{"id":12288,"date":"2022-03-30T16:32:19","date_gmt":"2022-03-30T14:32:19","guid":{"rendered":"https:\/\/wolfwetzel.de\/?p=12288"},"modified":"2022-04-02T20:21:44","modified_gmt":"2022-04-02T18:21:44","slug":"der-krieg-und-die-anarchistinnen-in-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2022\/03\/30\/der-krieg-und-die-anarchistinnen-in-der-ukraine\/","title":{"rendered":"Der Krieg und die Anarchist*innen in der Ukraine"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Der Krieg und die Anarchist*innen<\/strong><\/h1>\n<p>Ich m\u00f6chte euch diesem Text zukommen lassen, den Anarchist*innen aus der Ukraine geschrieben haben. Er ist aus mehreren Gr\u00fcnden lesenswert:<\/p>\n<p>AnarchistInnen spielen auch in der Ukraine so gut wie keine Rolle. Sie sind also in keinerlei Machtambitionen involviert.<\/p>\n<p>Man kann ihnen guten Gewissens abnehmen, dass sie weder den ukrainischen, noch den russischen Kapitalismus bevorzugen. Sie werden in beiden L\u00e4ndern verfolgt.<\/p>\n<p>AnarchistInnen wie alle Linke auf der Welt befinden sich einer fast unheimlichen politischen Defensive. Sie sind \u2013 nicht nur was den Krieg angeht \u2013 zerstritten und habe dieselben M\u00fchen, diesen Konflikt produktiv auszutragen.<\/p>\n<p>Gerade deshalb ist der Beitrag erfreulich, denn er beschreibt recht genau die vielen politischen Gr\u00e4ben, die mit dem Krieg eher noch tiefer geworden sind: AnarchistInnen im profaschistischen Asow-Bataillon \u2026 AnarchistInnen auf Seiten der \u201eUkraine\u201c, gegen das noch schlimmere \u201eRussland\u201c \u2026<\/p>\n<p>Und wir erfahren etwas von einem Dilemma, das \u00fcberall auf der Welt sehr \u00e4hnlich w\u00e4re. Wie verh\u00e4lt man sich in einer kriegerischen Situation, in der man auf keiner der beiden Seiten gemocht wird, aber dennoch sich entscheiden muss (f\u00fcr eine?).<\/p>\n<p>Sich mit diesen Gr\u00fcnden und Abw\u00e4gungen auseinanderzusetzen, ist wirklich produktiv, mit der Hoffnung auf spannende Reaktionen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>\u201eDer Krieg und die Anarchist*innen: Anti-Autorit\u00e4re Perspektiven in der Ukraine (2022)<\/strong><\/h2>\n<p>Dieser Text wurde von mehreren antiautorit\u00e4ren Aktivist*innen aus der Ukraine gemeinsam verfasst. Wir repr\u00e4sentieren keine Organisation, aber wir sind zusammen gekommen, um diesen Text zu schreiben und uns auf einen m\u00f6glichen Krieg vorzubereiten.<\/p>\n<p>Au\u00dfer von uns wurde der Text von mehr als zehn Personen redigiert, darunter Teilnehmende an den im Text beschriebenen Ereignissen, Journalist*innen, die die Richtigkeit unserer Ausf\u00fchrungen \u00fcberpr\u00fcften, und Anarchist*innen aus Russland, Belarus und Europa. Wir haben viele Korrekturen und Hinweise eingearbeitet und versucht, den Text m\u00f6glichst objektiv zu halten.<\/p>\n<p>Wir wissen nicht, ob die antiautorit\u00e4re Bewegung einen Krieg \u00fcberleben wird, aber wir werden es versuchen. In der Zwischenzeit ist dieser Text ein Versuch, die Erfahrungen, die wir gesammelt haben, online zu stellen.<\/p>\n<p><em>[Eine Audio-Version des Textes findet ihr <\/em><a href=\"https:\/\/fratzig-vorgelesen.de\/?p=249\"><em>hier<\/em><\/a><em> und gedruckt kann der Text <\/em><a href=\"https:\/\/black-mosquito.org\/de\/der-krieg-und-die-anarchist-innen-anti-autoritare-perspektiven-in-der-ukraine.html\"><em>hier<\/em><\/a><em> bestellt werden]<\/em><\/p>\n<p>Zurzeit wird in der Welt \u00fcber einen m\u00f6glichen Krieg zwischen Russland und der Ukraine intensiv diskutiert. An dieser Stelle m\u00fcssen wir klarstellen, dass der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bereits seit 2014 im Gange ist.<\/p>\n<p>Aber alles der Reihe nach.<\/p>\n<h2><strong>Die Maidan-Proteste in Kiew<\/strong><\/h2>\n<p>Im Jahr 2013 kam es in der Ukraine zu Massenprotesten. Ausgel\u00f6st wurden sie als die Berkut (Spezialeinheiten der Polizei), protestierende Student*innen verpr\u00fcgelte, die gegen die Weigerung des damaligen Pr\u00e4sidenten Viktor Janukowitsch, das Assoziierungsabkommen mit der Europ\u00e4ischen Union zu unterzeichnen, protestierten. Diese Auseinandersetzung war f\u00fcr gro\u00dfe Teile der Gesellschaft eine Initialz\u00fcndung. Allen wurde klar, dass Janukowitsch die Grenze \u00fcberschritten hatte. Die Proteste f\u00fchrten schlie\u00dflich dazu, dass der Pr\u00e4sident fl\u00fcchtete.<\/p>\n<p>In der Ukraine werden diese Ereignisse als \u00bb<em>Revolution der W\u00fcrde<\/em>\u00ab bezeichnet. Die russische Regierung stellt sie als einen Nazi-Putsch, ein Projekt des US-Au\u00dfenministeriums usw. dar. Die Demonstrant*innen selbst waren ein bunter Haufen: Rechtsextreme Aktivist*innen mit ihren Symbolen, liberale Politiker*innen, die \u00fcber europ\u00e4ische Werte und die europ\u00e4ische Integration sprachen, b\u00fcrgerliche Ukrainer*innen, die gegen die Regierung auf die Stra\u00dfe gingen, und ein paar Linke. Unter den Demonstrant*innen herrschten anti-oligarchische Einstellungen vor; \u2013 w\u00e4hrend Oligarchen, die Janukowitsch nicht unterst\u00fctzten, die Proteste finanzierten, weil er und sein enger Kreis w\u00e4hrend seiner Amtszeit versucht hatten, das Gro\u00dfkapital zu monopolisieren. F\u00fcr andere Oligarchen stellte der Protest also eine Chance dar, ihre Unternehmen zu retten. Auch viele mittelst\u00e4ndische und kleine Gesch\u00e4ftsleute nahmen an den Protesten teil, weil Janukowitschs Leute sie nicht frei arbeiten lie\u00dfen und Geld von ihnen verlangten. Die breite Bev\u00f6lkerung war unzufrieden mit dem hohen Ma\u00df an Korruption und der Willk\u00fcr der Polizei. Die Nationalist*innen, die Janukowitsch mit der Begr\u00fcndung ablehnten, er sei ein pro-russischer Politiker, gewannen wieder deutlich an Einfluss. Belarussische und russische Exilant*innen schlossen sich den Protesten an, da sie Janukowitsch als Freund der belarussischen und russischen Diktatoren Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin ansahen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12289\" aria-describedby=\"caption-attachment-12289\" style=\"width: 1023px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12289 size-full\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Maidan-2014-2.jpg?resize=700%2C469&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"469\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Maidan-2014-2.jpg?w=1023&amp;ssl=1 1023w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Maidan-2014-2.jpg?resize=300%2C201&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Maidan-2014-2.jpg?resize=768%2C515&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Maidan-2014-2.jpg?resize=120%2C80&amp;ssl=1 120w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12289\" class=\"wp-caption-text\">Maidan 2014<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn du Videos von der Maidan-Kundgebung gesehen hast, ist dir vielleicht aufgefallen, dass der Grad der Gewalt hoch war; die Demonstrant*innen hatten keinen Ort, an den sie sich zur\u00fcckziehen konnten, also mussten sie bis zum bitteren Ende k\u00e4mpfen. Die Berkut umh\u00fcllte Blendgranaten mit Schraubenmuttern, die nach der Explosion Splitterwunden hinterlie\u00dfen und einigen Menschen ins Auge flogen; deshalb gab es viele Verletzte. In der Schlussphase des Konflikts setzten die Sicherheitskr\u00e4fte milit\u00e4rische Waffen ein und t\u00f6teten 106 Demonstrant*innen.<\/p>\n<p>Als Reaktion darauf stellten die Demonstrant*innen selbstgebaute Granaten und Sprengstoffe her und brachten Schusswaffen auf den Maidan. Die Herstellung von Molotow-Cocktails wurde von kleinen Einheiten \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Bei den Maidan-Protesten 2014 setzten die Machthaber*innen S\u00f6ldner*innen (<em>Tituschkas<\/em>) ein; gaben ihnen Waffen, koordinierten sie und versuchten, sie als organisierte loyale Kr\u00e4fte einzusetzen. Es kam zu K\u00e4mpfen mit Kn\u00fcppeln, H\u00e4mmern und Messern.<\/p>\n<p>Entgegen der Darstellung, der Maidan-Protest sei eine \u00bbManipulation durch die EU und die NATO\u00ab, hatten die Bef\u00fcrworter*innen der europ\u00e4ischen Integration zu einem friedlichen Protest aufgerufen und die militanten Demonstrant*innen als Handlanger*innen verspottet. Die EU und die Vereinigten Staaten kritisierten die Besetzung von Regierungsgeb\u00e4uden. Selbstverst\u00e4ndlich beteiligten sich \u203apro-westliche\u2039 Kr\u00e4fte und Organisationen an dem Protest, aber sie kontrollierten ihn nicht insgesamt. Verschiedene politische Kr\u00e4fte, darunter die extreme Rechte, mischten sich aktiv in die Bewegung ein und versuchten ihre Agenda zu beeinflussen. Sie fanden sich schnell zurecht und wurden zu einer organisierenden Kraft, da sie die ersten Kampfgruppen aufstellten und alle einluden, sich ihnen anzuschlie\u00dfen \u2013 und sich von ihnen ausbilden und anleiten zu lassen.<\/p>\n<p>Allerdings war keine der Kr\u00e4fte absolut dominant. Der Grundtenor war, dass es sich um eine spontane Protestbewegung handelte, die sich gegen das korrupte und unpopul\u00e4re Janukowitsch-Regime richtete. Vielleicht kann der Maidan als eine der vielen \u00bbgestohlenen Revolutionen\u00ab eingestuft werden. Die Opfer und Anstrengungen Zehntausender gew\u00f6hnlicher Menschen wurden von einer Handvoll Politiker*innen zunichte gemacht, die sich ihren Weg zur Herrschaft und Kontrolle \u00fcber die Wirtschaft bahnten.<\/p>\n<h2><strong>Die Rolle der Anarchist*innen bei den Protesten 2014<\/strong><\/h2>\n<p>Auch wenn Anarchist*innen in der Ukraine auf eine lange Geschichte zur\u00fcckblicken k\u00f6nnen, wurden w\u00e4hrend der Herrschaft Stalins alle, die in irgendeiner Weise mit den Anarchist*innen in Verbindung standen, unterdr\u00fcckt. Die Bewegung starb aus, was zur Folge hatte, dass die Weitergabe revolution\u00e4rer Erfahrungen zum Erliegen kam. In den 1980er Jahren begann sich die Bewegung dank der Bem\u00fchungen von Historiker*innen zu erholen, und in den 2000er Jahren erhielt sie durch die Entwicklung von Subkulturen und Antifaschismus einen gro\u00dfen Auftrieb. Doch im Jahr 2014 war sie noch nicht bereit f\u00fcr ernsthafte historische Herausforderungen.<\/p>\n<p>Vor dem Ausbruch der Proteste waren die Anarchist*innen als individuelle Aktivist*innen oder in kleinen Gruppen verstreut. Nur wenige waren der Meinung, dass die Bewegung organisiert und revolution\u00e4r sein sollte. Zu den bekannten Organisationen, die sich auf solche Ereignisse vorbereiteten, geh\u00f6rte die \u203aRevolution\u00e4re Konf\u00f6deration der Anarcho-Syndikalisten von Makhno\u2039 (RKAS von Makhno), die sich jedoch zu Beginn der Unruhen selbst aufl\u00f6ste, da sie keine Strategie f\u00fcr die neue Situation entwickeln konnte.<\/p>\n<p>Die Ereignisse auf dem Maidan waren vergleichbar mit einer Situation, in der du einer direkten Auseinandersetzung mit den Spezialeinheiten nicht mehr entkommen kannst und du gezwungen bist entschlossen zu handeln \u2013 dein Arsenal aber nur aus Punk-Texten, Veganismus, 100 Jahre alten B\u00fcchern und bestenfalls aus der Erfahrung der Teilnahme am antifaschistischen Widerstand auf der Stra\u00dfe und an lokalen sozialen Konflikten besteht. Folglich herrschte gro\u00dfe Verwirrung, als die Leute versuchten zu verstehen, was vor sich ging.<\/p>\n<p>Zu diesem Zeitpunkt war es nicht m\u00f6glich, eine gemeinsame Perspektive auf die Situation zu entwickeln. Die Anwesenheit der Rechtsextremen auf den Stra\u00dfen hielt viele Anarchist*innen davon ab, die Proteste zu unterst\u00fctzen, da sie nicht neben den Nazis auf der gleichen Seite der Barrikaden stehen wollten. Dies brachte eine Menge Kontroversen in die Bewegung; einige Leute beschuldigten diejenigen, die sich entschlossen, sich den Protesten anzuschlie\u00dfen, des Faschismus.<\/p>\n<p>Die Anarchist*innen, die an den Protesten teilnahmen, waren mit der Brutalit\u00e4t der Polizei und mit Janukowitsch selbst und seiner pro-russischen Haltung unzufrieden. Sie konnten jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf die Proteste nehmen, da sie im Wesentlichen zu den Au\u00dfenseiter*innen z\u00e4hlten.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich beteiligten sich die Anarchist*innen einzeln und in kleinen Gruppen an der Maidan-Revolution, haupts\u00e4chlich in nicht-militanten Initiativen und Hilfspositionen. Nach einer Weile beschlossen sie, zusammenzuarbeiten und ihre eigene \u203aHundertschaft\u2039 (eine Kampfgruppe von 60-100 Personen) zu bilden. Doch bei der Registrierung der Einheit (ein obligatorisches Verfahren auf dem Maidan) wurden die zahlenm\u00e4\u00dfig unterlegenen Anarchist*innen von den rechtsextremen Teilnehmenden mit Waffen auseinander getrieben. Die Anarchist*innen blieben, versuchten aber nicht mehr, gro\u00dfe organisierte Gruppen zu bilden.<\/p>\n<p>Unter den auf dem Maidan Get\u00f6teten befand sich der Anarchist Sergei Kemsky, der ironischerweise postmortem zum Helden der Ukraine ernannt wurde. Er wurde in der hei\u00dfen Phase der Konfrontation mit den Sicherheitskr\u00e4ften von einem Scharfsch\u00fctzen erschossen. W\u00e4hrend der Proteste richtete Sergei einen Appell an die Demonstrant*innen mit dem Titel \u00bbH\u00f6rst du es, Maidan?\u00ab, in dem er m\u00f6gliche Wege zur Entwicklung der Revolution skizzierte und dabei die Aspekte der direkten Demokratie und der sozialen Transformation hervorhob. Der Text ist <a href=\"http:\/\/theanarchistlibrary.org\/library\/serhiy-kemsky-do-you-hear-maidan\">hier auf Englisch<\/a>. verf\u00fcgbar.<\/p>\n<h2><strong>Der Beginn des Krieges: Die Annexion der Krim<\/strong><\/h2>\n<p>Der bewaffnete Konflikt mit Russland begann vor acht Jahren, in der Nacht vom 26. auf den 27. Februar 2014, als das Parlamentsgeb\u00e4ude und der Ministerrat der Krim von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gr%C3%BCne_M%C3%A4nnchen\">unbekannten bewaffneten M\u00e4nnern<\/a> in ihre Gewalt gebracht wurden. Sie benutzten russische Waffen, Uniformen und Ausr\u00fcstung, trugen aber nicht die Symbole der russischen Armee. Putin hat die Beteiligung des russischen Milit\u00e4rs an dieser Operation damals bestritten, sie allerdings sp\u00e4ter pers\u00f6nlich in dem dokumentarischen Propagandafilm <a href=\"https:\/\/smotrim.ru\/video\/1188898\">\u00bbKrim: Der Weg in die Heimat\u00ab<\/a> zugegeben.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang muss mensch wissen, dass die ukrainische Armee zur Zeit Janukowitschs in einem sehr schlechten Zustand war. Die provisorische Regierung der Ukraine wusste, dass auf der Krim eine regul\u00e4re russische Armee mit 220.000 Soldat*innen operierte, und wagte es nicht, sich ihr entgegenzustellen.<\/p>\n<p>Nach der Besetzung waren viele Bewohner*innen mit Repressionen konfrontiert, die bis zum heutigen Tag andauern. Auch unsere Genoss*innen geh\u00f6ren zu den Betroffen. Wir k\u00f6nnen kurz auf einige der bekanntesten F\u00e4lle eingehen. Der Anarchist Alexander Koltschenko wurde zusammen mit dem pro-demokratischen Aktivisten Oleg Sentsov verhaftet und am 16. Mai 2014 nach Russland \u00fcberstellt; f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter wurden sie im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigelassen. Der Anarchist Alexei Shestakovich wurde gefoltert, mit einer Plastikt\u00fcte auf dem Kopf gew\u00fcrgt, geschlagen und mit Vergeltungsma\u00dfnahmen bedroht; ihm gelang die Flucht. Der Anarchist Evgeny Karakashev wurde 2018 wegen des Teilen eines Beitrages auf Vkontakte (einem sozialen Netzwerk) verhaftet; er befindet sich weiterhin in Haft.<\/p>\n<h2><strong>Desinformation<\/strong><\/h2>\n<p>In russischsprachigen St\u00e4dten in der N\u00e4he der russischen Grenze fanden pro-russische Kundgebungen statt. Die Teilnehmenden f\u00fcrchteten die NATO, radikale Nationalist*innen und Repressionen gegen die russischsprachige Bev\u00f6lkerung. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR gab es zwischen vielen Haushalten in der Ukraine, in Russland und in Belarus famili\u00e4re Bindungen, aber die Ereignisse auf dem Maidan f\u00fchrten zu einem schweren Bruch in den pers\u00f6nlichen Beziehungen. Diejenigen, die sich au\u00dferhalb Kiews aufhielten und das russische Fernsehen verfolgten, waren davon \u00fcberzeugt, dass Kiew von einer Nazi-Junta eingenommen worden war und dass es dort \u203aS\u00e4uberungsaktionen\u2039 gegen die russischsprachige Bev\u00f6lkerung gab.<\/p>\n<p>Russland startete eine Propagandakampagne mit folgenden Botschaften: \u203aBestrafer\u2039, d. h. Nazis, kommen von Kiew nach Donezk, sie wollen die russischsprachige Bev\u00f6lkerung vernichten (obwohl Kiew auch eine \u00fcberwiegend russischsprachige Stadt ist). In ihren Desinformationsmeldungen verwendeten die Propagandist*innen Fotos der extremen Rechten und verbreiteten alle Arten von Fake News. W\u00e4hrend der Feindseligkeiten tauchte eine der gef\u00e4hrlichsten Falschmeldungen auf: die angebliche Kreuzigung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gekreuzigter_Junge\">eines dreij\u00e4hrigen Jungen<\/a>, der angeblich an einen Panzer gebunden und \u00fcber die Stra\u00dfe geschleift wurde. In Russland wurde diese Geschichte auf staatlichen Sendern ausgestrahlt und verbreitete sich im Internet.<\/p>\n<p>Unserer Meinung nach spielte 2014 die Desinformation eine Schl\u00fcsselrolle bei der Entstehung des bewaffneten Konflikts: Einige Einwohner*innen von Donezk und Lugansk hatten Angst, dass sie get\u00f6tet werden k\u00f6nnten, und griffen deshalb zu den Waffen und riefen nach Putins Truppen.<\/p>\n<h2><strong>Bewaffneter Konflikt im Osten der Ukraine<\/strong><\/h2>\n<p>Igor Girkin hat laut <a href=\"https:\/\/novayagazeta.ru\/news\/2014\/11\/20\/108018-strelkov-spuskovoy-kryuchok-voyny-nazhal-ya\">seinen eigenen Worten<\/a>, \u00bbden Startschuss zum Krieg abgegeben\u00ab. Girkin, Oberst des FSB (Staatssicherheitsdienst, Nachfolger des KGB) der Russisch\u00aden F\u00f6deration und Anh\u00e4nger des russischen Imperialismus, beschloss, die pro-russischen Proteste zu radikalisieren. Er \u00fcberquerte mit einer bewaffneten Gruppe von Russen die Grenze und besetzte (am 12. April 2014) das Geb\u00e4ude des Innenministeriums in Slawjansk, um Waffen in Besitz zu nehmen. Pro-russische Sicherheitskr\u00e4fte begannen, sich Girkin anzuschlie\u00dfen. Als Informationen \u00fcber Girkins bewaffnete Gruppen auftauchten, k\u00fcndigte die Ukraine eine Anti-Terror-Operation an.<\/p>\n<p>Ein Teil der ukrainischen Gesellschaft war entschlossen, die nationale Souver\u00e4nit\u00e4t zu sch\u00fctzen. Dabei waren sie sich bewusst, dass die Armee nur \u00fcber geringe Kapazit\u00e4ten verf\u00fcgte, und organisierte eine gro\u00dfe Freiwilligenbewegung. Diejenigen, die in milit\u00e4rischen Angelegenheiten einigerma\u00dfen kompetent waren, wurden Ausbilder*innen oder bildeten Freiwilligenbataillone. Einige Menschen schlossen sich der regul\u00e4ren Armee und den Freiwilligenbataillonen als humanit\u00e4re Freiwillige an. Sie sammelten Geld f\u00fcr Waffen, Lebensmittel, Munition, Treibstoff, Transportmittel, die Anmietung von Zivilfahrzeugen und \u00c4hnliches. Oft waren die Teilnehmer*innen der Freiwilligenbataillone besser bewaffnet und ausger\u00fcstet als die Soldaten der staatlichen Armee. Diese Bataillone bewiesen ein hohes Ma\u00df an Solidarit\u00e4t und Selbstorganisation und \u00fcbernahmen faktisch die staatlichen Aufgaben der Territorialverteidigung, sodass die (damals schlecht ausger\u00fcstete) Armee in der Lage war, dem Feind erfolgreich zu widerstehen.<\/p>\n<p>Die von den pro-russischen Kr\u00e4ften kontrollierten Gebiete begannen rasch zu schrumpfen. Dann griff die regul\u00e4re russische Armee ein.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen drei wichtige Zeitpunkte hervorheben:<\/p>\n<p>1) Das ukrainische Milit\u00e4r realisierte, dass Waffen, Freiwillige und Milit\u00e4rspezialist*innen aus Russland kamen. Daher begannen sie am 12. Juli 2014 eine Operation an der ukrainisch-russischen Grenze. W\u00e4hrend des Vormarsches wurde das ukrainische Milit\u00e4r jedoch von russischer Artillerie angegriffen und die Operation scheiterte. Die Streitkr\u00e4fte erlitten schwere Verluste. 2) Die ukrainischen Streitkr\u00e4fte versuchten Donezk zu besetzen. Bei ihrem Vormarsch wurden sie in der N\u00e4he von Ilowaisk von regul\u00e4ren russischen Truppen umzingelt. Bekannte von uns, die einem der Freiwilligenbataillone angeh\u00f6rten, wurden ebenfalls gefangen genommen. Sie erlebten das russische Milit\u00e4r aus erster Hand. Nach drei Monaten konnten sie im Rahmen eines Kriegsgefangenenaustauschs zur\u00fcckkehren. 3) Die ukrainische Armee kontrollierte die Stadt Debaltseve, die \u00fcber einen gro\u00dfen Eisenbahnknotenpunkt verf\u00fcgte. Dadurch wurde die direkte Verbindungsstra\u00dfe zwischen Donezk und Lugansk unterbrochen. Am Vorabend der Verhandlungen zwischen Poroschenka (dem damaligen Pr\u00e4sidenten der Ukraine) und Putin, die einen langfristigen Waffenstillstand einleiten sollten, wurden ukrainische Stellungen von Einheiten angegriffen, die von russischen Truppen unterst\u00fctzt wurden. Die ukrainische Armee wurde erneut eingekesselt und erlitt schwere Verluste.<\/p>\n<p>Im Moment (Februar 2022) haben sich die Parteien auf einen Waffenstillstand und einen bedingten \u203aWaffenstillstand\u2039 geeinigt, der trotz st\u00e4ndiger Verst\u00f6\u00dfe eingehalten wird. Jeden Monat sterben mehrere Menschen.<\/p>\n<p>Russland bestreitet die Anwesenheit regul\u00e4rer russischer Truppen und die Lieferung von Waffen in Gebiete, die nicht unter der Kontrolle der ukrainischen Beh\u00f6rden stehen. Die gefangen genommenen <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-europe-28949582\">russischen Soldat*innen<\/a> behaupten, sie seien f\u00fcr eine \u00dcbung in Alarmbereitschaft versetzt worden und h\u00e4tten erst bei ihrer Ankunft am Zielort gemerkt, dass sie sich mitten im Krieg in der Ukraine befanden. Bevor sie die Grenze \u00fcberquerten, entfernten sie die Symbole der russischen Armee, so wie es ihre Kolleg*innen auf der Krim taten. In Russland haben Journalist*innen Friedh\u00f6fe von <a href=\"https:\/\/glasnostgone.org\/2020\/10\/07\/mass-graves-russias-dead-soldiers-in-ukraine-or-russias-victims\/\">gefallenen Soldat*innen gefunden<\/a>, auf denen allerdings alle Informationen \u00fcber ihren Tod fehlen: Die Grabinschriften auf den Grabsteinen geben <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/russian\/features-53598627\">als Todesdatum nur das Jahr 2014 an<\/a>.<\/p>\n<h2><strong>Unterst\u00fctzer*innen der nicht anerkannten Republiken<\/strong><\/h2>\n<p>Auch die ideologische Basis der Maidan-Gegner*innen war vielf\u00e4ltig. Die wichtigsten gemeinsamen \u00dcberzeugungen waren die Ablehnung der Gewalt gegen die Polizei und die Ablehnung der Ausschreitungen in Kiew. Menschen, die mit russischen Kulturerz\u00e4hlungen, Filmen und Musik aufgewachsen sind, hatten Angst vor der Zerst\u00f6rung der russischen Sprache. Anh\u00e4nger*innen der UdSSR und Bewunderer*innen ihres Sieges im Zweiten Weltkrieg glaubten, dass die Ukraine mit Russland verb\u00fcndet sein sollte, und waren ungl\u00fccklich \u00fcber den Aufstieg radikaler Nationalist*innen. Die Anh\u00e4nger*innen des Russischen Kaiserreiches sahen in den Maidan-Protesten eine Bedrohung des russischen Reichsgebietes. Die Vorstellungen dieser Verb\u00fcndeten lassen sich anhand dieses Fotos erkl\u00e4ren, das die Flaggen der UdSSR, des Russischen Kaiserreichs und das St. Georgs-Band (als Symbol f\u00fcr den Sieg im Zweiten Weltkrieg) zeigt. Wir k\u00f6nnten sie als autorit\u00e4re Konservative bezeichnen, als Verfechter der alten Ordnung.<\/p>\n<p>Die pro-russische Seite bestand aus Angeh\u00f6rigen der Polizei, der Wirtschaft, der Politik und aus dem Milit\u00e4r, die mit Russland sympathisierten; gew\u00f6hnlichen B\u00fcrger*innen, die durch Fake News ver\u00e4ngstigt waren; verschiedenen ultrarechten Einzelpersonen, darunter russische Patriot*innen und verschiedene Arten von Monarchist*innen; pro-russischen Imperialist*innen; aus der Task-Force-Gruppe \u203aRusich\u2039 und der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gruppe_Wagner_(russisches_Unternehmen)\">\u203a<em>Gruppe Wagner<\/em>\u2039<\/a>. Ebenfalls darunter: der ber\u00fcchtigte Neonazi Alexei Milchakov, der k\u00fcrzlich verstorbene Egor Prosvirnin, der Gr\u00fcnder des chauvinistischen russisch-nationalistischen Medienprojekts \u203aSputnik und Pogrom\u2039, und viele andere. Es gab auch autorit\u00e4re Linke, die die UdSSR und ihren Sieg im Zweiten Weltkrieg feierten.<\/p>\n<h2><strong>Der Aufstieg der extremen Rechten in der Ukraine<\/strong><\/h2>\n<p>Wie wir beschrieben haben, gelang es der Rechten, w\u00e4hrend des Maidan Sympathien zu gewinnen, indem sie Kampfeinheiten organisierte und bereit war, der Berkut physisch entgegenzutreten. Die Anwesenheit von Milit\u00e4rwaffen erm\u00f6glichte es ihnen, ihre Unabh\u00e4ngigkeit zu bewahren und andere zu zwingen, mit ihnen zu rechnen. Obwohl sie offen faschistische Symbole wie Hakenkreuze, Wolfsangeln, keltische Kreuze und SS-Logos verwendeten, war es schwierig, sie zu diskreditieren, da die Notwendigkeit, die Kr\u00e4fte der Janukowitsch-Regierung zu bek\u00e4mpfen, viele Ukrainer*innen zur Zusammenarbeit mit ihnen veranlasste.<\/p>\n<p>Nach dem Maidan unterdr\u00fcckte der rechte Fl\u00fcgel aktiv die Kundgebungen der pro-russischen Kr\u00e4fte. Zu Beginn der Milit\u00e4roperationen begannen sie, Freiwilligenbataillone zu bilden. Eines der bekanntesten ist das Bataillon \u203a<em>Asow<\/em>\u2039. Zu Beginn bestand es aus 70 K\u00e4mpfern; heute ist es ein Regiment mit 800 Soldat*innen, das \u00fcber eigene gepanzerte Fahrzeuge, Artillerie, eine Panzerkompanie und ein eigenes dem NATO-Standard entsprechendes Projekt, die Unteroffiziersschule, verf\u00fcgt. Das Asow-Bataillon ist eine der kampfst\u00e4rksten Einheiten der ukrainischen Armee. Es gab auch andere faschistische milit\u00e4rische Formationen wie die ukrainische Freiwilligeneinheit \u203a<em>Rechter Sektor<\/em>\u2039 und die \u203a<em>Organisation Ukrainischer Nationalisten<\/em>\u2039, die jedoch weniger bekannt sind.<\/p>\n<p>Folglich erlangte die ukrainische Rechte in den russischen Medien einen schlechten Ruf. Aber viele in der Ukraine betrachteten das, was in Russland verhasst war, als ein Symbol des Kampfes der Ukraine. So wurde beispielsweise der Name des Nationalisten Stepan Bandera, der in Russland als Nazi-Kollaborateur gilt, von den Demonstrant*innen aktiv adaptiert um Russland zu verspotten. Einige nannten sich Judeo-Banderaner, um Anh\u00e4nger*innen von in Russland verbreiteten Verschw\u00f6rungsideologien \u00fcber entweder J\u00fcd*innen oder Anh\u00e4nger*innen von Bandera, die sie beide jeweils f\u00fcr die Maidan-Proteste verantwortlich machten, zu trollen.<\/p>\n<p>Mit der Zeit geriet das Trollen au\u00dfer Kontrolle. Rechtsextreme trugen offen Nazi-Symbole; gew\u00f6hnliche Unterst\u00fctzer*innen des Maidan behaupteten, sie seien selbst Banderaner, die russische Babys essen, und erstellten entsprechende Memes. Die Rechtsextremen fanden ihren Weg in den Mainstream: Sie wurden zu Fernsehsendungen und anderen medialen Plattformen eingeladen, in denen sie als Patriot*innen und Nationalist*innen dargestellt wurden. Liberale Unterst\u00fctzer*innen des Maidan stellten sich auf ihre Seite und glaubten, dass die Nazis ein von den russischen Medien erfundener Schwindel seien. In den Jahren 2014 bis 2016 wurde jede*r, der bereit war zu k\u00e4mpfen, willkommen gehei\u00dfen, egal ob es sich um einen Nazi, einen Anarchisten, einen Kopf des organisierten Verbrechens oder eine unehrliche Politikerin handelte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Aufstieg der extremen Rechten ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass sie in kritischen Situationen besser organisiert waren und anderen Rebell*innen wirksame Kampfmethoden vorschlagen konnten. Etwas \u00c4hnliches leisteten die Anarchist*innen <a href=\"https:\/\/de.crimethinc.com\/2021\/06\/30\/belarus-wenn-wir-uns-erheben-eine-kritische-analyse-der-revolte-von-2020-gegen-die-diktatur\">in Belarus<\/a>, wo es ihnen ebenfalls gelang, die Sympathie der \u00d6ffentlichkeit zu gewinnen, allerdings nicht in einem so bedeutenden Ausma\u00df wie die Rechtsextremen in der Ukraine.<\/p>\n<p>2017, nachdem der Waffenstillstand in Kraft getreten war und der Bedarf an radikalen K\u00e4mpfer*innen zur\u00fcckging, haben der SBU (Inlandsgeheimdienst der Ukraine) und die Regierung die rechte Bewegung kooptiert und jeden inhaftiert oder neutralisiert, der eine \u203asystemfeindliche\u2039 oder unabh\u00e4ngige Perspektive f\u00fcr die Entwicklung der rechten Bewegung vertrat \u2013 darunter Oleksandr Muzychko, Oleg Muzhchil, Yaroslav Babich und andere.<\/p>\n<p>Heute ist sie immer noch eine gro\u00dfe Bewegung, aber ihre Popularit\u00e4t ist vergleichsweise gering, und ihre F\u00fchrer sind mit dem Geheimdienst, der Polizei und der Politik verbunden; eine wirklich unabh\u00e4ngige politische Kraft stellen sie nicht dar. Im demokratischen Lager wird das Problem der Rechtsextremen immer h\u00e4ufiger diskutiert, und mensch entwickelt Kentnisse f\u00fcr die Symbole und Organisationen, mit denen mensch es zu tun hat, anstatt die Bedenken stillschweigend zu verdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-12290 size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Assow-Symbole-Le-monde.png?resize=300%2C144&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"144\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Assow-Symbole-Le-monde.png?resize=300%2C144&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Assow-Symbole-Le-monde.png?resize=1024%2C493&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Assow-Symbole-Le-monde.png?resize=768%2C370&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Assow-Symbole-Le-monde.png?w=1328&amp;ssl=1 1328w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Die Aktivit\u00e4ten von Anarchist*innen und Antifaschist*innen w\u00e4hrend des Krieges<\/strong><\/h2>\n<p>Mit dem Ausbruch der milit\u00e4rischen Handlungen kam es zu einer Spaltung zwischen jenen, die pro-ukrainisch sind und den Anh\u00e4nger*innen der sogenannten DNR \/ LNR (\u203a<em>Volksrepublik Donezk<\/em>\u2039 und \u203a<em>Volksrepublik Lugansk<\/em>\u2039).<\/p>\n<p>In den ersten Kriegsmonaten herrschte in der Punk-Szene eine weit verbreitete \u00bbNein zum Krieg\u00ab-Stimmung, die jedoch nicht lange anhielt. Analysieren wir das pro-ukrainische und das pro-russische Lager.<\/p>\n<h2><strong>Pro-Ukraine<\/strong><\/h2>\n<p>In Ermangelung einer schlagkr\u00e4ftigen Organisation zogen die ersten anarchistischen und antifaschistischen Freiwilligen als Einzelk\u00e4mpfer*innen, Milit\u00e4rsanit\u00e4ter*innen und Freiwillige in den Krieg. Sie versuchten, eine eigene Truppe zu bilden, was jedoch aufgrund mangelnder Erfahrungen und Ressourcen nicht gelang. Einige schlossen sich sogar dem Asow-Bataillon und der OUN (\u203aOrganisation Ukrainischer Nationalisten\u2039) an. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr waren banal: Sie schlossen sich den Truppen an, die am leichtesten zug\u00e4nglich waren. Infolgedessen wandten sich einige Menschen rechter Politik zu.<\/p>\n<p>Menschen, die nicht an den K\u00e4mpfen teilnahmen, sammelten Geld f\u00fcr die Behandlung von Verletzten im Osten und f\u00fcr den Bau eines <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/permalink.php?story_fbid=477205119338636&amp;id=443606586031823\">Luftschutzbunkers in einem Kindergarten<\/a> in der N\u00e4he der Front. Es gab auch ein besetztes Haus namens \u203aAutonomie\u2039 in Charkiw, ein offen anarchistisches soziales und kulturelles Zentrum, das sich zu dieser Zeit auf die Unterst\u00fctzung der Fl\u00fcchtenden konzentrierte. Sie stellten Wohnungen und einen <a href=\"https:\/\/de.crimethinc.com\/2007\/10\/27\/the-really-really-free-market-instituting-the-gift-economy\">Umsonstladen<\/a> zur Verf\u00fcgung, berieten die Neuank\u00f6mmlinge, verwiesen sie auf Ressourcen und f\u00fchrten Bildungsaktivit\u00e4ten durch. Dar\u00fcber hinaus wurde das Zentrum zu einem Ort f\u00fcr theoretische Diskussionen. Leider wurde das Projekt im Jahr 2018 eingestellt.<\/p>\n<p>Alle diese Aktionen waren Einzelinitiativen bestimmter Personen und Gruppen. Sie erfolgten nicht im Rahmen einer gemeinsamen Strategie.<\/p>\n<p>Eines der bemerkenswertesten Ph\u00e4nomene dieser Zeit war eine ehemals gro\u00dfe radikal-nationalistische Organisation, \u203a<em>Autonomnyi Opir<\/em>\u2039 (Autonomer Widerstand). Sie begann 2012 sich nach links zu orientieren; 2014 war sie so weit nach links ger\u00fcckt, dass sich einzelne Mitglieder sogar als \u203aAnarchist*innen\u2039 bezeichneten. Sie bezeichneten ihren Nationalismus als Kampf f\u00fcr \u203aFreiheit\u2039 und als Gegengewicht zum russischen Nationalismus, wobei sie die zapatistische Bewegung und die Kurd*innen als Vorbilder anf\u00fchrten. Im Vergleich zu den anderen Projekten in der ukrainischen Gesellschaft galten sie als die am n\u00e4chsten stehenden Verb\u00fcndeten, weshalb einige Anarchist*innen mit ihnen zusammenarbeiteten, w\u00e4hrend andere diese Zusammenarbeit und die Organisation selbst kritisierten. Die Mitglieder der AO beteiligten sich auch aktiv an den Freiwilligenbataillonen und versuchten, die Idee des \u203aAntiimperialismus\u2039 unter den Milit\u00e4rs zu verbreiten. Sie setzten sich auch f\u00fcr das Recht der Frauen ein, am Krieg teilzunehmen; weibliche Mitglieder der AO nahmen an den Kampfhandlungen teil. Die AO unterst\u00fctzte Ausbildungszentren bei der Ausbildung von K\u00e4mpfer*innen und \u00c4rzt*innen, meldete sich freiwillig zur Armee und organisierte das Sozialzentrum \u203aZitadelle\u2039 in Lemberg, wo Fl\u00fcchtende untergebracht wurden.<\/p>\n<h2><strong>Pro-Russland<\/strong><\/h2>\n<p>Der moderne russische Imperialismus beruht auf der Auffassung, dass Russland der Nachfolger der UdSSR ist \u2013 nicht in Bezug auf sein politisches System, sondern aus territorialen Gesichtspunkten. Das Putin-Regime betrachtet den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg nicht als ideologischen Sieg \u00fcber den Nationalsozialismus, sondern als einen Sieg \u00fcber Europa, der die St\u00e4rke Russlands zeigt. In Russland und den von ihm kontrollierten L\u00e4ndern hat die Bev\u00f6lkerung weniger Zugang zu Informationen, sodass sich Putins Propagandamaschine nicht die M\u00fche macht, ein komplexes politisches Konzept zu erstellen. Das Narrativ lautet im Wesentlichen wie folgt: Die USA und Europa hatten Angst vor der starken UdSSR, Russland ist der Nachfolger der UdSSR und das gesamte Gebiet der ehemaligen UdSSR ist russisch, russische Panzer sind in Berlin eingefahren, was bedeutet: \u00bbWir k\u00f6nnen es wieder tun\u00ab und wir werden der NATO zeigen, wer hier der St\u00e4rkste ist; der Grund, warum Europa \u203averrottet\u2039, ist, dass all die Schwulen und Einwanderer*innen dort au\u00dfer Kontrolle geraten sind.<\/p>\n<p>Die ideologische Grundlage f\u00fcr die Aufrechterhaltung einer pro-russischen Position unter den Linken war das Erbe der UdSSR und ihr Sieg im Zweiten Weltkrieg. Da Russland behauptet, die Regierung in Kiew sei von Nazis und der Junta \u00fcbernommen worden, bezeichneten sich die Gegner*innen des Maidan als K\u00e4mpfer*innen gegen den Faschismus und die Kiewer Junta. Dieses Branding weckte Sympathien bei der autorit\u00e4ren Linken \u2013 in der Ukraine beispielsweise bei der Organisation \u203a<em>Borotba<\/em>\u2039. W\u00e4hrend der wichtigsten Ereignisse des Jahres 2014 nahmen sie zun\u00e4chst eine loyale und sp\u00e4ter eine pro-russische Position ein. In Odessa wurden am 2. Mai 2014 mehrere ihrer Aktivist*innen bei Stra\u00dfenk\u00e4mpfen get\u00f6tet. Einige Mitglieder dieser Gruppe waren auch an den K\u00e4mpfen in den Regionen Donezk und Lugansk beteiligt, und einige von ihnen starben dort.<\/p>\n<p>\u203a<em>Borotba<\/em>\u2039 beschrieb ihre Beweggr\u00fcnde als den Wunsch, gegen den Faschismus zu k\u00e4mpfen. Sie forderten die europ\u00e4ische Linke auf, sich mit der \u203aVolksrepublik Donezk\u2039 und der \u203aVolksrepublik Lugansk\u2039 zu solidarisieren. Durch eine gehackte e-Mail von Wladislaw Surkow (Putins politischem Strategen) wurde aufgedeckt, dass die Mitglieder von Borotba von <a href=\"https:\/\/medium.com\/@bidin\/\u0431\u043e\u0440\u043e\u0442\u044c\u0431\u0430-\u0438-\u0441\u0443\u0440\u043a\u043e\u0432-\u0434\u043e\u043a\u0443\u043c\u0435\u043d\u0442\u0430\u043b\u044c\u043d\u044b\u0435-\u043f\u043e\u0434\u0442\u0432\u0435\u0440\u0436\u0434\u0435\u043d\u0438\u044f-\u0441\u043e\u0442\u0440\u0443\u0434\u043d\u0438\u0447\u0435\u0441\u0442\u0432\u0430-d4e1cafce7b6\">Surkows Leuten finanziert und beaufsichtigt wurden<\/a>.<\/p>\n<p>Die autorit\u00e4ren Kommunist*innen Russlands haben sich die separatistischen Republiken aus \u00e4hnlichen Gr\u00fcnden auf die Fahnen geschrieben.<\/p>\n<p>Die Anwesenheit von Rechtsextremen auf dem Maidan motivierte auch ansonsten apolitische Antifaschist*innen dazu, die \u203aDNR\u2039 und \u203aLNR\u2039 zu unterst\u00fctzen. Einige von ihnen nahmen wiederum an den K\u00e4mpfen in den Regionen Donezk und Lugansk teil, und einige von ihnen starben dort.<\/p>\n<p>Unter den ukrainischen Antifaschist*innen gab es subkulturell gepr\u00e4gte, \u203aapolitische\u2039 Antifaschist*innen, die gegen den Faschismus waren, \u00bbweil unsere Gro\u00dfv\u00e4ter dagegen gek\u00e4mpft haben\u00ab. Ihr Verst\u00e4ndnis von Faschismus war unscharf: Sie selbst waren oft politisch inkoh\u00e4rent, sexistisch, homophob, russische Patriot*innen und dergleichen.<\/p>\n<p>Die Idee, die sogenannten Republiken zu unterst\u00fctzen, fand in der europ\u00e4ischen Linken breiten R\u00fcckhalt. Zu den bekanntesten Unterst\u00fctzer*innen geh\u00f6rten die italienische Rockband \u203aBanda Bassotti\u2039 und die deutsche Partei Die Linke. Neben der Spendensammlung ging Banda Bassotti auch auf Tour nach \u203aNovorossia\u2039. Als Mitglied des Europ\u00e4ischen Parlaments unterst\u00fctzte Die Linke das pro-russische Narrativ auf jede erdenkliche Weise und <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/blogs\/rlk-2016\/302211\">arrangierte Videokonferenzen<\/a> mit pro-russischen Aktivist*innen, die auf die Krim und in die nicht anerkannten Republiken reisten. Die j\u00fcngeren Mitglieder der Partei Die Linke sowie die Rosa-Luxemburg-Stiftung (die Stiftung der Partei Die Linke) betonen, dass diese Position nicht von allen Mitgliedern geteilt wird, \u2013 sie wird jedoch von den prominentesten Mitgliedern der Partei wie Sahra Wagenknecht und <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/nato-erweiterung-stoppen\/\">Sevim Da\u011fdelen<\/a> verbreitet.<\/p>\n<p>Die pro-russische Position fand bei den Anarchist*innen keine Zustimmung. Unter den individuellen Statements war die Position von Jeff Monson, einem Mixed-Martial-Arts-K\u00e4mpfer aus den USA, der T\u00e4towierungen mit anarchistischen Symbolen hat, am auff\u00e4lligsten. Er betrachtete sich fr\u00fcher als Anarchist, arbeitet in Russland nun jedoch offen f\u00fcr die Regierungspartei Einiges Russland und ist Abgeordneter in der Duma.<\/p>\n<p>Um das pro-russische \u203alinke\u2039 Lager zu verstehen, sollten wir uns die Arbeit der russischen Geheimdienste und die Folgen der ideologischen Inkompetenz ansehen. Nach der Besetzung der Krim traten Mitarbeiter*innen des russischen FSB an lokale Antifaschist*innen und Anarchist*innen heran und boten ihnen an, ihre Aktivit\u00e4ten fortzusetzen, schlugen aber vor, dass sie fortan die Idee, dass die Krim ein Teil Russlands sein sollte, in ihre Agitation einbeziehen sollten. In der Ukraine gibt es kleine Informations- und Aktivistengruppen, die sich als antifaschistisch positionieren, dabei aber im Wesentlichen eine pro-russische Position vertreten; viele Menschen verd\u00e4chtigen sie, f\u00fcr Russland zu arbeiten. Ihr Einfluss in der Ukraine ist minimal, aber ihre Mitglieder dienen russischen Agent*innen als \u203aWhistleblower\u2039.<\/p>\n<p>Es gibt auch \u203aKooperationsangebote\u2039 der russischen Botschaft und von pro-russischen Parlamentsmitgliedern wie Ilja Kiva. Sie versuchen, die Ablehnung von Nazis wie dem Asow-Bataillon auszunutzen und bieten an, Menschen zu bezahlen, damit sie ihre Haltung zu Russland \u00e4ndern. Bislang hat nur Rita Bondar offen zugegeben, auf diese Weise Geld erhalten zu haben. Fr\u00fcher schrieb sie f\u00fcr linke und anarchistische Medien, aber aus Geldnot schrieb sie unter einem Pseudonym f\u00fcr Medienplattformen, die mit dem russischen Propagandisten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dmitri_Konstantinowitsch_Kisseljow\">Dmitri Kiselev<\/a> verbunden sind.<\/p>\n<p>In Russland selbst erleben wir die Zerschlagung der anarchistischen Bewegung und den Aufstieg autorit\u00e4rer Kommunist*innen, die die Anarchist*innen aus der antifaschistischen Subkultur verdr\u00e4ngen. Einer der bezeichnendsten Momente der letzten Zeit ist die Organisation eines antifaschistischen Turniers im Jahr 2021 zum Gedenken an <a href=\"https:\/\/kzhome.info\/crone\/vIJ9mKGqhYeXnI0\/znam-pobedy-turnir-mma-imeni-n-i-podvojskogo-g-roslavl-2021\">\u00bbden sowjetischen Soldaten\u00ab<\/a>.<\/p>\n<h2><strong>Droht ein ausgewachsener Krieg mit Russland? Ein anarchistischer Standpunkt<\/strong><\/h2>\n<p>Vor etwa zehn Jahren w\u00e4re die Vorstellung eines ausgewachsenen Krieges in Europa absurd gewesen, denn die s\u00e4kularen europ\u00e4ischen Staaten des 21. Jahrhunderts versuchen, ihren \u203aHumanismus\u2039 zu betonen und ihre Verbrechen zu verschleiern. Wenn sie sich an milit\u00e4rischen Operationen beteiligen, tun sie dies irgendwo weit weg von Europa. Aber was Russland betrifft, so haben wir die Besatzung der Krim und die anschlie\u00dfenden gef\u00e4lschten Referenden, den Krieg im Donbas und den Flugzeugabsturz von <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-europe-28357880\">MH17<\/a> miterlebt. Die Ukraine ist st\u00e4ndig mit Hackerangriffen und Bombendrohungen konfrontiert, nicht nur in staatlichen Geb\u00e4uden, sondern auch in Schulen und Kinderg\u00e4rten.<\/p>\n<p>In Belarus erkl\u00e4rte sich Lukaschenko im Jahr 2020 mit einem Ergebnis von 80 % der Stimmen dreist zum Sieger der Wahlen. Der <a href=\"https:\/\/de.crimethinc.com\/2021\/06\/30\/belarus-wenn-wir-uns-erheben-eine-kritische-analyse-der-revolte-von-2020-gegen-die-diktatur\">Aufstand in Belarus<\/a> f\u00fchrte sogar zu einem Streik der belarussischen Propagandisten (z.B. in Form <a href=\"https:\/\/m.youtube.com\/watch?v=tAI_LAQAZio\">der Fernsehsprecher*innen<\/a>). Doch nach der Landung russischer FSB-Flugzeuge \u00e4nderte sich die Lage dramatisch und der belarussischen Regierung gelang es, die Proteste gewaltsam zu unterdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Ein \u00e4hnliches Szenario spielte sich in <a href=\"https:\/\/de.crimethinc.com\/2022\/01\/12\/kasachstan-nach-dem-aufstand-einschatzungen-und-berichte-von-anarchistinnen-aus-russland-und-almaty\">Kasachstan<\/a> ab, doch wurden dort die regul\u00e4ren Armeen Russlands, Belarus\u2019, Armeniens und Kirgisistans im Rahmen der \u203aOrganisation des Vertrags \u00fcber kollektive Sicherheit\u2039 (Collective Security Treaty Organization) hinzugezogen, um das Regime bei der Niederschlagung des Aufstands zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Russische Geheimdienste lockten Fl\u00fcchtende aus Syrien nach Belarus, um einen Konflikt an der Grenze zur Europ\u00e4ischen Union zu sch\u00fcren. Es wurde auch eine Gruppe des russischen FSB aufgedeckt, die politische Morde mit chemischen Waffen \u2013 dem bereits bekannten \u203aNowitschok\u2039 \u2013 ver\u00fcbte. Neben den bekannten F\u00e4llen von Skripal und Nawalny haben sie auch andere politische Pers\u00f6nlichkeiten in Russland angegriffen und get\u00f6tet. Putins Regime antwortet auf alle Anschuldigungen mit den Worten: \u00bbWir sind es nicht, ihr l\u00fcgt alle\u00ab. In der Zwischenzeit hat Putin selbst vor einem halben Jahr <a href=\"http:\/\/kremlin.ru\/events\/president\/news\/66181\">einen Artikel geschrieben<\/a>, in dem er behauptet, dass Russ*innen und Ukrainer*innen eine Nation sind und unter einem Dach leben sollten. Wladislaw Surkow (ein politischer Stratege, der die russische Staatspolitik gestaltet und mit den Marionettenregierungen in der sogenannten DNR und LNR in Verbindung steht) ver\u00f6ffentlichte einen Artikel, in dem er erkl\u00e4rte, dass <a href=\"https:\/\/actualcomment.ru\/bezlyudnaya-demokratiya-i-drugie-politicheskie-chudesa-2121-goda-2110111125.html\">\u00bbdas Imperium expandieren muss, da es sonst untergehen wird\u00ab<\/a>. In Russland, Belarus und Kasachstan wurde die Protestbewegung in den letzten zwei Jahren brutal unterdr\u00fcckt und unabh\u00e4ngige und oppositionelle Medien wurden zerst\u00f6rt. Wir empfehlen, <a href=\"https:\/\/www.bellingcat.com\/\">hier<\/a> mehr \u00fcber die Aktivit\u00e4ten Russlands zu lesen.<\/p>\n<p>Alles in allem ist die Wahrscheinlichkeit eines ausgewachsenen Krieges hoch und in diesem Jahr etwas h\u00f6her als im letzten Jahr. Selbst die sch\u00e4rfsten Analyst*innen d\u00fcrften kaum in der Lage sein, den genauen Zeitpunkt des Kriegsbeginns vorherzusagen. Vielleicht w\u00fcrde eine Revolution in Russland die Spannungen in der Region abbauen, aber wie wir oben geschrieben haben, ist die Protestbewegung dort erstickt worden.<\/p>\n<p>Die Anarchist*innen in der Ukraine, in Belarus und in Russland unterst\u00fctzen meist direkt oder implizit die ukrainische Unabh\u00e4ngigkeit. Das liegt daran, dass die Ukraine trotz aller nationalen Stimmungsmache, Korruption und einer gro\u00dfen Zahl Nazis im Vergleich zu Russland und den von ihm kontrollierten L\u00e4ndern wie eine Insel der Freiheit wirkt. Dieses Land bewahrt solche im post-sowjetischen Raum \u203aeinzigartigen Ph\u00e4nomene\u2039 wie die Abw\u00e4hlbarkeit des Pr\u00e4sidenten, ein Parlament, das mehr als nur nominelle Macht hat, und das Recht, sich friedlich zu versammeln; in einigen F\u00e4llen, wenn die \u00d6ffentlichkeit gerade darauf achtet, funktionieren die Gerichte manchmal sogar gem\u00e4\u00df ihrem erkl\u00e4rten Protokoll. Zu sagen, dass dies besser ist als die Situation in Russland, ist nichts Neues. Wie Bakunin schrieb: <a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/reference\/archive\/bakunin\/works\/various\/reasons-of-state.htm\">\u00bbWir sind fest davon \u00fcberzeugt, dass die unvollkommenste Republik tausendmal besser ist als die aufgekl\u00e4rteste Monarchie.\u00ab<\/a><\/p>\n<p>In der Ukraine gibt es viele Probleme, die aber am ehesten ohne die Einmischung Russlands gel\u00f6st werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ist es sinnvoll, im Falle einer Invasion gegen die russischen Truppen zu k\u00e4mpfen? Wir glauben, dass die Antwort darauf Ja lautet. Zu den Optionen, die ukrainische Anarchist*innen derzeit in Betracht ziehen, geh\u00f6ren der Beitritt zu den Streitkr\u00e4ften der Ukraine, die Beteiligung an der Territorialverteidigung, der Aufbau von Guerilla-Einheiten und die Bereitstellung von zivilen Freiwilligen.<\/p>\n<p>Die Ukraine steht jetzt an vorderster Front im Kampf gegen den russischen Imperialismus. Russland hat langfristige Pl\u00e4ne, die Demokratie in Europa zu zerst\u00f6ren. Wir wissen, dass dieser Gefahr in Europa bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Aber wenn mensch die \u00c4u\u00dferungen hochrangiger Politiker*innen, rechtsextremer Organisationen und autorit\u00e4rer Kommunist*innen verfolgt, wird mensch mit der Zeit feststellen, dass es in Europa bereits ein gro\u00dfes Spionagenetz gibt. So erhielten beispielsweise einige Spitzenbeamte nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt einen Posten in einer russischen \u00d6lgesellschaft (Gerhard Schr\u00f6der, Fran\u00e7ois Fillon).<\/p>\n<p>Wir halten Slogans wie \u00bbNein zum Krieg\u00ab oder \u00bbDer Krieg der Imperien\u00ab f\u00fcr unwirksam und populistisch. Die anarchistische Bewegung hat keinen Einfluss auf den Prozess, daher \u00e4ndern solche Aussagen \u00fcberhaupt nichts.<\/p>\n<p>Unsere Position basiert auf der Tatsache, dass wir nicht weglaufen wollen, dass wir keine Geiseln sein wollen und dass wir nicht kampflos get\u00f6tet werden wollen. Am Beispiel Afghanistans kann mensch nachvollziehen, was \u00bbNein zum Krieg\u00ab bedeutet: Als die Taliban vorr\u00fcckten, flohen die Menschen massenhaft, starben im Chaos auf den Flugh\u00e4fen und die Zur\u00fcckgebliebenen wurden verfolgt. Dies beschreibt, was auf der Krim geschieht, und mensch kann sich vorstellen, was nach dem Einmarsch Russlands in anderen Regionen der Ukraine geschehen wird.<\/p>\n<p>Was die Haltung gegen\u00fcber der NATO betrifft, so sind die Autor*innen dieses Textes in zwei Standpunkte gespalten. Einige von uns haben eine positive Herangehensweise zu dieser Problematik. Es ist offensichtlich, dass die Ukraine Russland nicht allein entgegentreten kann. Selbst wenn mensch die gro\u00dfe Freiwilligenbewegung ber\u00fccksichtigt, werden moderne Technologien und Waffen ben\u00f6tigt. Abgesehen von der NATO hat die Ukraine keine anderen Verb\u00fcndeten, die ihr dabei helfen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Hier wollen wir die Geschichte von Nord-Ost Syrien \/ Rojava in Erinnerung rufen. Die Einheimischen waren gezwungen, mit der NATO gegen ISIS zu kooperieren \u2013 die einzige Alternative war zu fliehen oder get\u00f6tet zu werden. Wir wissen sehr wohl, dass die Unterst\u00fctzung durch die NATO sehr schnell verschwinden kann, wenn der Westen neue Interessen entwickelt oder es schafft, einige Kompromisse mit Putin auszuhandeln. Selbst jetzt ist die Bewegung dort gezwungen, mit dem Assad-Regime zu kooperieren, weil sie wissen, dass sie kaum eine Alternative haben.<\/p>\n<p>Eine m\u00f6gliche russische Invasion zwingt die ukrainische Bev\u00f6lkerung dazu, nach Verb\u00fcndeten im Kampf gegen Moskau zu suchen. Nicht in den sozialen Medien, sondern in der realen Welt. Die Anarchist*innen verf\u00fcgen weder in der Ukraine noch anderswo \u00fcber ausreichende Ressourcen, um effektiv auf die Invasion des Putin-Regimes zu reagieren. Deshalb muss mensch dar\u00fcber nachdenken, Unterst\u00fctzung von der NATO anzunehmen.<\/p>\n<p>Der andere Standpunkt, der in unserer Redaktionsgruppe vertreten wird: dass sowohl die NATO als auch die EU durch die St\u00e4rkung ihres Einflusses in der Ukraine das derzeitige System des \u203awilden Kapitalismus\u2039 in dem Land zementieren und das Potenzial f\u00fcr eine soziale Revolution noch weniger realisierbar machen werden. Im System des globalen Kapitalismus, dessen Flaggschiff die USA als Anf\u00fchrer der NATO ist, wird der Ukraine der Platz eines bescheidenen Grenzlandes zugewiesen: ein Lieferant von billigen Arbeitskr\u00e4ften und Ressourcen. Daher ist es f\u00fcr die ukrainische Gesellschaft wichtig, die Notwendigkeit der Unabh\u00e4ngigkeit von allen imperialistischen Kr\u00e4ften zu erkennen. Im Kontext der Verteidigungsf\u00e4higkeit des Landes sollte der Schwerpunkt nicht auf der Bedeutung der NATO-Technologie und der Unterst\u00fctzung f\u00fcr die regul\u00e4re Armee liegen, sondern auf dem Potenzial der Gesellschaft f\u00fcr den Guerillawiderstand an der Basis.<\/p>\n<p>Wir betrachten diesen Krieg in erster Linie als Krieg gegen Putin und die von ihm kontrollierten Regime. Neben der banalen Motivation, nicht unter einer Diktatur zu leben, sehen wir das Potenzial der ukrainischen Gesellschaft, die eine der aktivsten, unabh\u00e4ngigsten und rebellischsten in der Region ist. Die lange Geschichte des Widerstands des Bev\u00f6lkerung in den letzten drei\u00dfig Jahren ist ein solider Beweis daf\u00fcr. Das gibt uns Hoffnung, dass die Konzepte der direkten Demokratie hier auf fruchtbaren Boden sto\u00dfen.<\/p>\n<h2><strong>Die aktuelle Situation der Anarchist*innen in der Ukraine und neue Herausforderungen<\/strong><\/h2>\n<p>Die Au\u00dfenseiter*innenposition w\u00e4hrend des Maidan und des Krieges hatte eine demoralisierende Wirkung auf die Bewegung. Die \u00d6ffentlichkeitsarbeit wurde erschwert, da die russische Propaganda das Wort \u203aAntifaschismus\u2039 monopolisierte. Aufgrund der Pr\u00e4senz der Symbole der UdSSR unter den pro-russischen Aktivist*innen war die Einstellung gegen\u00fcber dem Wort \u203aKommunismus\u2039 \u00e4u\u00dferst negativ, sodass selbst die Kombination \u203aAnarchokommunismus\u2039 negativ wahrgenommen wurde. Die Stellungnahmen gegen die pro-ukrainische Ultra-Rechte warfen in den Augen der gew\u00f6hnlichen Leute einen Schatten des Zweifels auf die Anarchist*innen. Es gab eine unausgesprochene \u00dcbereinkunft, dass die Ultra-Rechten keine Anarchist*innen und Antifaschist*innen angreifen w\u00fcrden, wenn sie ihre Symbole nicht bei Kundgebungen und \u00c4hnlichem zeigten. Die Rechten hatten eine Menge Waffen in der Hand. Diese Situation schuf ein Gef\u00fchl der Frustration; die Polizei funktionierte nicht gut, sodass mensch leicht get\u00f6tet werden konnte, ohne dass dies Konsequenzen hatte. Im Jahr 2015 wurde beispielsweise der pro-russische Aktivist Oles Buzina get\u00f6tet.<\/p>\n<p>All dies ermutigte die Anarchist*innen, das Thema ernster zu nehmen.<\/p>\n<p>Ab 2016 begann sich ein radikaler Untergrund zu entwickeln; Nachrichten \u00fcber radikale Aktionen erschienen immer h\u00e4ufiger. Radikale anarchistische Publikationen erschienen, die erkl\u00e4rten, wie mensch Waffen kauft und Depots anlegt, im Gegensatz zu den \u00e4lteren Publikationen, die nur auf Molotow-Cocktails beschr\u00e4nkt waren.<\/p>\n<p>Im anarchistischen Milieu ist es mittlerweile \u00fcblich, legale Waffen zu besitzen. <a href=\"https:\/\/www.popularfront.co\/underground\">Videos von anarchistischen Trainingscamps<\/a>, in denen Schusswaffen benutzt wurden, tauchten auf. Der Widerhall dieser Ver\u00e4nderungen erreichte Russland und Belarus. In Russland l\u00f6ste der FSB ein <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Network_(Russia)\">Netzwerk anarchistischer Gruppen<\/a> auf, die \u00fcber legale Waffen verf\u00fcgten und Airsoft spielten. Die Verhafteten wurden mit Strom gefoltert, um sie zu einem Terrorismus-Gest\u00e4ndnis zu zwingen, und zu Haftstrafen zwischen 6 und 18 Jahren verurteilt. In Belarus wurde w\u00e4hrend der Proteste 2020 eine rebellische Gruppe von Anarchisten unter dem Namen \u203a<a href=\"https:\/\/abc-belarus.org\/?p=14555&amp;lang=en\">Schwarze Flagge<\/a>\u2039 festgenommen, als sie versuchte, die belarussisch-ukrainische Grenze zu \u00fcberqueren. Sie hatten eine Schusswaffe und eine Granate bei sich; laut der Aussage von Igor Olinevich hatte er die Waffe in Kiew gekauft.<\/p>\n<p>Auch der \u00fcberholte Ansatz der wirtschaftlichen Vorstellungen der Anarchist*innen hat sich ge\u00e4ndert: W\u00e4hrend fr\u00fcher die meisten in schlecht bezahlten Jobs arbeiteten, die \u00bbn\u00e4her an den Ausgebeuteten\u00ab waren, versuchen jetzt viele, einen gut bezahlten Job zu finden, meist im IT-Sektor.<\/p>\n<p>Antifaschistische Gruppen auf der Stra\u00dfe haben ihre Aktivit\u00e4ten wieder aufgenommen und f\u00fchren Vergeltungsaktionen bei Nazi-Angriffen durch. Unter anderem veranstalteten sie das antifaschistische Kampf-Turnier \u203aNo Surrender\u2039 und ver\u00f6ffentlichten einen Dokumentarfilm mit dem Titel \u203a<a href=\"https:\/\/vimeo.com\/564977331\">Hoods<\/a>\u2039, der \u00fcber die Entstehung der Kiewer Antifa-Gruppe berichtet. (Englische Untertitel sind verf\u00fcgbar.)<\/p>\n<p>Der Antifaschismus in der Ukraine ist eine wichtige Front, denn neben einer gro\u00dfen Zahl einheimischer ultra-rechter Aktivist*innen sind viele ber\u00fcchtigte Nazis aus Russland (darunter Sergej Korotkich und Alexej Levkin) und aus Europa (wie Denis \u203aWhite Rex\u2039 Kapustin) und sogar aus den USA (Robert Rando) <a href=\"https:\/\/www.bellingcat.com\/news\/uk-and-europe\/2019\/09\/04\/the-hardcore-russian-neo-nazi-group-that-calls-ukraine-home\/\">hierher gezogen<\/a>. Die Anarchist*innen beobachten die Aktivit\u00e4ten der extremen Rechten genau.<\/p>\n<p>Es gibt verschiedene aktive Gruppen (klassische Anarchist*innen, Queer-Anarchist*innen, Anarcho-Feminist*innen, Food Not Bombs, \u00d6ko-Initiativen usw.) sowie kleine Informationsplattformen. K\u00fcrzlich ist mit dem Telegramm-Channel <a href=\"https:\/\/medium.com\/@uantifa\">@uantifa<\/a> eine weitere politisch engagierte antifaschistische Informationsquelle online gegangen, die ihre Ver\u00f6ffentlichungen auch auf Englisch dupliziert.<\/p>\n<p>Die Spannungen zwischen den Gruppen werden allm\u00e4hlich abgebaut, da es in letzter Zeit viele gemeinsame Aktionen und eine gemeinsame Beteiligung an sozialen Konflikten gegeben hat. Zu den wichtigsten geh\u00f6ren die Kampagne gegen die Abschiebung des belarussischen Anarchisten Aleksey Bolenkov (dem es gelang, einen Prozess gegen die ukrainischen Geheimdienste zu gewinnen und in der Ukraine zu bleiben) und die <a href=\"https:\/\/medium.com\/@uantifa\/podil-nazis-and-police-vs-techno-5d4ba4bb3438\">Verteidigung eines Kiewer Stadtteils (Podil)<\/a> gegen Polizeirazzien und Angriffe der Ultra-Rechten.<\/p>\n<p>Wir haben immer noch sehr wenig Einfluss auf die Gesellschaft im Gro\u00dfen und Ganzen. Das liegt vor allem daran, dass die Notwendigkeit von Organisation und anarchistischen Strukturen lange Zeit ignoriert oder geleugnet wurde. (In seinen Memoiren beklagte auch Nestor Makhno dieses Manko nach der Niederlage der Anarchist*innen). Anarchistische Gruppen wurden sehr schnell durch den SBU [Inlandsgeheimdienst der Ukraine] oder die extreme Rechte zerschlagen.<\/p>\n<p>Wir sind aus der Stagnation herausgekommen und entwickeln uns weiter, und deshalb rechnen wir mit neuen Repressionen und neuen Versuchen des SBU, die Kontrolle \u00fcber die Bewegung zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Im Moment kann mensch unsere Positionen als die radikalsten Ans\u00e4tze und Ansichten im demokratischen Lager bezeichnen. Wenn Liberale es vorziehen, sich im Falle eines Angriffs durch die Polizei oder die extreme Rechte bei der Polizei zu beschweren, bieten Anarchist*innen an, mit anderen Gruppen zusammenzuarbeiten, die unter einem \u00e4hnlichen Problem leiden, und zur Verteidigung von Strukturen oder Veranstaltungen zu kommen.<\/p>\n<p>Die Anarchist*innen versuchen aktuell, horizontale Bindungen an der Basis der Gesellschaft zu schaffen, die auf gemeinsamen Interessen beruhen, damit die Gemeinschaften ihre eigenen Bed\u00fcrfnisse, einschlie\u00dflich der Selbstverteidigung, erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Dies unterscheidet sich erheblich von der \u00fcblichen politischen Praxis in der Ukraine, in der sich oft um Organisationen, Politiker*innen oder die Polizei geschart wird. Organisationen und Politiker*innen werden oft bestochen, und die Menschen, die sich um sie gruppiert haben, werden get\u00e4uscht. Die Polizei kann wom\u00f6glich mal eine LGBTIQ-Veranstaltungen sch\u00fctzen, wird sich aber sicher gegen die selben Aktivist*innen wenden, wenn diese gegen Polizeibrutalit\u00e4t demonstrieren. Das ist der Grund, warum wir in unseren Ideen und Ans\u00e4tzen Potenzial sehen, \u2013 wenn es allerdings zum Krieg kommt, wird die Hauptsache wieder sein, an einem bewaffneten Konflikt teilnehmen zu k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Quelle:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.crimethinc.com\/2022\/02\/15\/der-krieg-und-die-anarchistinnen-anti-autoritare-perspektiven-in-der-ukraine?fbclid=IwAR1xXUzB2EkDLFTwALBXAJtOlDmdGPkr59gEafKMzzrz51Zxzy_HZtjru44\">https:\/\/de.crimethinc.com\/2022\/02\/15\/der-krieg-und-die-anarchistinnen-anti-autoritare-perspektiven-in-der-ukraine?fbclid=IwAR1xXUzB2EkDLFTwALBXAJtOlDmdGPkr59gEafKMzzrz51Zxzy_HZtjru44<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Views: 1537<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>AnarchistInnen wie alle Linke auf der Welt befinden sich in einer politischen Defensive.<br \/>\nGerade deshalb ist der Beitrag erfreulich, denn er beschreibt  die vielen politischen Gr\u00e4ben und Widerspr\u00fcche: AnarchistInnen im profaschistischen Asow-Bataillon \u2026 AnarchistInnen auf Seiten der \u201eUkraine\u201c, gegen das noch schlimmere \u201eRussland\u201c \u2026<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":12291,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[5,8,16,24,25,32,33,34],"tags":[5457,5388,5473,5465,5455,5474,5460,5469,5477,832,5461,5464,5463,5282,5345,1711,5467,5472,5466,5456,5458,5462,5475,5468,5459,5476,2336,5331,5470,5471,5285],"class_list":["post-12288","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-04-texte","category-antifaschismus","category-deutsche-kriegspolitik","category-imperialismus","category-kapitalis-mus-s","category-nationalismus","category-neonazismus","category-politik","tag-alexander-lukaschenko","tag-annexion-der-krim-2014","tag-autonomnyi-opir","tag-bataillon-asow","tag-berkut","tag-borotba","tag-desinformation","tag-dnr","tag-donbas","tag-faschismus","tag-fsb","tag-gruppe-wagner","tag-igor-girkin","tag-krim","tag-maidan-unruhen","tag-nato","tag-organisation-ukrainischer-nationalisten","tag-oun","tag-rechter-sektor","tag-revolution-der-wuerde","tag-revolutionaere-konfoederation-der-anarcho-syndikalisten-von-makhno","tag-russische-foederation","tag-sahra-wagenknecht","tag-sbu","tag-sergei-kemsky","tag-sevim-dagdelen","tag-stepan-bandera","tag-viktor-janukowitsch","tag-volksrepublik-donezk","tag-volksrepublik-lugansk","tag-wladimir-putin"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Maidan-II-2014.jpg?fit=1400%2C708&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12288","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12288"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12288\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12297,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12288\/revisions\/12297"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12291"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12288"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12288"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12288"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}