{"id":4581,"date":"2014-10-01T20:31:17","date_gmt":"2014-10-01T18:31:17","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfwetzel.wordpress.com\/?p=4581"},"modified":"2014-10-01T20:31:17","modified_gmt":"2014-10-01T18:31:17","slug":"warum-wurde-der-mordanschlag-in-heilbronn-2007-nicht-verhindert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2014\/10\/01\/warum-wurde-der-mordanschlag-in-heilbronn-2007-nicht-verhindert\/","title":{"rendered":"Warum wurde der Mordanschlag in Heilbronn 2007 nicht verhindert?"},"content":{"rendered":"<div>\n<h1><span style=\"color:#ff0000;\"><strong>Warum wurde der Mordanschlag in Heilbronn<\/strong><\/span><\/h1>\n<h1><span style=\"color:#ff0000;\"><strong> 2007 nicht verhindert?<\/strong><\/span><\/h1>\n<p><span style=\"color:#ff0000;\"><strong>aktualisiert am 3.11.2014<\/strong><\/span>\n<\/div>\n<p><strong>\u00bb<i>So ist weiterhin ungekl\u00e4rt, warum dieses Trio all die Jahre nicht entdeckt wurde. Bis hin zu dem ungeheuerlichen Verdacht, da\u00df sie vielleicht gar nicht gefasst werden sollten. Und nach wie vor ist auch ungekl\u00e4rt, ob der NSU tats\u00e4chlich nur aus drei Personen bestand<\/i>.\u00ab<\/strong><br \/>\n<strong>Mit diesen Worten leitete die Moderatorin Marietta Slomka am 14. Januar 2014, zwei Tage, bevor in M\u00fcnchen erstmals der Mordanschlag auf Polizisten in Heilbronn verhandelt wurde, einen TV-Beitrag im \u203aheute-journal\u2039 ein. Man muss der Moderatorin daf\u00fcr danken, dass sie diesen Verdacht in die Primetime brachte \u2013 f\u00fcr den es mehr Indizien gibt, als f\u00fcr die offizielle Version.<\/strong><br \/>\n<strong>In der Anklageschrift werden die beiden NSU-Mitglieder Uwe B\u00f6hnhardt und Uwe Mundlos f\u00fcr diesen Mordanschlag verantwortlich gemacht.<\/strong><br \/>\n<strong>Laut Generalbundesanwaltschaft\/GBA galt dieser Mordanschlag zwei \u00bb<em>Repr\u00e4sentanten des Staates<\/em>\u00ab. Es soll sich demnach um \u00bb<em>Zufallsopfer<\/em>\u00ab gehandelt haben.<\/strong><br \/>\n<strong>Das Ziel dieses Mordanschlages soll gewesen sein, sich in Besitz der beiden Dienstwaffen zu bringen.<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/wolfwetzel.files.wordpress.com\/2014\/01\/trauer-um-polizistin-kiesewetter.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4591\" src=\"http:\/\/wolfwetzel.files.wordpress.com\/2014\/01\/trauer-um-polizistin-kiesewetter.jpg?w=300&#038;resize=300%2C224\" alt=\"Trauer-um-Polizistin-Kiesewetter\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/trauer-um-polizistin-kiesewetter.jpg?w=803&amp;ssl=1 803w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/trauer-um-polizistin-kiesewetter.jpg?resize=300%2C224&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/trauer-um-polizistin-kiesewetter.jpg?resize=768%2C574&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/trauer-um-polizistin-kiesewetter.jpg?resize=480%2C360&amp;ssl=1 480w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Als Beweis f\u00fcr die T\u00e4terschaft der beiden NSU-Mitglieder werden die 2011 im Campingwagen gefundenen Waffen angef\u00fchrt. Au\u00dferdem habe man in der Wohnung in Zwickau eine Jogginghose gefunden, auf der sich das Blut vom Michele Kiesewetter befand.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<blockquote><p><strong><i>\u00bbWenn ein Killerkommando von Th\u00fcringen nach S\u00fcddeutschland f\u00e4hrt, um in einer Kleinstadt dort eine Polizistin umzubringen und ihr die Dienstwaffe abzunehmen \u2013 dann muss man schon von der Bundesanwaltschaft sein, um es f\u00fcr einen Zufall zu halten, dass diese Polizistin ausgerechnet aus der gleichen Th\u00fcringer Ecke stammt wie das Killerkommando selbst \u2026\u00ab (S.147)<\/i><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Ein solcher Erkenntnisstand, der sich mittlerweile auch in der Anklageschrift in M\u00fcnchen wiederfindet, ist selbst f\u00fcr einen Kriminalkommissar im Roman des Krimiautoren Ulrich Ritzel (\u203aTrotzkis Narr\u2039) eine Beleidigung.<\/strong><br \/>\n<strong>Nichts ist unwahrscheinlicher als diese Version.<\/strong><br \/>\n<!--more--><br \/>\n<strong>Fangen wir vom Ende her an: F\u00fcr den letzten Bank\u00fcberfall in Eisenach 2011 hatten sich die uns bekannten NSU-Mitglieder einen Campingwagen gemietet. Glaubt im Ernst jemand daran, dass man die Waffen und Handschellen von Polizisten aus der Wohnung in Zwickau holt, um sie in den angemieteten Campingwagen zu legen? Glaubt jemand in Ernst daran, dass man extra eine mit dem Blut von Mich\u00e8le Kiesewetter getr\u00e4nkte Jogginghose in der Wohnung in Zwickau aufbewahrt, um ganz sicher wegen eines Mordanschlages angeklagt zu werden?<\/strong><br \/>\n<strong>Auch das angebliche Motiv dieses Mordanschlages ist mehr als dumm und haarstr\u00e4ubend: Die uns bekannten NSU-Mitglieder waren im Besitz von zahlreichen Kurz- und Langwaffen. Wenn man der offiziellen Version Glauben schenken darf, kamen auf die beiden Mitglieder jeweils mehr als f\u00fcnf Waffen. Wenn es dem NSU an irgendetwas gefehlt hat, dann sicherlich nicht an Waffen, in deren Besitz sie kamen, ohne Polizeibeamte umzubringen.<\/strong><br \/>\n<strong>Und wenn man der Version dennoch eine Sekunde glauben will: M\u00fcssen Neonazis Hunderte von Kilometer fahren, um Polizeibeamte in Heilbronn zu entwaffnen? Gibt es keine Polizisten in Th\u00fcringen?<\/strong><br \/>\n<strong>Selbst nach offizieller Version handelte der NSU sehr professionell und \u00fcberlegt. Man hat in allen F\u00e4llen das Opfer sehr genau ausgesp\u00e4ht, den Ort, die Umst\u00e4nde, den richtigen Zeitpunkt, einen m\u00f6glichen Fluchtweg genausten erkundet. Gleichfalls hat man daf\u00fcr gesorgt, dass es m\u00f6glichst keine Zeugen f\u00fcr diese Mordanschl\u00e4ge geben konnte.<\/strong><br \/>\n<strong>Nichts, aber auch gar nichts spricht daf\u00fcr, dass NSU-Mitglieder aus Zwickau anreisen, um Polizeibeamte umzubringen, die zuf\u00e4llig auf den Theresienwiese eine Pause machen \u2013 zu einer Zeit, als ca. 150 Schausteller mit Vorbereitungen f\u00fcr das bevorstehende Heilbonner Maifest besch\u00e4ftigt waren.<\/strong><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/wolfwetzel.files.wordpress.com\/2014\/01\/festplatz-theresienwiese-netz.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-5151\" src=\"https:\/\/wolfwetzel.files.wordpress.com\/2014\/01\/festplatz-theresienwiese-netz.jpg?w=300&#038;resize=300%2C225\" alt=\"Festplatz-Theresienwiese\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Was tats\u00e4chlich dort gegen 14 Uhr passiert ist, wei\u00df man bis heute nicht. Sicher ist jedoch, dass f\u00fcr die offizielle Version wenig, bis gar nichts spricht, f\u00fcr einen anderen Ablauf sehr viel:<\/strong><br \/>\n<strong>Die beiden Polizisten hatten am 25.4.2007 nicht zuf\u00e4llig Pause gemacht, sondern waren zu einem Treffen verabredet. Die T\u00e4ter bzw. Beteiligten hatten zuvor Kontakt mit den Polizeibeamten. Dies zu verifizieren, w\u00e4re Aufgabe der Staatsanwaltschaft gewesen. Genau dies wurde vors\u00e4tzlich unterlassen. Das Handy von Mich\u00e8le Kiesewetter wurde nicht sichergestellt, die Verbindungsdaten (der letzten Anrufer, der letzten Telefonate) nicht dokumentiert und ausgewertet. Ebenso unterblieb die Auswertung ihres E-Mail-Verkehrs.<\/strong><br \/>\n<strong>Wenn der Tatort also feststand, konnte man ihn den Umst\u00e4nden entsprechend abgesichern. Zeugen sprechen von mindestens sechs Personen, die sich in Tatortn\u00e4he aufgehalten haben:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p><strong>\u00bb<em>Eine Frau berichtete der Polizei von einem Mann mit blutbeschmiertem Arm, der \u00fcber die Kreuzung lief, ein weiterer Zeuge gab an, drei Verd\u00e4chtige unterhalb der Theresienwiese gesehen zu haben, zwei M\u00e4nner und eine Frau mit wei\u00dfem Kopftuch. Er habe deutlich gesehen, dass einer der M\u00e4nner Blut an den H\u00e4nden hatte und sich die H\u00e4nde im Neckar wusch.<\/em><\/strong><br \/>\n<em> <strong>Ein anderer Mann hat ein Auto warten sehen, auf das eine Person zurannte und hineinhechtete, ebenfalls mit blutbeschmiertem Arm. Das Landeskriminalamt stellte 2009 die Hypothese auf, an der Tat seien wom\u00f6glich bis zu sechs Personen beteiligt gewesen. Es wurden auch zahlreiche Phantombilder erstellt, doch nie wurde mit einem von ihnen gefahndet. Die Ermittler hielten die Angaben f\u00fcr unglaubw\u00fcrdig.\u00ab (welt.de vom 4.1.2014)<\/strong><\/em><br \/>\n<strong><em>Tats\u00e4chlich fand man blutige Taschent\u00fccher, die laut Arnolds Rechtsanwalt Walter Martinek \u00bbbis heute nicht untersucht worden sind<\/em>\u00ab. (NSU-Prozess: \u203aZu viele Zuf\u00e4lle\u2039, Kontext Nr. 147)<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Wenn dort ein gezielter Mord geplant war, dann verlangt das ein planvolles und aufwendiges Vorgehen. Man muss den Weg dorthin sichern, man muss gew\u00e4hrleisten, dass das Treffen unbeobachtet ist. Man muss vor allem daf\u00fcr sorgen, dass man schnell vom Tatort wegkommt. Das muss hochprofessionell geschehen, wenn man davon ausgehen muss, dass in diesem Fall keine \u203aPannen\u2039 passieren w\u00fcrden, sondern eine sofortige Ringfahndung die Antwort w\u00e4re.<\/strong><br \/>\n<strong>Tats\u00e4chlich gibt es Zeugen, die sowohl ein Fahrzeug gesehen haben, als auch einen Mann, der mit blutverschmierten H\u00e4nden in das Auto stieg. Auch die Handlungen des Fahrers sind beschrieben worden: Er rief mehrmals dawei, dawei, was auf russisch bedeutet:<em> schnell, schnell\u2026<\/em><\/strong><br \/>\n<strong>Dass sich am und rund um den Tatort auch V-Leute und V-Mann-F\u00fchrer aufhielten, ist ebenfalls belegt. Das spricht daf\u00fcr, dass dieses Treffen sehr wohl bekannt war und m\u00f6glicherweise auch von Staatsschutzseite abgesichert wurde.<\/strong><br \/>\n<strong>Was bei diesem Treffen geplant war, was m\u00f6glicherweise schief lief, wissen die Ermittlungsbeh\u00f6rden am besten. W\u00e4ren deutsche Beh\u00f6rden, V-Leute nicht in dieses t\u00f6dliche Ereignis involviert, k\u00f6nnte man von einem ganz sicher ausgehen: Man h\u00e4tte jede, auch die kleinste Chance genutzt, um die T\u00e4ter zu finden.<\/strong><br \/>\n<strong>Genau dies ist nicht passiert. Man hatte kein Interesse daran, die M\u00f6rder zu finden.Wenn sich mehrere V-M\u00e4nner und V-Mann-F\u00fchrer in Tatortn\u00e4he aufgehalten haben, dann w\u00e4re ihnen sicherlich auch das Fluchtauto aufgefallen, dann h\u00e4tte sofort eine Fahndung eingeleitet werden k\u00f6nnen. Die Chance der T\u00e4terInnen, unerkannt zu entkommen, w\u00e4re in einem solchen Fall mehr als gering. Die Behauptung, man habe damals keine Spur zu m\u00f6glichen T\u00e4ter gehabt, kann also nur vors\u00e4tzlich falsch sein.<\/strong><br \/>\n<strong>Wenn das Gericht in M\u00fcnchen auch nur im Ansatz ein Interesse daran hat, die offizielle Version zu \u00fcberpr\u00fcfen, dann w\u00e4re die Vorladung der V-Leute und V-Mann-F\u00fchrer, die Beiziehung der Akten eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, um herauszubekommen, was sie an diesem Tag, an diesem Ort machten, welchen Auftrag sie hatten und was sie (nicht) gesehen haben.<\/strong><br \/>\n<strong>Zu den wichtigsten Fahndungsmitteln z\u00e4hlen neben Zeugenaussagen auch Phantombilder von m\u00f6glichen T\u00e4terInnen, die mit Hilfe der Zeugen angefertigt werden.<\/strong><br \/>\n<strong>Von diesen gibt es zahlreiche \u2013 auch solche, die mithilfe des schwer verletzten Polizisten Martin Arnold angefertigt wurden.<\/strong><br \/>\n<strong>Was in jeden anderen Fall ein Gl\u00fccksfall ist, wurde in diesem Fall mit Vorsatz unterlassen: die Staatsanwaltschaft gab die irrsinnige Anweisung, mit diesen Phantombildern nicht zu fahnden.<\/strong><br \/>\n<strong>F\u00fcr diese absichtliche Verhinderung der Aufkl\u00e4rung gibt es eine vern\u00fcnftige Antwort: Die Fahndung mithilfe dieser Phantombilder w\u00fcrde zu T\u00e4tern f\u00fchren, die bis heute gedeckt werden sollen.<\/strong><br \/>\n<strong>Auf den Phantombildern sind 14 Personen zu erkennen: Kein einziges Phantombild \u00e4hnelt auch nur im Ansatz Uwe B\u00f6hnhardt bzw.Uwe Mundlos.<\/strong><br \/>\n&nbsp;<br \/>\n<figure id=\"attachment_4203\" aria-describedby=\"caption-attachment-4203\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/wolfwetzel.files.wordpress.com\/2013\/09\/phantombilder-heilbronn-kontext.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4203\" src=\"https:\/\/wolfwetzel.files.wordpress.com\/2013\/09\/phantombilder-heilbronn-kontext.jpg?w=300&#038;resize=300%2C114\" alt=\"Quelle: Kontext Nr.120\" width=\"300\" height=\"114\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/phantombilder-heilbronn-kontext.jpg?w=620&amp;ssl=1 620w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/phantombilder-heilbronn-kontext.jpg?resize=300%2C115&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4203\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: Kontext Nr.120<\/figcaption><\/figure><br \/>\n<strong>Warum fahnden die Beh\u00f6rden nicht heute mithilfe dieser Phantombilder? Warum lie\u00dfen Freunde von Martin Arnold durchblicken, dass ihr Kollege Angst vor noch lebenden T\u00e4ter habe?<\/strong><br \/>\n<strong>Martin Arnold hat allen Grund, diese Angst zu \u00e4u\u00dfern. Denn die Phantombilder weisen auf einige Neonazis, die der Polizei und dem Verfassungsschutz sehr wohl bekannt sind. Auch eine weitere Annahme ist alles andere gewagt: W\u00fcrde es sich nur um Neonazis handeln, w\u00fcrde man sie im Fall eines Polizistenmordes \u2013 bei aller Sympathie f\u00fcr neonazistische Ideologien \u2013 opfern. Anders verh\u00e4lt es sich jedoch, wenn ihre Festnahme, ihre Anklage dazu f\u00fchren w\u00fcrde, dass sie sich als V-Leute outen w\u00fcrden\/k\u00f6nnten. Dann w\u00e4re es mit dem Korpsgeist, der auch in Baden-W\u00fcrttemberg sehr gepflegt wird, vorbei.<\/strong><br \/>\n<strong>Dann st\u00e4nde die Frage im Raum: Warum wurde dieser Mordanschlag nicht verhindert?<\/strong><\/p>\n<h3><span style=\"color:#ff0000;\"><strong>Organisierte Ahnungslosigkeit<\/strong><\/span><\/h3>\n<p><strong>Im August 2003 traf sich der Referatsleiter f\u00fcr Rechtsextremismus G\u00fcnther Stengel vom LfV Baden-W\u00fcrttemberg mit einem Informanten bzw. Hinweisgeber, der sich mit dem Namen \u203aStauffenberg\u2039 vorstellte: Dieser gab an, dass es eine neonazistische Terrorgruppe namens \u203aNSU\u2039 g\u00e4be. Er nannte namentlich mehrere Mitglieder des NSU. Stengel verfasste am Ende dieses Gespr\u00e4ches einen umfangreichen Bericht. Als dieser auf dem Tisch des Pr\u00e4sidenten des LfV Baden-W\u00fcrttemberg landete, wurde Stengel einbestellt und angewiesen, diesen Bericht zu vernichten. \u00dcbrig bleiben sollte nur einen Vermerk \u00fcber ein ergebnisloses Treffen mit dem Informanten \u2013 was nichts anderes ist, als eine rechtswidrige Anweisung, Beweismittel zu manipulieren.<\/strong><br \/>\n<strong>Von diesem Hinweis aus dem Jahr 2003 erfuhr die \u00d6ffentlichkeit erst, als der damalige Referatsleiter Stengel im Berliner Untersuchungsausschuss am 13.9.2012 als Zeuge befragt wurde. Zum \u00c4rger aller Vorgesetzten erinnerte er sich an diesen Vorgang. <\/strong><\/p>\n<blockquote><p><strong>\u00bb<em>Informant Stauffenberg, so der Zeuge (\u2026), nannte ihm f\u00fcnf Personen. Einer hie\u00df Mundlos. Den habe er sich merken k\u00f6nnen, weil er damals witzelte: das passe ja zu seiner T\u00e4tigkeit als Geheimdienstler. Die vier anderen Namen habe er notiert, wisse sie aber nicht mehr<\/em>.\u00ab (Thomas Moser, Kontext-Zeitung, Ausgabe 77\/2012)<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Doch nicht nur die lange Zeit zwischen 2003 und der Befragung im Jahr 2012 l\u00e4sst offen, an welche Namen er sich noch erinnern kann. In vielen Punkten untersteht er immer noch der Schweigepflicht. Eine Schweigepflicht, die nur dann aufrechterhalten wird, wenn h\u00f6here Staatsinteressen dies gebieten.<\/strong><br \/>\n<strong>Nachdem nicht mehr aus der Welt zu schaffen war, dass deutsche Beh\u00f6rden seit 2003 von der Existenz des \u203aNSU\u2039 wussten, also auch von der starken Einbindung neonazistischer Kader in Baden-W\u00fcrttemberg, setzte die Maschinerie der Verschleierung abermals in Gang: Man behauptete, der Informant sei unglaubw\u00fcrdig, die Hinweise w\u00e4ren nicht tragf\u00e4hig gewesen und das Erinnerungsverm\u00f6gen des ehemaligen Referatsleiters Stengel sei eine Belastung \u2026. <\/strong><\/p>\n<blockquote><p><strong>\u00bb<em>Er wurde observiert. Und zwar so, dass er es bemerken sollte. Er kennt das, er hat selber f\u00fcr das LfV jahrelang Observationen durchgef\u00fchrt und geleitet. Sein Telefon wurde abgeh\u00f6rt, sodass er es merken sollte. An seinem Auto klemmten an der Windschutzscheibe unter den Wischern Zettel mit S\u00e4tzen wie \u203aReden ist Silber, Schweigen ist Gold\u2039. Er geht davon aus, das waren seine Exkollegen \u2026 Stengel bekam Bef\u00f6rderungsstopp und wurde ernstlich krank. Er schied aus dem Dienst aus, 55 Jahre alt<\/em>.\u00ab (Doppelspiel der Schlapph\u00fcte, Kontext Nr. 112\/ 22.05.2013)<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Unbestreitbar ist eines: Die Nennung einer neonazistischen Terrorgruppe namens \u203aNSU\u2039 war keine Erfindung des Informanten, sondern eine Tatsache. Auch der ganz sicher im Ged\u00e4chtnis gebliebenen Name von Uwe Mundlos unterstreicht die Bedeutung dieser Begegnung. Mehr noch: Nimmt man die f\u00fcnf Namen, die der Informant 2003 genannt hatte, belegt dies einmal mehr, dass der NSU nie ein \u203aTrio\u2039 war, sondern aus mehr als drei Mitgliedern bestand. <\/strong><br \/>\n<strong>Selbstverst\u00e4ndlich haben Bundesanwaltschaft und Ermittlungsbeh\u00f6rden noch weitere Hinweise auf m\u00f6gliche T\u00e4ter und Beteiligte am Mordanschlag in Heilbronn 2007.<\/strong><br \/>\n<strong>Im Juni 2011 machte Florian Heilig umfangreiche Aussagen zur Neonaziszene in Heilbronn und zu dem Mordanschlag 2007. Dabei nannte auch er zahlreiche Namen. In dieser Zeit l\u00f6ste er sich aus der Neonaziszene und wurde aufgrund seiner Aussagen ins BIG Rex Aussteigerprogramm des LKA Stuttgart aufgenommen. Am 16.9.2013 sollte er seine Aussagen best\u00e4tigen und pr\u00e4zisieren. Dazu war er bereit, wohlwissend, dass er sich damit in Lebensgefahr begibt. Nach dem Willen der Ermittler brachte sich Florian Heilig aus Liebeskummer, vor allem rechtzeitig um. Er soll sich am 16.9.2013 um 9 Uhr morgens in seinem Auto selbst verbrannt haben: Acht Stunden sp\u00e4ter w\u00e4re der vereinbarte Termin gewesen.<\/strong><br \/>\n<strong>Wenn also der Bundesanwalt Diemer mit professioneller Ahnungslosigkeit erkl\u00e4rt, \u00bb<em>keinerlei Hinweise auf weitere T\u00e4ter<\/em>\u00ab zu haben, dann liegt das nicht am Mangel von Hinweisen, sondern an der Gefahr, die von all diesen Hinweise ausgeht \u2026 wenn man ihnen folgen w\u00fcrde.<\/strong><br \/>\n<strong>Wolf Wetzel<\/strong><br \/>\n3.11.2014<br \/>\n<strong><i><a href=\"http:\/\/wolfwetzel.wordpress.com\/2013\/03\/23\/der-nsu-vs-komplex-wo-fangt-der-nationalsozialistische-untergrundnsu-an-wo-hort-der-staat-auf\/\" target=\"_blank\">Der NSU-VS-Komplex. Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund \u2013 wo h\u00f6rt der Staat auf?<\/a>, <\/i>Unrast Verlag 2013, 180 Seiten, 2.Auflage<\/strong><br \/>\n<strong>Eine leicht gek\u00fcrzte Fassung ist in der Tageszeitung <i>Junge Welt<\/i> vom 22.1.2013 ver\u00f6ffentlicht: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/01-22\/024.php\" target=\"_blank\"><i>Aufkl\u00e4rung unerw\u00fcnscht<\/i><\/a><\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/wolfwetzel.files.wordpress.com\/2014\/01\/aufklc3a4rung-unerwc3bcnscht-jw.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4611\" src=\"http:\/\/wolfwetzel.files.wordpress.com\/2014\/01\/aufklc3a4rung-unerwc3bcnscht-jw.jpg?resize=90%2C90\" alt=\"Aufkl\u00e4rung unerw\u00fcnscht-jW\" width=\"90\" height=\"90\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Eine ausf\u00fchrliche Recherche zum Mordanschlag in Heilbronn 2007 findet sich hier:<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/wolfwetzel.wordpress.com\/2013\/09\/04\/der-mordanschlag-auf-polizisten-in-heilbronn-2007-drei-plus-x\/\" target=\"_blank\"><strong>Der Mordanschlag auf Polizisten in Heilbronn 2007 -Drei plus\u00a0X<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Views: 635<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum wurde der Mordanschlag in Heilbronn 2007 nicht verhindert? aktualisiert am 3.11.2014 \u00bbSo ist weiterhin ungekl\u00e4rt, warum dieses Trio all die Jahre nicht entdeckt wurde. 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