{"id":2037,"date":"2010-07-06T23:01:07","date_gmt":"2010-07-06T21:01:07","guid":{"rendered":"http:\/\/wolfwetzel.wordpress.com\/?p=2037"},"modified":"2010-07-06T23:01:07","modified_gmt":"2010-07-06T21:01:07","slug":"7-7-2010-der-ball-rollt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2010\/07\/06\/7-7-2010-der-ball-rollt\/","title":{"rendered":"7.7.2010 &#8211; Der Ball rollt&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00bbAktionsgruppe Georg B\u00fcchner\u00ab rief zur Konferenz, und Vertreter von knapp 30 Organisationen kamen. Blockadekonzept f\u00fcr den Herbst vorgestellt<\/strong><\/p>\n<address><strong>Wolf Wetzel<\/strong><\/address>\n<p><strong>Den Ball ins Rollen gebracht hat die \u00bbAktionsgruppe Georg B\u00fcchner\u00ab. Im Juni schlug sie eine bundesweite Kampagne zur Belagerung einer \u00bbsystemischen\u00ab Bank vor (jW berichtete). Ziel soll es sein, im Herbst eine Zentrale des Finanzsektors unter dem Motto \u00bbDie Verursacher und Profiteure der Krise blockieren\u00ab f\u00fcr einen kompletten Arbeitstag lahm zu legen. Am vergangenen Wochenende fand in Frankfurt am Main eine erste Konferenz statt, um die Idee vorzustellen und weiterzuentwickeln.<\/strong><\/p>\n<blockquote><p><em><strong>Es gehe um einen Streik,  der den \u203asozialen Frieden\u2039 aufk\u00fcndigt, so die Initiatoren. In einer  Wirtschaftsordnung, \u00bbdie uns nur als \u203aKostenfaktor\u2039 f\u00fchrt, mu\u00df der Preis  erh\u00f6ht werden\u00ab. Angesichts des selbst erwirtschafteten Schadens von  \u00fcber einer Billion Euro stelle jeder Tag, an dem das Bankengesch\u00e4ft  ruht, keinen Verlust, sondern einen gesellschaftlichen Gewinn dar.<\/strong><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><strong><!--more--><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wichtigstes Anliegen der Organisatoren war es, zun\u00e4chst in der Region eine m\u00f6glichst breite Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Aktionsaufruf zu bekommen. Die Beteiligung \u00fcbertraf alle Erwartungen: \u00dcber 50 Personen und Aktivisten aus 29 Organisationen kamen in die Bankenstadt. Die Vorstellungsrunde ergab eine beeindruckende Breite, die von lokalen Gruppen wie AKU Wiesbaden, Rhein-Main B\u00fcndnis gegen Sozialabbau und Billiglohn, \u00fcber ATTAC, DKP, Die Linke, solid, Verdi Erwerbslose bis hin zu Gruppierungen aus dem antifaschistischen Spektrum, zum Beispiel von der Berliner ALB und der D\u00fcsseldorfer Antifa KOK, reichte. Gr\u00f6\u00dfer als erhofft war auch die Zustimmung zum Aktionskonzept, so da\u00df nicht lange gez\u00f6gert wurde: Die Konferenz legte mit dem 18. Oktober bereits ein Datum f\u00fcr den Tag X fest.<\/strong> <strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Diskussion hatte die \u00bbAG Georg B\u00fcchner\u00ab eine Reihe von Fragestellungen vorangestellt. Erstens ging es um das Ziel der Aktion, darum, ob ein \u00bbSpektakel\u00ab oder der Auftakt zu einer dauerhaften Betriebsst\u00f6rung organisiert werden solle. <span style=\"color:#ff0000;\">Es gehe um einen Streik, der den \u203asozialen Frieden\u2039 aufk\u00fcndigt, so die Initiatoren. In einer Wirtschaftsordnung, \u00bbdie uns nur als \u203aKostenfaktor\u2039 f\u00fchrt, mu\u00df der Preis erh\u00f6ht werden\u00ab. Angesichts des selbst erwirtschafteten Schadens von \u00fcber einer Billion Euro stelle jeder Tag, an dem das Bankengesch\u00e4ft ruht, keinen Verlust, sondern einen gesellschaftlichen Gewinn dar.<\/span><\/strong> <strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Zweitens ging es um die Frage nach den im Aufruf genannten Forderungen. F\u00fcr die einen sind sie zu reformistisch, f\u00fcr die anderen bereits illusorisch, zum Beispiel die nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Manchen fehlen system\u00fcberwindende Forderungen. \u00bbFakt ist\u00ab, so die AG, \u00bbda\u00df wir selbst f\u00fcr die bravste Forderung keine Handlungsmacht haben, die diese erzwingen k\u00f6nnte.\u00ab Die Forderungen markierten die politischen Spektren, die zusammen agieren sollen. <span style=\"color:#ff0000;\">\u00bbDie Entschlossenheit, die Radikalit\u00e4t des Aktionsaufrufs m\u00f6chten sich also nicht an den Forderungen messen lassen, sondern an der verabredeten und umgesetzten Praxis\u00ab, so die Empfehlung der B\u00fcchner-AG.<\/span><\/strong> <strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Drittens ging es in Frankfurt um die Frage, was denn blockiert werden soll, eine \u00bbsystemrelevante Bank\u00ab oder die B\u00f6rse? Dazu stellte die AG zwei Pl\u00e4doyers zur Diskussion. Im ersten Vortrag wurde sich f\u00fcr die Frankfurter B\u00f6rse ausgesprochen, da sie ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal besitze: \u00bbDie Frankfurter B\u00f6rse ist als mediales Bild (\u203aB\u00f6rse Im Ersten\u2039) allen pr\u00e4sent, sie ist die wichtigste B\u00f6rse in Deutschland\u00ab. Der zweite Vorschlag empfahl eine der \u00bbsystemischen\u00ab Banken. In der Begr\u00fcndung hie\u00df es: \u00bbW\u00e4hrend die Deutsche Bank eine besondere Rolle bei der Abwicklung der HRE-Krise \u00fcbernahm und hier exemplarisch erpresserisch agierte, kam sie selbst ohne Staatsknete aus.\u00ab Ihr Chef Josef Ackermann sei f\u00fcr viele Menschen das Gesicht der Finanzkrise. Die Commerzbank spiele eine \u00e4hnlich herausgehobene Rolle, konnte aber die Finanzkrise nur Dank Milliardenhilfe des Bundes \u00fcberleben. Zudem spiele die Commerzbank eine zentrale Rolle im \u00bbCeller Trialog\u00ab, einem Diskussionsforum von Vertretern der Banken, Konzerne und des Milit\u00e4rs. Daher sei sie auch aus antiimperialistischer und antimilitaristischer Sicht ein herausgehobenes Ziel. Am Ende wurde diese Frage nicht entschieden. Sie wird sp\u00e4testens auf der n\u00e4chsten Aktionskonferenz am 21. August in Frankfurt wieder auf dem Tisch liegen.<\/strong><\/p>\n<h5><strong>Unser Autor ist Mitglied der \u00bbAG Georg B\u00fcchner\u00ab; der Aufruf \u00bbDie Verursacher und Profiteure der Krise blockieren!\u00ab steht unter aufstand.blogsport.de<\/strong><\/h5>\n<p><strong>Quelle: Junge Welt vom 7.7.2010<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/abebe3aec3b74c1e97919faa87866b19\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Views: 181<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbAktionsgruppe Georg B\u00fcchner\u00ab rief zur Konferenz, und Vertreter von knapp 30 Organisationen kamen. 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