, sondern das ganz vorsichtige Fazit, wenn man \u00fcber 40 (bisher enttarnte) V-Leute im NSU-Netzwerk als Staatsanteil wertet. Denn was hier Klaus-Dieter Fritsche zum Staatsgeheimnis macht (woran sich alle Parlamentarier auch hielten), ist der Umstand, dass V-Leute, die schwere Verbrechen m\u00f6glich machen oder begehen, in eine \u201eStaatshaftung\u201c genommen werden m\u00fcssen, das schlie\u00dft auch Beihilfe zu Mord ein.<\/span><\/strong><br \/>\n<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-5795 aligncenter\" src=\"https:\/\/wolfwetzel.files.wordpress.com\/2015\/05\/plakat-summe-nsu-vs-c-iii-netz.jpg?w=600&#038;resize=300%2C225\" alt=\"Plakat-Summe-NSU-VS-c-III-Netz\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/plakat-summe-nsu-vs-c-iii-netz.jpg?w=800&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/plakat-summe-nsu-vs-c-iii-netz.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/plakat-summe-nsu-vs-c-iii-netz.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Ist es also nicht f\u00fcr eine Linke essentiell, herauszufinden, welche aktive, einflussreiche Rolle staatliche Stellen und Politiken spielen? Oder spielt die eigene parteipolitische Rolle dabei eine so herausragende, dominierende Rolle, dass man gerade als rot-rote Regierung in Th\u00fcringen das hier angesprochene \u201eStaatsgeheimnis\u201c in die eigene Staatsraison \u00fcberf\u00fchrt?<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Anders gesagt: Wenn Neonazis gezielt Kleinh\u00e4ndler mit migrantischem Hintergrund ermorden, dann ist das Rassismus. Wenn V-Leute in tatrelevanter Weise darin involviert sind, dann gibt es f\u00fcr die politische F\u00fchrung dieser V-Leute noch mehr Gr\u00fcnde als Rassismus.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Auch Katharina K\u00f6nig-Preuss kennt die jahrzehntelange, blutige Geschichte von <em>Gladio<\/em>. Wenn sie auch diese auf den \u201ezugrundeliegende Rassismus\u201c reduzieren m\u00f6chte, dann ist das besch\u00e4mend.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Es gibt also Motive, die eben nicht dieselben sind, wie die der NSU-Mitglieder! Staatliche Instanzen, die den NSU so benutzen, wie man das mit den Neonazis gemacht hat, die man in \u201eGladio\u201c zusammengefasst hat?<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Kurzum, es geht um das Verst\u00e4ndnis, dass es mehr zum NSU-Komplex zu sagen gibt, als dass es sich nur um ein paar m\u00f6rderische Nazis, ein paar dumme und rassistische Bullen und ganz viele Serien-Zuf\u00e4lle handelt.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">All das, was eine Suche nach anderen Schlussfolgerungen begr\u00fcndet, was <em>Rassismus<\/em> in ein <em>Herrschaftsverh\u00e4ltnis<\/em> einf\u00fcgt, tut Katharina K\u00f6nig-Preuss hingegen als \u201estumpfe \u201aDie da oben\u2018-Tendenzen\u201c ab.<\/span><\/strong><\/p>\n<h2><strong><span style=\"color:#000000;\">Ein kleiner Crash-Kurs zur Gerichtsmedizin, Tatortermittlung und Wahrheitsfindung<\/span><\/strong><\/h2>\n<p><strong><span style=\"color:#000000;\">Eigentlich ist ja schon alles gesagt und f\u00fcr Katharina K\u00f6nig-Preuss gekl\u00e4rt. Ein paar Backpfeifen sp\u00e4ter ist sie doch noch gro\u00dfz\u00fcgig und greift in ihren gro\u00dfen Erkenntniskoffer, f\u00fcr alle, die bei den gef\u00fchlt einhundert Malen noch nicht dabei waren: \u201e<em>Um nur Beispiele zu nennen, wenn Sie es doch nicht lassen k\u00f6nnen und wenigstens sieben Unterschiede zur Realit\u00e4t finden wollen<\/em>.\u201c<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Ganz knapp wird sie nun anhand von sieben Beispielen beweisen, dass es am staatlichen (Nichts-)Tun \u2013 im Kern \u2013 nichts zu m\u00e4keln gibt.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Es lohnt sich, diese Beweisw\u00fcrdigung genau anzuschauen. Sie wirkt auf den ersten Blick knackig und umwerfend. Bei einer etwas genaueren Betrachtung wird man auf eine h\u00f6chst selektive betriebene bis bereinigende Beweisf\u00fchrung sto\u00dfen, die Katharina K\u00f6nig-Preuss dem Autor Wolfgang Schorlau, dem Film und allen, die ihr zu widersprechen wagen, vorwirft.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">\u201e<em>Erstens: Angeblich fehlende Feuerwehrfotos vom Einsatz am 4. November liegen dem Th\u00fcringer NSU-Untersuchungsausschuss seit mehr als zwei Jahren vor<\/em>.\u201c<\/span><\/strong><br \/>\n<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-8312 aligncenter\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/campingwagen-2011.jpg?resize=300%2C200&#038;ssl=1\" alt=\"NSU-Prozess - Brennendes Wohnmobil in Eisenach\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/campingwagen-2011.jpg?w=1500&amp;ssl=1 1500w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/campingwagen-2011.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/campingwagen-2011.jpg?resize=768%2C511&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/campingwagen-2011.jpg?resize=1024%2C682&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/campingwagen-2011.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/campingwagen-2011.jpg?w=1400&amp;ssl=1 1400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Diese Aussage kl\u00e4rt nichts auf, sondern operiert mit der Unwissenheit \u00fcber die vielen Details, die im Laufe der Jahre zusammenkamen. Sie schreibt eingangs, dass es sich um \u201eangeblich fehlende Feuerwehrfotos\u201c handele. Eine dumme Polemik, denn die fehlenden Feuerwehrfotos waren Ausgangspunkt eines jahrelangen Tauziehens. Tr\u00f6pfchenweise kam heraus, dass Einsatzleiter Menzel als erste Amtshandlung die Kamera der Feuerwehr beschlagnahmt hatte und ganz lange niemand diesen besonderen Eifer erw\u00e4hnte und erkl\u00e4rte. Als dieser Umstand \u00f6ffentlich wurde, erkl\u00e4rte Menzel dieses rechtswidrige Vorgehen damit, dass er vermeiden wollte, dass Tatortfotos an die \u00d6ffentlichkeit gelangen. Dann wurde nach der Kamera und der Chipkarte gesucht und beides schlie\u00dflich zur\u00fcckgeben. Dann stellte man fest, dass die Fotos auf der Chip-Karte gel\u00f6scht wurden \u2013 wof\u00fcr es keine Begr\u00fcndung gibt, wenn das Motiv des Einsatzleiters das tats\u00e4chliche war. Die Bilder w\u00e4ren also noch auf der Chipkarte und alle k\u00f6nnten sich davon \u00fcberzeugen, dass sie identisch sind mit den Tatortfotos, die sp\u00e4ter die Polizei gemacht hat. Doch die Bilder auf der Chipkarte waren nicht nur gel\u00f6scht: Man hat ein L\u00f6schprogramm dar\u00fcber laufen lassen, denn im Normalfall wird nur der \u201eFile\u201c (Pfad) gel\u00f6scht, nicht die Datei selbst. Parallel dazu tauchten Papierbilder auf, die man gefunden habe. Auf diesen Papierbildern befinden sich aber keine Angaben f\u00fcr die benutzte Kamera und auch Zeitstempel fehlen auf den meisten Papierabz\u00fcgen. Man kann also nicht im Geringsten \u00fcberpr\u00fcfen, ob diese vorliegenden Papierabz\u00fcge von jener Kamera stammen, die beschlagnahmt wurde.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Allein an diesem Beispiel kann man zeigen, wie aktiv manipulativ ihr erster Einwand ist. Die Bilder lagen nach ihren eigenen Angaben erst 2015 vor, also waren sie \u00fcber drei Jahre nicht angeblich, sondern tats\u00e4chlich \u201everschwunden\u201c. Die jetzt vorliegenden Papierabz\u00fcge haben nicht die geringste Aussagekraft. Das wei\u00df Katharina K\u00f6nig-Preuss nat\u00fcrlich, denn sie hat diese wundersame Auferstehung der Feuerwehrfotos in den vielen langen Sitzungen des PUA in Th\u00fcringen live mitbekommen. Warum l\u00fcgt sie dennoch? Warum will sie dem Verdacht, dass hier Beweismittel beseitigt wurden, nicht nachgehen? Warum macht sie sich selbst zum Teil dieser \u201eLegendenbildung\u201c?<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\"><em>\u201eZweitens: Hirnmasse wurde im Wohnmobil gefunden, jedoch (und das ist verwerflich und zu kritisieren) in Teilen entsorgt.\u201c<\/em><\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Was ist an dem Verdacht unstatthaft, dass es f\u00fcr die fehlende Hirnmasse auch andere Erkl\u00e4rungen als Schlamperei und m\u00fcde Tatortreiniger gibt? Damit ist nicht etwas anders bewiesen, aber es f\u00fcgt sich als Indiz in eine Kette ein, die ein Mordgeschehen plausibel macht.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">\u201e<em>Drittens: Die Gerichtsmedizin wurde durch die Polizei zum in Eisenach-Stregda befindlichen Wohnmobil geholt, blickte in das Fahrzeug hinein, betrat es jedoch nicht, da die Tatortgruppe noch nicht vor Ort war. Sie wollte den Tatort nicht ver\u00e4ndern<\/em>.\u201c<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Manchmal wundere ich mich \u00fcber die Dreistigkeit vorget\u00e4uschter Ahnungslosigkeit und simulierter Gutgl\u00e4ubigkeit! Offensichtlich setzt sie mit ganzer Kraft auf die Unwissenheit ihrer Leserschaft. Sie kennt den Ablauf und das Prozedere an einem Tatort sehr wohl: Die Feuerwehr l\u00f6scht, der Notarzt schaut nach Verletzten. Nachdem dort unschwer Leichen vorzufinden waren, ruft man die Gerichtsmedizin. Zuvor sichert die Tatortgruppe alle Beweise. Dann betritt die Gerichtsmedizin den Schauplatz. Sie l\u00e4uft also nicht weg, wenn die Tatortsicherung noch nicht stattgefunden hat, sondern wartet, bis diese abgeschlossen ist. Wie immens wichtig die Gerichtsmedizin an Ort und Stelle ist, habe ich bereits im ersten Teil ausgef\u00fchrt. Das wei\u00df auch Katharina K\u00f6nig-Preuss nur zu gut. Denn die Gerichtsmedizin kann nur vor Ort deutliche Hinweise darauf finden, ob der Tod schon vor den wahrgenommenen Sch\u00fcssen eingetreten war und ob die Positionen der Leichen identisch sind mit dem Ort, wo sie den Tod fanden. Wieder stellt sich die Frage, warum Katharina K\u00f6nig-Preuss das Unterbleiben der Dokumentation solch wesentlicher Indizien vom Tisch fegt, obwohl genau diese gerichtsmedizinischen Befunde einiges zur aufkl\u00e4rung des m\u00f6glichen Tatgeschehens beitragen k\u00f6nnten.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\"><em>\u201eOder viertens: Wenn es brennt, steigen der Rauch sowie jedes hei\u00dfe Gas nach oben \u2013 dass in Uwe Mundlos\u2019 Lunge keine Ru\u00dfpartikel festgestellt wurden, k\u00f6nnte sich also mit der kurzen Zeit zwischen Feuerlegung und Selbstt\u00f6tung erkl\u00e4ren<\/em>.\u201c<\/span><\/strong><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Wenn man Interesse daran hat, sich zu vergewissern, ob es m\u00f6glich ist, dass Uwe Mundlos keine Substanzen des selbst gelegen Brandes in der Lunge hat, reicht ein \u201ek\u00f6nnte\u201c nicht. Wie extrem explosiv der Befund w\u00e4re, dass Uwe Mundlos bereits tot war, als der Brand ausbrach, also auch keine Brandsubstanzen einatmen konnte, wei\u00df Katharina K\u00f6nig-Preuss.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Der BKA-Pr\u00e4sident J\u00f6rg Ziercke erkl\u00e4rte im November 2011, dass man Ru\u00dfpartikel in der Lunge von Uwe Mundlos gefunden habe. Dass er das nicht von der Gerichtsmedizin hatte, ist wichtig. Er hat sich also beraten und entsprechend dem Stand der Wissenschaft gehandelt haben: Wenn Uwe Mundlos einen Brand legte und sich danach umgebracht hat, dann muss er Ru\u00dfpartikel in der Lunge haben. Niemand zweifelte an diesem Ursache-Wirkung-Schemata und der BKA-Chef Ziercke war aus dem Schneider.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Es dauerte sehr lange, bis der Obduktionsbericht dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) in Th\u00fcringen vorlag, etwa zwei Jahre. Dort war zu lesen, dass man in Uwe Mundlos Lunge <em>keine<\/em> Ru\u00dfpartikel gefunden habe. Nun drohte die Selbstmordthese zusammenzubrechen.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Doch dann erblickten neue Erkenntnisse das Tageslicht: Das Brandereignis sei zu kurz gewesen, um Spuren in der Lunge zu hinterlassen. Katharina K\u00f6nig-Preuss und andere Unterst\u00fctzer der offiziellen Version gehen davon aus, dass vom ersten Schuss bis zum zweiten Schuss, circa zwei Minuten vergangen sind. Ist es bei diesem Wechselbad der Erkenntnisse zu viel verlangt, dieser aktuellen Anpassung zu misstrauen?<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Wer sich Klarheit dar\u00fcber verschaffen will, ob man innerhalb von zwei Minuten brandspurenfrei atmen kann, der glaubt nicht daran, sondern besteht auf einer Nachstellung, mit unabh\u00e4ngigen Gutachtern. Und genau das h\u00e4tte der PUA in Th\u00fcringen in Auftrag geben k\u00f6nnen, auch mit der Stimme von Katharina K\u00f6nig-Preuss. Er hat es unterlassen.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">\u201e<em>F\u00fcnftens: Aus den Bildern, die am 4. November von Journalisten angefertigt wurden, ergibt sich, dass das Wohnmobil nicht im 40-Grad-Winkel abgeschleppt wurde<\/em>.\u201c<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">In der Tat, vielleicht war es nur ein 20-Grad-Winkel. Angesichts der anderen unbestrittenen Tatortmanipulationen kann man das zur Seite legen, auch wenn Katharina K\u00f6nig-Preuss wei\u00df, dass selbst bei einem solchen Winkel zum Beispiel H\u00fclsen nicht an ihren Platz liegen bleiben.<\/span><\/strong><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\"><em>\u201eSechstens: Dass nach dem Selbstmord von Mundlos die H\u00fclse der Pumpgun ausgeworfen wurde, ist \u2013 nach Untersuchungen von Waffenexperten \u2013 technisch m\u00f6glich.\u201c<\/em><\/span><\/strong><br \/>\n<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-8313 aligncenter\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/010-selbstmord.jpg?resize=300%2C200&#038;ssl=1\" alt=\"010-Selbstmord\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/010-selbstmord.jpg?w=850&amp;ssl=1 850w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/010-selbstmord.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/010-selbstmord.jpg?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/010-selbstmord.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">F\u00fcr mich sind die beiden ausgeworfenen H\u00fclsen das gewichtigste Argument f\u00fcr ein Mordgeschehen. Ich hatte bereits ausgef\u00fchrt, dass die zweite H\u00fclse erst ausgeworfen wird, wenn jemand nachl\u00e4dt, was ein kraftvoller Akt ist, den Tote am allerwenigsten ausf\u00fchren k\u00f6nnen. In der N24-Dokumentation \u201eDer NSU &#8211; Eine Spurensuche\u201c vom 4. November 2013 kam unter anderem der Waffenbauer Siegmund Mittag zu Wort. Anhand einer baugleichen Winchester demonstrierte er, dass es bei dieser komplett manuell zu bedienenden Langwaffe unm\u00f6glich ist, die Selbstmordthese mit den gefundenen zwei ausgeworfenen H\u00fclsen aufrechtzuerhalten: \u201eGeht nicht\u201c, ist seine klare Antwort.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Diese Einspr\u00fcche kennt Katharina K\u00f6nig-Preuss selbstverst\u00e4ndlich. Warum schl\u00e4gt sie sich also auf die Seite des bereits eingef\u00fchrten BKA-Pr\u00e4sidenten J\u00f6rg Ziercke, der in dieser Frage einen eigenen Auftritt bekam? Dieser erkl\u00e4rte, dass man im BKA den letzten Akt in Eisenach mit der fallenden Pumpgun nachgestellt habe. Und jetzt darf man ganz frei raten, welches Ergebnis dieses Experiment zeitigte? Richtig: Es ist m\u00f6glich, dass eine zu Boden fallende Pumpgun selbst nachl\u00e4dt. Und am Ende seiner Ausf\u00fchrungen legte er Papierfotos auf den Tisch. Auf die Frage, warum man das Experiment nicht per Video aufgezeichnet habe, antwortete der gut ausgestattete BKA-Chef, dass es das nicht g\u00e4be.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Man k\u00f6nnte diesen Auftritt mit dem Spruch quittieren: Wer einmal l\u00fcgt, dem glaubt man nicht \u2026<\/span><\/strong><\/p>\n<h2><strong><span style=\"color:#000000;\">Ziehen wir doch alle Vorh\u00e4nge auf<\/span><\/strong><\/h2>\n<p><strong><span style=\"color:#000000;\">Weder Katharina K\u00f6nig-Preuss noch der Autor pflegen einen allt\u00e4glichen Umgang mit einer Pumpgun. Wir stehen also vor sich widersprechenden Expertenmeinungen, vor einem Patt. Wenn man wei\u00df, dass diese Frage nach der zweiten H\u00fclse eine ganz zentrale (neben dem Rassismus, m\u00f6chte ich ironisch hinzuf\u00fcgen) ist, dann g\u00e4be es doch einen ganz einfachen, denunziationsfreien, ohne Anma\u00dfung aufgeladenen Vorschlag, den ich Katharina K\u00f6nig-Preuss gerne machen m\u00f6chte. Lassen wir nicht die Experten sprechen, sondern die Wirklichkeit, f\u00fcr die sie sich ja so sehr einsetzt!<\/span><\/strong><br \/>\n<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-8314 aligncenter\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/009-pumpgun.jpg?resize=300%2C200&#038;ssl=1\" alt=\"009-Pumpgun\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/009-pumpgun.jpg?w=850&amp;ssl=1 850w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/009-pumpgun.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/009-pumpgun.jpg?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/009-pumpgun.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Es wird nicht schwer sein, sich eine baugleiche Pumpgun zu besorgen, mit blinder Munition versteht sich. Wir rufen gemeinsam zu einer \u00f6ffentlichen Beweisf\u00fchrung auf. Katharina K\u00f6nig-Preuss bekommt zwanzig Mal die M\u00f6glichkeit, die Waffe im Stehen fallen zu lassen. Im Anschluss weitere zwanzig Mal, im Sitzen die Waffe fallen zu lassen \u2013 also in der Position, in der sich Uwe Mundlos erschossen haben soll. Das Publikum hat dann die M\u00f6glichkeit zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob der Fall einer Pumpgun dazu f\u00fchrt, dass sie selbst nachl\u00e4dt!<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Danach kann man das Speed-Date-Karussell aus selbstgebastelten Verschw\u00f6rern, Fantomas-Gestalten und einer zauberhaften Zahnfee endlich abstellen.<\/span><\/strong><\/p>\n<h2><strong><span style=\"color:#000000;\">Erkenntnisstand nach politischer Opportunit\u00e4t<\/span><\/strong><\/h2>\n<p><strong><span style=\"color:#000000;\">In dieser Auseinandersetzung geht es nicht um eine wie auch immer geartete Personalisierung. Denn das, was Katharina K\u00f6nig-Preuss hier \u00f6ffentlichkeitswirksam vertritt, sagt sie als Parteimitglied und als gesch\u00e4tzte Vertreterin der LINKEN im parlamenarischen Untersuchungsausschuss (PUA) in Th\u00fcringen.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Dieser hielt in seinem Abschlussbericht aus dem Jahr 2014 fest:<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">\u201e<em>Die im Anschluss an die sog. Garagendurchsuchung und das Untertauchen von B\u00f6hnhardt, Mundlos und Zsch\u00e4pe durchgef\u00fchrte Fahndung nach den Untergetauchten ist in einem so erschreckenden Ausma\u00df von Desinformation, fehlerhafter Organisation, Abweichungen von \u00fcblichem Vorgehen und Vers\u00e4umnissen bei der Verfolgung erfolgversprechender Hinweise und Spuren durchsetzt, dass es dem Ausschuss nicht mehr vertretbar erscheint, hier nur von \u201eungl\u00fccklichen\u00a0 Umst\u00e4nden\u201c, \u201ePannen\u201c oder \u201eFehlern\u201c, wie sie nat\u00fcrlicherweise auch bei besten Vors\u00e4tzen nie ausgeschlossen werden k\u00f6nnen, zu sprechen. Im g\u00fcnstigsten Fall steht hinter dem festgestellten umfassenden Versagen vieler Akteure schlichtes Desinteresse am Auffinden der drei Gesuchten im Vergleich zu anderen Aufgaben, die den damals Handelnden m\u00f6glicherweise tagesaktuell wichtiger erschienen. Die H\u00e4ufung falscher oder nicht getroffener Entscheidungen und die Nichtbeachtung einfacher Standards lassen aber auch den Verdacht gezielter Sabotage und des bewussten Hintertreibens eines Auffindens der Fl\u00fcchtigen zu<\/em>.\u201c (S. 1582)<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">\u201eMit der Zur\u00fcckhaltung wichtiger Informationen, die die Ermittlung des Aufenthalts der Fl\u00fcchtigen h\u00e4tten voranbringen k\u00f6nnen und deren Verbindungen zur Vorbereitung und Durchf\u00fchrung von Bank\u00fcberf\u00e4llen nahegelegt h\u00e4tten, hat das TLfV zumindest mittelbar die Fl\u00fcchtigen gesch\u00fctzt \u2026\u201c (S. 1584)<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">So deutlich und so entschieden hat kein PUA die Pannen- und Zufallstheorie zerlegt. In diesem Kontext w\u00e4re es also naheliegend, jeden Versuch zu unterst\u00fctzen, der eine andere Version plausibel darstellt und zur Diskussion stellt.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Woher kommt also die Vehemenz, diesem Versuch den Aluhut aufzuziehen?<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Ich m\u00f6chte eine Schlussfolgerung wagen: Es liegt nicht am ver\u00e4nderten Erkenntnisstand, sondern an der Tatsache, dass die Partei DIE LINKE als <em>Oppositionspartei<\/em> den Abschlussbericht 2014 mitverfasst und mitgepr\u00e4gt hatte. Heute ist sie jedoch in der Regierung und stellte den Ministerpr\u00e4sidenten in Th\u00fcringen. Das ver\u00e4ndert nicht nur Menschen, sondern auch politische Haltungen. Dazu geh\u00f6rt unter anderem, dass die damals erhobene Forderung nach Abschaffung des Verfassungsschutzes (in Th\u00fcringen) anderen Opportunit\u00e4ten zum Opfer fiel.<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Wolf Wetzel<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Wolf Wetzel | Der NSU-VS-Komplex. Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund \u2013 wo h\u00f6rt der Staat auf? 3. aktualisierte und erweiterte Auflage<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\"><a href=\"https:\/\/wolfwetzel.wordpress.com\/2015\/06\/27\/der-nsu-vs-komplex-3-auflage-231-seiten-2015\/\">https:\/\/wolfwetzel.wordpress.com\/2015\/06\/27\/der-nsu-vs-komplex-3-auflage-231-seiten-2015\/<\/a><\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">ver\u00f6ffentlicht bei Rubikon am 18.11.2017: <a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/staatsrason-bis-zum-politischen-selbstmord\">https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/staatsrason-bis-zum-politischen-selbstmord<\/a><\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\">Zu dem Thema \u201eGladio\u201c empfehle ich den Beitrag: \u201eDer Oktoberfestanschlag in M\u00fcnchen 1980 \u2013 Vom irren Einzelt\u00e4ter und Schutz des Staatswohles\u201c<\/span><\/strong><br \/>\n<strong><span style=\"color:#000000;\"><a href=\"https:\/\/wolfwetzel.wordpress.com\/2016\/05\/18\/der-oktoberfestanschlag-in-muenchen-1980-vom-irren-einzeltaeter-und-schutz-des-staatswohles\/\">https:\/\/wolfwetzel.wordpress.com\/2016\/05\/18\/der-oktoberfestanschlag-in-muenchen-1980-vom-irren-einzeltaeter-und-schutz-des-staatswohles\/<\/a><\/span><\/strong><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Views: 269<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie sch\u00fctzende Hand\u201c und eine, die total abwinkt Der Polit-Thriller \u201eDie sch\u00fctzende Hand\u201c von Wolfgang Schorlau hat wohlige Krimi-Ambiente verbreitet und dann eine vernichtende Kritik von unerwarterter Seite ausgel\u00f6st. 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