{"id":6933,"date":"2016-07-25T13:19:16","date_gmt":"2016-07-25T11:19:16","guid":{"rendered":"https:\/\/wolfwetzel.wordpress.com\/?p=6933"},"modified":"2016-07-25T13:19:16","modified_gmt":"2016-07-25T11:19:16","slug":"der-fall-temme-von-ungehoerten-schuessen-unsichtbar-sterbenden-bis-zur-unglaublichen-plausibilitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2016\/07\/25\/der-fall-temme-von-ungehoerten-schuessen-unsichtbar-sterbenden-bis-zur-unglaublichen-plausibilitaet\/","title":{"rendered":"Der Fall Temme. Von ungeh\u00f6rten Sch\u00fcssen, unsichtbar Sterbenden bis zur unglaublichen Plausibilit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Oberlandesgericht in M\u00fcnchen hat in der letzten Woche die Akte Temme geschlossen. Der V-Mann-F\u00fchrer des hessischen Geheimdienstes Andreas Temme hatte sich zur Tatzeit in dem Internetcaf\u00e9 in Kassel aufgehalten, in dem Halit Yozgat am 6. April 2006 durch zwei Sch\u00fcsse in den Kopf ermordet wurde. <\/strong><br \/>\n<figure id=\"attachment_4562\" aria-describedby=\"caption-attachment-4562\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4562\" src=\"https:\/\/wolfwetzel.files.wordpress.com\/2013\/12\/andreas-temme-c-getty-image.jpg?w=600&#038;resize=300%2C201\" alt=\"V-Mann-F\u00fchrer Andreas Temme\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/andreas-temme-c-getty-image.jpg?w=896&amp;ssl=1 896w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/andreas-temme-c-getty-image.jpg?resize=300%2C201&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/andreas-temme-c-getty-image.jpg?resize=768%2C514&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4562\" class=\"wp-caption-text\">Andreas Temme (Bildmitte)<\/figcaption><\/figure><br \/>\n<strong>Die Frage, welche Rolle der V-Mann-F\u00fchrer spielte, der seine Anwesenheit leugnete und vor allem durch Falschaussagen auffiel, sollte auch im Prozess in M\u00fcnchen gekl\u00e4rt werden. Nun ist der Fall \u201egekl\u00e4rt\u201c: Das OLG h\u00e4lt Andreas Temme f\u00fcr glaubw\u00fcrdig und unschuldig, die \u201eWahrheitssuche\u201c f\u00fcr abgeschlossen und weitere Beweisantr\u00e4ge der Nebenkl\u00e4ger f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig.<\/strong><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h3>Das Oberlandesgericht\/OLG \u2013 ein teures Bestattungsunternehmen<\/h3>\n<p><strong>Das OLG h\u00e4lt f\u00fcr glaubw\u00fcrdig, dass Andreas Temme, der im Nebenraum des Internetcaf\u00e9s sa\u00df, keine Sch\u00fcsse geh\u00f6rt habe &#8211; ein Mann, der zum Spa\u00df seine Freizeit im Sch\u00fctzenverein verbringt.<\/strong><br \/>\n<strong>Es h\u00e4lt f\u00fcr nachvollziehbar, dass Andreas Temme, der kurz nach dem Mordanschlag das Internetcaf\u00e9 verlassen hatte, dreimal an dem Sterbenden vorbeigegangen sei, der hinter einem Tisch lag, der ca. 80 Zentimeter hoch war.<\/strong><br \/>\n<strong>Es h\u00e4lt f\u00fcr glaubw\u00fcrdig, dass der ca. 1,90 Meter gro\u00dfe V-Mann weder den dahinter liegenden Halit Yozgat gesehen habe, noch die Blutspritzer auf dem Tisch, auf den er ein Geldst\u00fcck legte.<\/strong><br \/>\n<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6951\" src=\"https:\/\/wolfwetzel.files.wordpress.com\/2016\/07\/005-yozgat-theke-kassel-polizeifoto-2006.jpg?resize=614%2C346\" alt=\"005-Yozgat-Theke-Kassel-Polizeifoto-2006\" width=\"614\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/005-yozgat-theke-kassel-polizeifoto-2006.jpg?w=614&amp;ssl=1 614w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/005-yozgat-theke-kassel-polizeifoto-2006.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"(max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong>Das OLG h\u00e4lt es f\u00fcr plausibel, dass Andreas Temme, als gegen ihn als m\u00f6glicher Tatbeteiligter ermittelt wurde, erst glaubhaft bestritt, dass er das Caf\u00e9 \u00fcberhaupt kenne, dann glaubhaft leugnete, dass er an diesem Tag dort war und schlie\u00dflich glaubhaft einr\u00e4umte, dass er vermeiden wollte, dass seine schwangere Ehefrau davon erf\u00e4hrt, dass er in besagtem Internetcaf\u00e9 in einem \u201eFlirtportal\u201c surfen gegangen ist.<\/strong><br \/>\n<strong>Und noch plausibler h\u00e4lt das OLG die eigene Entscheidung, die Schmauchspuren an Handschuhen, die in seinem Zimmer (bei seinen Eltern) gefunden wurden, nicht daraufhin zu untersuchen zu lassen, ob sie identisch sind mit der verwendeten Munition der Tatwaffe.<\/strong><br \/>\n<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-6952\" src=\"https:\/\/wolfwetzel.files.wordpress.com\/2016\/07\/handschuhe-von-andreas-temme-2006.jpg?w=248&#038;resize=124%2C150\" alt=\"Handschuhe von Andreas Temme 2006\" width=\"124\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/handschuhe-von-andreas-temme-2006.jpg?w=300&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/handschuhe-von-andreas-temme-2006.jpg?resize=249%2C300&amp;ssl=1 249w\" sizes=\"(max-width: 124px) 100vw, 124px\" \/><br \/>\n<strong><em>&#8222;Sachlich, nachvollziehbar und plausibel&#8220;<\/em> finden das deutsche Richter summa summarum und \u00fcben schon einmal f\u00fcr das Urteil, das bald \u00fcber eine neonazistische Terrorgruppe namens NSU gef\u00e4llt werden wird, die &#8211; mindestens genau so <em>sachlich, nachvollziehbar und plausibel<\/em> &#8211; aus drei Mitgliedern bestanden hat. <em>Im Namen des deutschen Volkes<\/em>.<\/strong><br \/>\n<strong>\u00a0<\/strong><br \/>\n<strong>So kafkaesk diese Wahrheitssuche auch ist, sie deckt nur m\u00fchsam zu, was der Fall Temme wie kein anderer Stolperstein in der NSU-Aufkl\u00e4rung belegen hilft. Er kann dazu beitragen, bestimmte vage Ausdeutungen aus dem Weg zu r\u00e4umen.<\/strong><br \/>\n<strong>Dazu geh\u00f6rt das von vielen geteilte Urteil, der Schl\u00fcssel f\u00fcr das \u201eKomplettversagen\u201c sei schlampige Ermittlungst\u00e4tigkeit der Polizei und ein institutioneller Rassismus, der die Ermittlungsrichtung leite.<\/strong><br \/>\n<strong>Der Fall Temme in Kassel belegt eindrucksvoll, dass dieser Vorwurf einiges erkl\u00e4ren kann, aber auch einiges zudecken und verbergen hilft, wenn es um die Gr\u00fcnde f\u00fcr Ermittlungssabotage, f\u00fcr den Schutz m\u00f6glicher Mitt\u00e4ter oder Personen geht, die T\u00e4terwissen haben.<\/strong><br \/>\n<strong>Die polizeilichen Ermittlungen waren in Kassel \u2013 im Gegensatz zu anderen NSU-Tatorten \u2013 durchaus konsequent, geradezu vorschriftsm\u00e4\u00dfig: Man ermittelte tats\u00e4chlich in <em>alle<\/em> Richtung und stie\u00dfen somit sehr schnell auf den hessischen Geheimdienstmitarbeiter Andreas Temme. Aufgrund der Beweismittel wurde er als Tatverd\u00e4chtiger gef\u00fchrt und aufgrund seiner fortgesetzten Unglaubw\u00fcrdigkeit abgeh\u00f6rt \u2013 wochenlang und \u00e4u\u00dferst ergiebig. Dass die Polizei den Verfassungsschutz abgeh\u00f6rt hatte, ist sicherlich keine Allt\u00e4glichkeit, umso aufschlussreicher sind die Protokolle, nachdem eine von Anw\u00e4lten entdeckte Manipulation r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden konnte. Sie belegen aufs Eindringlichste, wie sich sein Vorgesetzter LfV-Direktor Lutz Irrgang, wie sich der Geheimschutzbeauftragten des LfV Gerald-Hasso Hess bis hin zum hessischen Innenministerium darum bem\u00fchten, die polizeilichen Ermittlungen zu sabotieren und Andreas Temme dergestalt zu coachen, dass die in Telefonaten immer wieder erw\u00e4hnte \u201e<em>Kasseler Problematik<\/em>\u201c unter dem Teppich bleibt.<\/strong><br \/>\n<strong>Dass dies kein zuf\u00e4lliges Zusammenspiel \u00fcberirdischer Kr\u00e4fte ist, hat bereits im Juni 2012 Gerhard Hoffmann, leitender Kriminaldirektor des Polizeipr\u00e4sidiums Nordhessen und damaliger Leiter der \u203a<em>SOKO Caf\u00e9<\/em>\u2039 gegen\u00fcber den Mitgliedern des NSU-Ausschusses in Berlin ausgesagt. Aus dem Ged\u00e4chtnis gibt Mely Kiyak folgenden Dialog zwischen Mitgliedern des Untersuchungsausschusses (UA) und dem SOKO-Chef Gerhard Hoffmann (GH) wieder:<\/strong><br \/>\n<strong>\u00a0<\/strong><br \/>\n<strong>\u00bbGH: <em>Innenminister Bouffier hat damals entschieden: Die Quellen von Herrn T. k\u00f6nnen nicht vernommen werden. Als Minister war er f\u00fcr den Verfassungsschutz verantwortlich.<\/em><\/strong><br \/>\n<strong>UA: Er war doch auch Ihr Minister! Ist Ihnen das nicht komisch vorgekommen? Jedes Mal, wenn gegen V-M\u00e4nner ermittelt wurde, kam einer vom Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz vorbei, stoppt die Ermittlung mit der Begr\u00fcndung, der Schutz des Landes Hessen ist in Gefahr. Aus den Akten geht eine Bemerkung hervor, die meint, dass man erst eine Leiche neben einem Verfassungssch\u00fctzer finden m\u00fcsse, damit man Auskunft bekommt. Richtig?<\/strong><br \/>\n<strong>GH: <em>Selbst dann nicht \u2026<\/em><\/strong><br \/>\n<strong>UA: Bitte?<\/strong><br \/>\n<strong>GH: <em>Es hei\u00dft, selbst wenn man eine Leiche neben einem Verfassungssch\u00fctzer findet, bekommt man keine Auskunft.<\/em>\u00ab (FR vom 30.6.2012)<\/strong><br \/>\n<strong>Eigentlich hatte der Leiter der \u203a<em>SOKO Caf\u00e9<\/em>\u2039 bereits sehr fr\u00fch alles N\u00f6tige gesagt, wie die \u201aAufkl\u00e4rung\u2019 vonstatten zu gehen hat. Er hat die \u201arote Linie\u2019 gezogen \u2013 und alle haben sich daran gehalten. Bis heute.<\/strong><br \/>\n<strong>Dass das Gericht in M\u00fcnchen diese \u201arote Linie\u2019 ohne t\u00f6dliche Gefahr \u00fcberschreiten k\u00f6nnte, dass diese auch die parlamentarischen Untersuchungsaussch\u00fcsse in Berlin und Wiesbaden \u00fcbertreten k\u00f6nnten und m\u00fcssten, w\u00e4re ihre Aufgabe, ihre Pflicht.<\/strong><br \/>\n<strong>Dass sie es dennoch nicht tun, liegt ganz sicher nicht an mangelndem Wissen, schon gar nicht an fehlenden M\u00f6glichkeiten.<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Ermittlungsmethoden<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Wer sich mit polizeilichen Ermittlungst\u00e4tigungen und -methoden besch\u00e4ftigt, wird schnell erfahren, dass dort \u203ader Zufall\u2039 &#8211; also die Lehre vom Unwahrscheinlichen &#8211; als Erkenntnismethode nicht vorkommt. Zu Recht. Denn polizeiliche Ermittlungsmethoden gehen vom Gegenteil aus: von der Wahrscheinlichkeit eines Geschehensablaufes. Denn weder die Polizei noch ein Staatsanwalt noch ein Richter kennen die Wahrheit. Sie k\u00f6nnten im besten Fall nur ein Geschehen rekonstruieren \u2013 mithilfe von Indizien, Zeugen und Spuren. Ausgangspunkt ist folglich nicht ein Geschehen, ein bestimmtes, sondern verschiedene Geschehensabl\u00e4ufe, die sich aus den \u203aBeweismitteln\u2039 ergeben. Das bekommt \u2013 in der Theorie \u2013 den Namen: Ermittlungen in <em>alle<\/em> Richtungen.<\/strong><br \/>\n<strong>Am Ende dieses Ermittlungsprozesses bleibt ein Geschehensablauf, der aufgrund der vorhandenen Beweismittel in sich konsistent ist, am plausibelsten rekonstruiert werden kann.<\/strong><br \/>\n<strong>Nimmt man alle uns vorliegenden Beweismittel im Fall Kassel zur Grundlage und handelt nach diesen polizeilichen Pr\u00e4missen, dann kommt man zu einem recht eindeutigen Ergebnis:<\/strong><br \/>\n<strong>Nimmt man alle uns vorliegenden Beweismittel im Fall Kassel zur Grundlage und handelt nach diesen polizeilichen Pr\u00e4missen, dann kommt man zu einem recht eindeutigen Ergebnis:<\/strong><br \/>\n<strong>F\u00fcr den Geschehensablauf, den Polizei und Gericht f\u00fcr die Ereignisse in Kassel f\u00fcr plausibel halten, spricht so gut wie nichts: Es gibt keine einzige Zeugenaussage, die die NSU-Mitglieder Mundlos und B\u00f6hnhardt als unmittelbare Tatbeteiligte nahelegen.<\/strong><br \/>\n<strong>Einzig und allein die Tatwaffe (eine \u010cesk\u00e1 83), die im Brandschutt des Hauses gefunden wurde, in dem auch die NSU-Mitglieder wohnten, l\u00e4sst eine T\u00e4terschaft des NSU infrage kommen. Mehr nicht.<\/strong><br \/>\n<strong>Das ist ein schwacher, um nicht zu sagen hauchd\u00fcnner Beweis. Denn damit ist weder gekl\u00e4rt noch bewiesen, dass die beiden NSU-Mitglieder auch die T\u00e4ter waren \u2013 selbst wenn man davon ausgeht, dass sich die Waffe tats\u00e4chlich im Besitz der uns bekannten NSU-Mitglieder befand.<\/strong><br \/>\n<strong>Gegen den Geheimdienstmitarbeiter Andreas Temme sprechen <em>zahlreiche<\/em> Indizien und Sachbeweise:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Ein neonazistischer Hintergrund<\/strong><\/li>\n<li><strong>Ein Duz-Verh\u00e4ltnis zu dem V-Mann und Neonazi Benjamin G\u00e4rtner, der zum NSU-Netzwerk z\u00e4hlt<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die Anwesenheit zur Tat- und Mordzeit<\/strong><\/li>\n<li><strong>Das Mitf\u00fchren einer Plastikt\u00fcte, in der sich laut Zeugenberichten die Tatwaffe befunden haben k\u00f6nnte. Von dieser berichtete auch seine Ehefrau, in einem abgeh\u00f6rten Telefonat: \u00bb<em>willst du nicht mal auf mich h\u00f6ren? Ich sage noch, ne, nimm keine Plastikt\u00fcte mit!<\/em>\u00ab (tagesspiegel.de vom 8.6.2015)<\/strong><\/li>\n<li><strong>Das Auffinden von Handschuhen, an denen sich Schmauchspuren befinden, die identisch mit denen sind, die die Tatwaffe hinterl\u00e4sst<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die Verweigerung einer Zeugenschaft<\/strong><\/li>\n<li><strong>Zahlreiche Falschaussagen in Verbindung mit Absprachen von Falschaussagen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die Verhinderung der Aufkl\u00e4rung angeblicher \u203aprivater\u2039 Umst\u00e4nde durch seine Vorgesetzten<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><br \/>\n<strong>Vergleicht man \u2013 ohne Ansehen der Person \u2013 die Indizien und Sachbeweise, die f\u00fcr eine T\u00e4terschaft der drei stets genannten NSU-Mitglieder und\/oder f\u00fcr die (Mit-)T\u00e4terschaft von Andreas Temme sprechen, dann braucht man f\u00fcr dieses Ergebnis keine kriminalistische Ausbildung.<\/strong><br \/>\n<strong>Geht man \u2013 gem\u00e4\u00df der vorliegenden Beweismittel &#8211; von einer 20-prozentigen Wahrscheinlichkeit einer T\u00e4terschaft der uns bekannten NSU-Mitglieder aus, so belasten die restlichen 80 Prozent den hessischen Verfassungsschutzmitarbeiter Andreas Temme wegen m\u00f6glicher Mitt\u00e4terschaft bzw. Beihilfe zu Mord.<\/strong><br \/>\n<strong>F\u00e4nden die polizeilichen Ermittlungsgrunds\u00e4tze tats\u00e4chlich Anwendung, w\u00fcrde das Ermittlungsergebnis im Mordfall Kassel geradezu zwingend zu einer Anklage gegen Andreas Temme f\u00fchren.<\/strong><br \/>\n<strong>Dass dies bis heute nicht passiert ist, hat auch nichts mit Zufall zu tun.<\/strong><br \/>\n<strong>Anders formuliert: Wenn die genannten \u201eBeweismittel\u201c, die eine T\u00e4terschaft der beiden NSU-Mitglieder Mundlos und B\u00f6hnhardt belegen, f\u00fcr eine Mordanklage reichen und schlie\u00dflich zu einer Verurteilung f\u00fchren, dann m\u00fcsste Andreas Temme zehn Mal lebensl\u00e4nglich erhalten.<\/strong><br \/>\n<strong>Wolf Wetzel<\/strong><br \/>\n<span style=\"color:#000000;\"><strong><a style=\"color:#000000;\" href=\"https:\/\/wolfwetzel.wordpress.com\/2015\/06\/27\/der-nsu-vs-komplex-3-auflage-231-seiten-2015\/\" target=\"_blank\"><i>Der NSU-VS-Komplex. Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund \u2013 wo h\u00f6rt der Staat auf?, <\/i>Unrast Verlag 2015, 3.Auflage<\/a><\/strong><\/span><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<strong>Dieses Bestattungsabschlussprotokol findet sich auch auf der Schwerpunktzeitung der Tageszeitung &#8218;Junge Welt&#8216; vom 25.7.2016:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/07-25\/012.php\" target=\"_blank\">http:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/07-25\/012.php<\/a><\/strong><br \/>\n<strong>\u00a0<\/strong><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Views: 208<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Oberlandesgericht in M\u00fcnchen hat in der letzten Woche die Akte Temme geschlossen. 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