{"id":10482,"date":"2021-03-11T13:38:36","date_gmt":"2021-03-11T12:38:36","guid":{"rendered":"https:\/\/wolfwetzel.de\/?p=10482"},"modified":"2021-03-20T17:34:20","modified_gmt":"2021-03-20T16:34:20","slug":"wahnsinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2021\/03\/11\/wahnsinn\/","title":{"rendered":"Ehrbarer Antisemitismus? Dritter Teil. Von Markus Mohr"},"content":{"rendered":"<h1>Die Resistenz gegen den zweiten Golfkrieg und die falsche Alternative \u201eFrieden oder Rettet Israel!\u201c<\/h1>\n<p><em>Der dritte Teil von \u201eEhrbarer Antisemitismus\u201c setzt sich mit dem Nachleben von ein paar Argumentationsfiguren aus den Auseinandersetzungen zum Golfkrieg des Jahres 1991 in der Gegenwart auseinander. Zentral hier die ex- wie impliziten Referenzen auf den Beitrag von Pohrt \u201eMusik in meinen Ohren\u201c in der konkret vom M\u00e4rz 1991. F\u00fcr die Realpolitik der Bundesrepublik bedeutsamer aber sind die von Hans Magnus Enzensberger und J\u00fcrgen Habermas entfalteten Argumentationsfiguren, die zur Begr\u00fcndung des Angriffskrieges der NATO im Fr\u00fchjahr 1999 auf die Bundesrepublik Jugoslawien herangezogen werden konnten.<\/em><\/p>\n<p>Die Fu\u00dfnotennummerierung vollzieht sich durch alle drei Folgen fortlaufend.<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-10452\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Golfkrieg-Wolfgang-Porth-II-1991.jpg?resize=700%2C350&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Golfkrieg-Wolfgang-Porth-II-1991.jpg?w=732&amp;ssl=1 732w, https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Golfkrieg-Wolfgang-Porth-II-1991.jpg?resize=300%2C150&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<h2>\u201eMethodisch an Adornos \u201aThe Authoritarian Personality\u2018 orientiert\u201c &#8211; Zur Gegenwart der Rezeption des Pohrtschen \u201eMusik in meinen Ohren\u201c-Textes<\/h2>\n<p>Bei der Pohrtschen Abhandlung \u201eMusik in meinen Ohren\u201c vom M\u00e4rz 1991 handelt es sich um einen der Schl\u00fcsseltexte der im Zusammenhang mit dem Golfkrieg 1991 entstehenden Str\u00f6mung der Antideutschen. (56) In gewisser Weise kann die Er\u00f6ffnung der antideutschen Kritik als ein Triumph in der Niederlage gelten, den die Linke dadurch erlitten hatte, dass sie nicht dazu imstande war, den Golfkrieg zu verhindern.<\/p>\n<p>Clemens Nachtmann, ein Mitl\u00e4ufer des Kommunistischen Bundes, machte sich schon Ende August 1991 in der Zeitung Arbeiterkampf mit, wie er formulierte, \u201ePohrts Thesen\u201c gemein, wonach man keine Phantasie mehr brauche, \u201eum sich die Antiimpis oder Autonomen als Volkssturmabteilungen der Hitlerjugend oder als Verb\u00e4nde der Aktion Wehrwolf vorzustellen.\u201c Dabei schien er sich in der nachgeschobenen Bemerkung, dass das \u201eheillos \u00fcbertrieben\u201c sei, etwas davon zu distanzieren. Doch von Nachtmann wurde das nach dieser Absetzbemerkung mit der Formulierung, dass \u201enun mal jede Wahrheit im emphatischen Sinne\u201c etwas \u00fcbertrieben sei, locker wieder eingeholt. Um dann in antitotalitaristischer Diktion die \u201eTatsache\u201c zu bekunden, \u201eda\u00df die \u00dcbereinstimmungen von Nazis und Linksradikalen in Sachen Antisemitismus wirklich schon mit H\u00e4nden zu greifen\u201c seien. (57) Wer sich so dazu f\u00e4hig zeigt, die Suren des Wolfgang Pohrt zu repetieren, &#8211; auch wenn von Nachtmann der von Pohrt in seinem Sinne historisch richtig verwendete Begriff \u201eWerwolf\u201c falsch abgeschrieben worden war &#8211; der beschlie\u00dft sein Leben damit, Gr\u00fcndungsmitglied der antideutschen Zeitschrift Bahamas zu werden, f\u00fcr die er bis heute seine Zeit als Redakteur verschwendet.<\/p>\n<p>Soweit ersichtlich hat Pohrt diesen Beitrag in den danach von ihm ver\u00f6ffentlichten Sammelb\u00e4nden mit seinen Schriften mit einem direkten Nachweis nicht wieder ver\u00f6ffentlicht. Er wurde von ihm aber im Herbst des Jahres 1992 mit zum Teil identischen Formulierungen in einer als Buch ver\u00f6ffentlichten sogenannten \u201eStudie im Auftrag der Hamburger Stiftung zur F\u00f6rderung von Wissenschaft und Kultur\u201c mit frei flottierenden Totalitarismusanalogien und Kurzschl\u00fcssen weiter ausgef\u00fchrt. Selbstredend erschien ihm auch hier noch der \u201eunbedingte Pazifismus in Deutschland (\u2026) wie zum Beweis daf\u00fcr, (\u2026) da\u00df der generell nichts als das Ressentiment von Leuten ist, die es dem Weltpolizisten USA ver\u00fcbeln, da\u00df er ihren Eltern per Krieg das friedliche Morden in Auschwitz ausgetrieben hat.\u201c Die Autonomen wurden von ihm begrifflich wohl durch die Formulierung \u201emilitante Hausbesetzer\u201c transformiert: \u201eF\u00fcr Frieden marschierten im schwarzen Kampfanzug unter der Nazi-Parole \u201eKein Blut f\u00fcr \u00d6l\u201c militante Hausbesetzer und Sympathisanten der Rote-Armee-Fraktion. Die Schlagzeile der Nationalzeitung \u201eLa\u00dft Irak leben\u201c fand sich auf linksradikalen Transparenten wieder. (\u2026) Je weiter links einer nach g\u00e4ngigem Schema zuvor gestanden hatte, ein desto radikalerer Anh\u00e4nger jener neuen Volksbewegung war er nun, die sich pazifistisch gab, und in welchem Antisemitismus und Hass gegen die Siegerm\u00e4chte pl\u00f6tzlich wieder virulent wurden.\u201c Mit einem instruktiven Bild soll nach Pohrt \u201eim Januar 1991 (\u2026) unter dem Eindruck des Golfkriegs ein Zeitsprung zur\u00fcck in die Luftschutzkeller von 1945 und eine Umpolung\u201c stattgefunden haben: Mit welchem Ergebnis? Richtig geraten: \u201eLinke aus \u00dcberzeugung mutierten zu Nazis von Gem\u00fct.\u201c Pohrt zeigt sich \u00fcberzeugt, dass \u201eGruppen (\u2026), die sich selber als links verstehen und die heute von der Kirche \u00fcber die PDS, die Gewerkschaften und die SPD bis zur RAF reichen, derzeit nur die Wegbereiter einer faschistischen Massenbewegung sein\u201c k\u00f6nnen. Also sowas! Dort, wo sich Pohrt den Einfall einer mutma\u00dflichen, wie er formuliert \u201eUmpolung\u201c dieser besagten Linken in seinen eigenen Text hinein redigiert, ger\u00e4t er in fundamentalen Widerspruch zu seinen eigenen Thesenbildungen. Denn schon im Oktober 1981 hatte er der Friedensbewegung attestiert, eine \u201edeutschnationale Erweckungsbewegung\u201c zu sein, die neben \u201eBlut-und-Boden-Geraune\u201c auch noch \u201edas Heimatgefl\u00fcster\u201c verbreite. (58) 1991 soll diese sich dann um eine \u201ev\u00f6lkische Generalmobilmachung\u201c bem\u00fcht haben, die \u201esich in nichts von der Technik und vom Vokabular der NS-Propaganda unterscheidet.\u201c Mit Verlaub: Will uns Pohrt wirklich weismachen, dass es von deutschnational zur \u201ev\u00f6lkischen Generalmobilmachung\u201c f\u00fcr die \u201eEnkel der Massenm\u00f6rder von einst\u201c eine so weite Wegstrecke ist, dass es gerechtfertigt sein kann, von einer \u201eUmpolung\u201c zu sprechen? Zu vermuten steht, dass Pohrt dieser Lapsus deshalb in seine Abhandlung geriet, weil ihm die Droge Polemik einfach noch tiefer in die Halluzination getrieben hat. Eben auch das war nun sogar noch als eine im Auftrag der besagten Hamburger Stiftung alimentierte \u201eStudie\u201c mit mehr oder minder expliziten Bezug zu Adornos Studien zum Autorit\u00e4ren Charakter geadelt worden. Das finde ich schlimm. (59)<\/p>\n<p>Nimmt man heute noch einmal diese allen Ernstes in Bezug auf Adorno belobigte \u201eStudie\u201c zur Hand, so ist man verbl\u00fcfft: Hier ist es dem Autor durch das Zusammenramschen von bereits gedruckten und allenfalls leicht redigierten konkret-Artikeln gelungen, &#8211; umgangssprachlich formuliert &#8211; den Titel einer \u201eStudie\u201c zu schie\u00dfen. Pohrt r\u00e4umt das in seinem Vorwort sogar direkt ein, wenn er zum Besten gibt, dass die in dieser \u201eStudie\u201c aneinander geleimten Texte \u201eweder einem Konzept (folgen) noch entwickeln sie eines.\u201c<\/p>\n<p>Jahre sp\u00e4ter kam Pohrt in einem Gespr\u00e4ch mit dem Gr\u00fcnder und Herausgeber der antideutschen Wochenzeitschrift Jungle World J\u00fcrgen Els\u00e4sser mit leicht triumphierenden Unterton auf seine \u201eBeobachtungen und logischen Schl\u00fcsse\u201c, auf die sich seine \u201eEinsch\u00e4tzung des hiesigen Golfkriegspazifismus\u201c gest\u00fctzt habe, zur\u00fcck. Explizit verwies er dabei auf sein \u201eBuch &gt;Das Jahr danach&lt;, erschienen 1992.\u201c Hier wei\u00df man zwar auch nicht viel, aber doch eines: Ein Felix Krull begutachtet sich in vorurteilsloser Weise selbst \u2013 mit positivem Ergebnis! (60)<\/p>\n<p>Robert Kurz, der sich schon im M\u00e4rz 1991 entschieden dagegen verwahrt hatte, \u201edem Kapitalismus beim Einfangen seiner selbstgez\u00fcchteten Monster in der 3. Welt behilflich zu sein und diesem Unternehmen auch noch den hochtrabenden Namen einer Anti-Hitler-Koalition zu verleihen\u201c (61), kam zw\u00f6lf Jahre sp\u00e4ter noch einmal auf den \u201eMusik in meinen Ohren\u201c &#8211; Text zur\u00fcck. F\u00fcr ihn hatte Pohrt darin etwas exemplarisch vorexerziert, was Antideutsche dann zu ihrem Mantra machten: \u201eimmer wieder mit an den Haaren herbeigezogenen Scheinbegr\u00fcndungen oder mit erstunkenen und erlogenen Behauptungen\u201c wurden, so Kurz, \u201eihnen missliebige Linke\u201c stets von neuem \u201eals Nazis und Antisemiten\u201c gebrandmarkt. (62)<\/p>\n<p>Noch zu Lebzeiten huldigte der Verleger Bittermann unter mehrfacher positiver Bezugnahme auf diesbez\u00fcgliche Geschmacksurteile des heute als Politikberater f\u00fcr die AfD engagierten Henryk M. Broder Pohrt in einer biographischen Hymne unter dem Titel: \u201eDer intellektuelle Unruhestifter\u201c. Er sei der \u201evielleicht brillanteste(n) Kopf der Linken\u201c der in \u201eeinem ungeheuren publizistischen Kraftakt zum f\u00fchrenden politischen Kommentator (\u2026) im Dunstkreis einer unabh\u00e4ngigen Restlinken (&#8230;) den Ton und manchmal auch die Richtung\u201c vorgegeben haben soll. Indirekt kam der Laudator im Jahre 2005 dabei auch auf den \u201eMusik in meinen Ohren\u201c-Text zu sprechen: Es sei doch \u201enicht zuletzt\u201c dessen \u201evehemente F\u00fcrsprache der amerikanischen Einmischung\u201c gewesen, in der er \u201edie Abwendung vom Pal\u00e4stinenserfeudel hin zu einer Pro-Israel-Haltung (&#8230;) im Golfkrieg 1991 offensiv vertreten\u201c habe.\u201c (63) So kann man die Angelegenheit, gequirlt mit einem Schuss blankem Ressentiment gegen \u201ePal\u00e4stinenserfeudel\u201c, nat\u00fcrlich auch verniedlichen. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter wurde die Pohrt-Laudatio von Bittermann in einem Buchbeitrag \u00fcberarbeitet. Gegen\u00fcber der 2005-Fassung des \u201eUnruhestifter\u201c-Beitrages in der Jungen Welt wurde nun von Bittermann zu dem \u201eMusik-in meinen Ohren\u201c-Text in Bezug auf den darin eingeforderten Atombombeneinsatz gegen Bagdads ohne Beleg der Nachsatz hinterher geschoben: \u201eSp\u00e4ter bedauerte er die \u00c4u\u00dferung, die aus der Erregung dar\u00fcber entstanden war, dass man in Deutschland Saddams Scud-Raketen als selbst verschuldete Bedrohung bagatellisierte.\u201c (64)<\/p>\n<p>Dieser 2010-Band zu Pohrt wurde da und dort aufmerksam gelesen. Ein der Intention der Bittermannschen Laudatio auf Pohrt durchaus folgender Rezensent der TAZ vermerkt immerhin, dass diesem mit seinem besagten Beitrag zum Golf \u201eeine Sicherung\u201c durchgebrannt sein soll. Er h\u00e4lt es hier aber f\u00fcr angezeigt, zugunsten von Pohrt zu mutma\u00dfen, dass es sich hier um \u201eein paar gedankenlos hingeschriebene, von ihm sp\u00e4ter offenbar bereute S\u00e4tze\u201c gehandelt haben soll. Eine Fundstelle f\u00fcr diese Behauptung musste leider auch er schuldig bleiben. (65) Sebastian Tr\u00e4nkle bietet zu den durch Bittermann in diesem Band von Pohrt aus den Jahren 1979 bis 1993 zusammengestellten Beitr\u00e4gen die W\u00fcrdigung feil: \u201eAll diese Texte belegen, dass wohl kaum ein\/e KritikerIn das Adornosche \u00dcbertreibungsparadigma, demzufolge erst die \u00dcbertreibung eines Sachverhalts dessen Wahrheitsgehalt deutlich hervortreten l\u00e4sst, ernster genommen und konsequenter praktiziert hat als Pohrt. Dessen \u00e4tzende Polemik traf immer wieder mit schlafwandlerischer Genauigkeit ins Schwarze. Die Lekt\u00fcre macht deutlich, wie stilbildend Pohrt f\u00fcr die als \u00bbantideutsch\u00ab gelabelte Fraktion der deutschen Restlinken war und noch immer ist.\u201c (66)<\/p>\n<p>Ja, so kann man als Rezensent in der antideutschen Gazette Phase 2 in Bezug auf Pohrt ausgerechnet dem \u201eAdornoschen \u00dcbertreibungsparadigma\u201c hinterher tr\u00e4umen, und das wahrscheinlich unbeleckt von jeder Kenntnis des \u201eMusik-in-meinen-Ohren\u201c-Beitrages. Da ging J\u00f6rg Auberg in seiner fundamentalen Kritik an dem besagten Band ganz anders zur Sache: Bittermann st\u00fclpe in seiner Lobhudelei auf Pohrt seine \u201eeigenen verzerrten Projektionen der historischen Realit\u00e4t\u201c \u00fcber, um \u201eeine intellektuelle Randfigur der 1980er-Jahre (\u2026) als \u00fcberdimensionierte Legende an die Nachwelt zu verkaufen.\u201c Noch als \u201emarodierender Soldknecht gegen die &#8217;neuen sozialen Bewegungen&#8216; der fr\u00fchen 1980er-Jahre (\u2026) in Mainstream-Organen wie der ZEIT und dem SPIEGEL\u201c habe Pohrt in einem Verriss der Friedensbewegung \u201edie Wirkung der Neutronenbombe\u201c verharmlost. Zehn Jahre sp\u00e4ter im Golfkrieg habe er dann \u201ezum Einsatz von Atombomben aufrufen m\u00fcssen, um seiner Reputation als Polemiker noch gerecht zu werden zu k\u00f6nnen.\u201c Hier zeige sich, so Auberg, \u201edas Elend des Provokateurs\u201c, dessen \u201eProvokationen immer schriller daherkommen m\u00fcssen, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu erheischen.\u201c (67)<\/p>\n<p>\u00dcber den im Dezember 2018 verstorbenen Pohrt wird heute allerorten Freundliches publiziert.<\/p>\n<p>In einem Nachruf erinnert der Redakteur des Neuen Deutschland Christof Meueler auch an den besagten \u201eMusik in meinen Ohren\u201c-Text. Er stellte ihn aber indirekt in einem Zusammenhang mit der Vita von Pohrt, die ihm einerseits \u201eunerbittlich,\u201c auf der anderen Seite aber auch \u201ebrillant und auch noch lustig\u201c erschien. Der \u201eMusik in meinen Ohren\u201c-Text ist aber weder brillant noch lustig. (68)<\/p>\n<p>Der Verleger von Pohrt Klaus Bittermann arbeitet derzeit ausweislich einer Tiamat-Verlagsank\u00fcndigung vom Herbst 2020 an einer Biographie unter dem Titel: \u201eDer Intellektuelle als Unruhestifter\u201c, die im Herbst 2021 erscheinen soll. Allerdings ist die von Bittermann im Titel seiner angek\u00fcndigten Pohrt-Biographie durchaus sympathisch anklingende W\u00fcrdigung als \u201eUnruhestifter\u201c mit Blick auf den besagten \u201eMusik in meinen Ohren\u201c-Text nicht haltbar. (69) Denn hier konnte gezeigt werden, dass Pohrt mit diesem Beitrag von seinen eigenen Intentionen her doch gar keine \u201eUnruhe stiften\u201c wollte. Gegen erkennbar Schw\u00e4chere ging es ihm erkl\u00e4rterma\u00dfen darum, voller \u201eHa\u00df und Verachtung\u201c abzukotzen, abzurechnen, abzuhetzen. Gegen die von ihm als \u201eKinder und Enkel der Massenm\u00f6rder von einst\u201c markierten Delinquenten sollte durch die bundesdeutschen Sicherheitsbeh\u00f6rden zugeschlagen werden.<\/p>\n<p>2020 hat Bittermann den \u201eMusik-in-meinen-Ohren\u201c-Text in die von ihm herausgegebene sogenannte Werkausgabe zu Pohrt Band 7 aufgenommen. Bittermann vermerkt hier in einer Fu\u00dfnote, dass Pohrt diesen Artikel nicht in einem seiner B\u00fccher wiederver\u00f6ffentlicht hat, \u201eweil er zu sehr aus der Emp\u00f6rung heraus geschrieben worden sei.\u201c (70)<\/p>\n<p>Allerdings wollte der Verleger in einer Vorbemerkung nicht darauf verzichten, Pohrt als jemanden zu w\u00fcrdigen, der \u201evon 1990 bis 1994 (&#8230;) im Auftrag der von Jan Philipp Reemtsma ins Leben gerufenen Hamburger Stiftung zur F\u00f6rderung von Wissenschaft und Kultur Studien \u00fcber das \u201aMassenbewusstsein\u2018 in Deutschland (verfasst habe), die sich methodisch an Adornos \u201aThe Authoritarian Personality\u2018 orientierten.\u201c Danach findet Bittermann eine Vielzahl von warmen Worten f\u00fcr den Sammelband \u201eDas Jahr danach\u201c. Es ist just der Band, in dem Pohrt sein konkret-Pamphlet aus dem M\u00e4rz 1991, lediglich leicht redigiert, erneut feilgeboten hatte. Man soll sich hier also auch merken: Auch das Pohrtsche Verdikt, dass man doch gar \u201ekeine Phantasie mehr (dazu brauche), um sich die Antiimpis oder die Autonomen als Volkssturmabteilungen der Hitlerjugend oder als Verb\u00e4nde der Aktion Werwolf vorzustellen\u201c, ist nicht einfach nur voller Ha\u00df und Verachtung, von der ja Pohrt in seinem Beitrag selber sprach, hingerotzt, sondern \u201emethodisch an Adornos &gt;The Authoritarian Personality&lt; orientiert.\u201c \u201eSubtil, subtil!\u201c, soll man sich da nat\u00fcrlich denken. Auf solche Einf\u00e4lle muss man als Verleger wohl schon mal kommen, um die Ware an den Mann zu bringen. Bittermann tut hier kund: \u201eSo ist dieses Buch eigentlich eines \u00fcber den Drang, sich ins Verderben zu st\u00fcrzen, ohne dass es den Anspruch erh\u00f6be, diesen Drang wirklich begreifen zu k\u00f6nnen.\u201c (71) Das trifft in Bezug auf die Publikationsvita von Pohrt einen wahren Punkt, ohne dass das der Verleger nat\u00fcrlich selbst \u201ewirklich begreifen\u201c kann.<\/p>\n<p>Ein Rezensent im\u00a0 Neuen Deutschland war von dieser \u201eWerkedition\u201c, der er \u201eeinen hohen dokumentarischen und wissenschaftlichen Wert\u201c beima\u00df, so begeistert, dass er wohl auch den dort dokumentierten \u201eMusik-in-meinen-Ohren\u201c-Beitrag in sein Lob von \u201ewichtigen Artikeln und Aufs\u00e4tzen zur reaktion\u00e4ren Nachwendekrise mit allen soziopathischen Verwerfungen vom Ausl\u00e4nderhass bis zum Gro\u00dfmachtimperialismus\u201c mit einschloss. Ihm erscheinen die hier erneut publizierten Suren des Wolfgang Pohrt als \u201eein gehaltvolles und ersch\u00fctterndes Panoptikum aus der Zeit, als die Zukunft abgeschafft wurde und die Dauerkrise der perspektivischen Vernunft ihre institutionelle Zementierung erfuhr.\u201c (72) Wenn man die hier in Anschlag gebrachten Begriffe: \u201eErsch\u00fctterndes Panoptikum\u201c, \u201eDauerkrise der perspektivischen Vernunft\u201c und \u201einstitutionelle Zementierung\u201c noch einmal vor dem geistigen Auge Revue passieren l\u00e4sst, dann wei\u00df man zwar auch nicht viel, aber doch eines: Hier bringt ein Rezensent f\u00fcr Pohrt wirklich eine ganz, ganz gro\u00dfe rhetorische M\u00fcnze an den Start, ohne dessen Texte eigentlich in irgendeiner Weise kritisch zur Kenntnis zu nehmen.<\/p>\n<p>Wie es denkbar sein kann, auf das \u201eNachleben des Sozialkritikers Wolfgang Pohrt\u201c eine Eloge zu singen und zugleich um dessen wohl politisch wichtigsten politischen Beitrag in dessen Publikationsvita elegant herum zu schreiben, hat Anfang Juni 2020 Dietmar Dath in einem Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gezeigt. \u201eWas \u201aGesellschaftskritik\u2018 ist und wie das geht, wusste Wolfgang Pohrt\u201c, zeigt sich Dath hier \u00fcberzeugt und f\u00fchrt weiter aus: \u201eDas Ideal der linken Gesellschaftskritik (\u2026) war immer \u201eohne Angst leben\u201c (Adorno)\u201c um so \u201edie Drohung (&#8230;) zu minimieren.\u201c Danach schwelgt Dath: \u201eKaum ein publizistisches Werk hat in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zerfall der Protestbewegung der Sechziger dieses Ideal r\u00fccksichtsloser gegen die Welt wie gegen sich selbst verfolgt als Pohrts Schaffen.\u201c Er sei es doch gewesen, der immer wieder \u201eeiskalte Vivisektionen linker Tagesgewissheiten\u201c vorgenommen habe. (73)<\/p>\n<p>Dath wei\u00df gut zu formulieren, wie auch der atlantizistisch ausgerichteten FAZ noch ein jeder willkommen ist, der dem Antimilitarismus Mores lehrt. An den Genossen Dath w\u00e4re aber die R\u00fcckfrage zu stellen, ob er denn nicht auch die von Pohrt im M\u00e4rz 1991 publizistisch offen ge\u00e4u\u00dferte Absicht, \u201epiepsstimmigen ErzieherInnen\u201c durch die Polizei in die Fresse hauen zu lassen, explizit als \u201eeiskalte Vivisektionen linker Tagesgewissheiten\u201c durchgehen lassen will. So ohne weiteres ist hier ja nicht ganz einsichtig, inwieweit das sich eigentlich dem Ziel verpflichtet wei\u00df, \u201eohne Angst (zu) leben\u201c (Adorno)\u201c, um eben auch so \u201edie Drohung (&#8230;) zu minimieren\u201c?<\/p>\n<h2>Realpolitische Konsequenzen aus der Golfkriegsdebatte f\u00fcr die Politik der Bundesrepublik<\/h2>\n<p>Die Rezeption des Pohrt-Beitrages aus dem M\u00e4rz 1991 ist damals wie heute f\u00fcr die Zukunft einer au\u00dferinstitutionellen Linken in diesem Land von einer gewissen Bedeutung. In nuce l\u00e4sst sich hier die grauenhafte Selbstzerst\u00f6rung einer Intellektualit\u00e4t nachvollziehen, die alle humanen wie emanzipatorischen Ma\u00dfst\u00e4be preisgegeben hat. Bedeutsamer aber f\u00fcr die Realpolitik der Bundesrepublik waren die damals vor allem von Enzensberger und Habermas entfalteten Argumentationsfiguren. Auch sie sorgten mit daf\u00fcr, dass Joschka Fischer im Fr\u00fchjahr 1999 mit seiner aktiven Beteiligung am NATO-Angriffskrieg gegen den Bundesrepublik Jugoslawien gewisserma\u00dfen \u201epolitikf\u00e4hig\u201c wurde. Enzensberger war es, von dem bei der Figur des vom Westen jahrzehntelang alimentierten Diktators Saddam Hussein 1991 \u201esubstantielle \u00c4hnlichkeiten\u201c mit Adolf Hitler entdeckt worden waren, die ihn an \u201everborgene Kontinuit\u00e4ten (und) Restbest\u00e4nde des Faschismus\u201c denken lie\u00dfen. Auch von Habermas war das zeitgen\u00f6ssisch zur\u00fcckgewiesen worden: Enzensberger sei ein Intellektueller, der sich nicht \u201edurch politischen Scharfsinn\u201c auszeichne und der immer mal wieder ausprobiere, \u201ewieweit sich eine verr\u00fcckte These ausreizen l\u00e4\u00dft.\u201c Allerdings, so Habermas hier so klug wie treffend: Man m\u00fcsse Enzensberger gerade nicht als Historiker oder politischen Analytiker, sondern als Seismographen ernstnehmen: \u201eEr hat die Nase im Wind.\u201c (74)<\/p>\n<p>Ganz \u00e4hnlich wie Enzensberger 1991 in seiner Golfkriegsbef\u00fcrwortung hatte auch Joschka Fischer im Fr\u00fchjahr 1999 im Amt des Bundesau\u00dfenministers mit seiner Begr\u00fcndung des Angriffskrieges gegen die Bundesrepublik Jugoslawien \u201edie Nase im Wind\u201c. Und so wie Enzensberger an Saddam Hussein mit einem Mal \u00c4hnlichkeiten zu Adolf Hitler aufgefallen waren, erging es &#8211; wie es der Zufall will &#8211; auch Fischer. Drei Wochen nach dem Kriegsangriff brannten sich ihm die \u00c4hnlichkeiten des Pr\u00e4sidenten von Serbien Slobodan Milo\u0161evi\u0107 mit Hitler soweit in seine Wahrnehmung hinein, dass er nicht mehr umhin konnte, die \u00d6ffentlichkeit dar\u00fcber zu informieren. (75) Mehr noch: Es war Fischer selbst, der in seiner Rede auf dem Bielefelder Sonderparteitag der Gr\u00fcnen Mitte Mai 1999 die beiden Junktims Nie-wieder-Auschwitz und Nie-wieder-Krieg in rhetorisch gewiefter Weise aufrief: \u201eIch stehe auf zwei Grunds\u00e4tzen, nie wieder Krieg, nie wieder Auschwitz, nie wieder V\u00f6lkermord, nie wieder Faschismus. Beides geh\u00f6rt bei mir zusammen.\u201c (76)<\/p>\n<p>Bekanntlich diente Fischer das dazu, den NATO-Einsatz gegen Auschwitz auszuspielen, um so weiter den Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien durchf\u00fchren zu lassen. War es denn nicht Habermas, der Mitte Februar 1991 in der ZEIT den Gedanken: \u201eEs kann schlimmere \u00dcbel geben als den Krieg\u201c hatte verlauten lassen? So hat sich der Habermassche Einfall letztlich zur Begr\u00fcndung f\u00fcr den von Bundesau\u00dfenminister Joseph Fischer acht Jahre sp\u00e4ter mit zu verantworteten Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien als n\u00fctzlich erwiesen. (77)<\/p>\n<p>Immerhin wurden die Kriegsgegner gegen den Nato-Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien 1999 in der innenpolitischen Debatte dieses Landes nicht &#8211; wie noch w\u00e4hrend des Golfkrieges &#8211; als \u201eAntisemiten\u201c gebrandmarkt. \u201eWei\u00dfw\u00e4scher der Politik eines neuen Faschismus\u201c, so im Bundestag von Fischer gegen Gregor Gysi herausgebr\u00fcllt, musste hier reichen. (78) Auf den Einsatz des Diskursjokers Antisemitismus wurde seitens der rot-gr\u00fcnen Regierung oder ihr nahestehende Intellektuelle verzichtet. Es w\u00e4re wohl in der Bev\u00f6lkerung nicht ganz verstanden worden.<\/p>\n<p>Ich danke Klaus Wernecke f\u00fcr Kritik und Anregungen zu diesem Text<\/p>\n<p>Markus Mohr \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2021<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Den ersten Teil findet ihr hier:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2021\/02\/23\/ehrbarer-antisemitismus-die-resistenz-gegen-den-zweiten-golfkrieg-und-die-falsche-alternative-frieden-oder-rettet-israel-von-markus-mohr\/\"><strong>Ehrbarer Antisemitismus? Die Resistenz gegen den zweiten Golfkrieg und die falsche Alternative \u201eFrieden oder Rettet Israel!\u201c<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Den zweiten Teil hier:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2021\/02\/27\/ehrbarer-antisemitismus-von-markus-mohr-teil-ii\/\"><strong>Ehrbarer Antisemitismus? Mit Hass und Verachtung \u00fcberbietet Wolfgang Pohrt alle \u2026.<\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnoten:<\/strong><\/p>\n<p>(56) \u00a0Noch Ende September 1991 wusste Gremliza an Pohrt zu r\u00fchmen, dass dieser \u201ein den letzten zehn Jahren nie auf die jeweils neuesten Moden der Linken (\u2026) hereingefallen (sei) und zudem pr\u00e4ziser denkt und besser schreibt als die meisten linken Autoren.\u201c O.N., &#8222;&#8230;man mu\u00df dem Verrat grunds\u00e4tzlich abgeneigt sein&#8230;&#8220; \/ Ein Gespr\u00e4ch mit Hermann L. Gremliza, in: ak Nr. 334 vom 23.9.1991, S. 30<\/p>\n<p>(57) cl. (Clemens Nachtmann), ak dubios \u2013 oder: Der Wille zur Verurteilung, in: ak Nr. 333 vom 26.8.1991, S. 37. Siehe hierzu auch den dazu kritischen Leserbrief von Ulrich, Gruppe K, Eine Neurose: Das \u00dcberbordwerfen bisheriger linker Positionen als Selbstzweck, in: ak Nr. 334 vom 23.9.1991, S. 38<\/p>\n<p>(58) Wolfgang Pohrt, Ein Volk, ein Reich, ein Frieden \/ \u00dcber die Friedensbewegung und das neue, alte Heimatgef\u00fchl, in: ZEIT Nr. 45 vom 30. Oktober 1981, S. 41Ff<\/p>\n<p>(59) Wolfgang Pohrt, Golfkriegspazifismus \/ Friedensseliger Ha\u00df auf Israel und die USA, in: W. Pohrt, Das Jahr danach \/ Ein Bericht \u00fcber die Vorkriegszeit (Studie im Auftrag der Hamburger Stiftung zur F\u00f6rderung von Wissenschaft und Kultur) Berlin 1992, S. 33 \u2013 150. Die Zitate finden sich auf den S. 37, 38, 39 und 127<\/p>\n<p>(60)\u00a0 J\u00fcrgen Els\u00e4sser, (Gespr\u00e4ch mit W. Pohrt), Mit Hillary und Billary f\u00fcr den Krieg? Wolfgang Pohrt \u00fcber die Golfkrise 1991 und 1998, das Elend der Friedensbewegung und den falschen Abschied von der Linken, in: Jungle World Nr. 9 vom 26.2.1998, URL: <a href=\"https:\/\/jungle.world\/artikel\/1998\/09\/mit-hillary-und-billary-fuer-den-krieg\">https:\/\/jungle.world\/artikel\/1998\/09\/mit-hillary-und-billary-fuer-den-krieg<\/a> Wieder abgedruckt in: Wolfgang Pohrt, FAQ, Berlin 2004, S. S. 63 \u2013 68<\/p>\n<p>(61) \u00a0Robert Kurz, Die wirkliche Quelle des \u00dcbels \/ Acht Thesen zum Golfkrieg, in: konkret Nr. 3 vom M\u00e4rz 1991, S. 16<\/p>\n<p>(62) \u00a0Robert Kurz, Absaufprobleme \/ Nachlese zur Kontroverse um Wolfgang Pohrt in dieser Zeitung, in: Junge Welt vom 13.10.2003, S. 12<\/p>\n<p>(63) Klaus Bittermann, Der intellektuelle Unruhestifter \/ Wolfgang Pohrt war zwanzig Jahre der brillanteste Polemiker in Deutschland. Jetzt schweigt er, und das Elend geht weiter, in: Junge Welt vom 9.7.2005, S. 6\/7<\/p>\n<p>(64) Klaus Bittermann, Der intellektuelle Unruhestifter, in: Wolfgang Pohrt, Gewalt und Politik \/ Ausgew\u00e4hlte Reden &amp; Schriften, Berlin 2010, S. 425-438, hier S. 438<\/p>\n<p>(65) Felix Baum, Publizistische Einmannguerilla \/ Er traf nicht immer ins Schwarze, aber er bleibt der sch\u00e4rfste und kl\u00fcgste Polemiker der Nachkriegslinken: Wolfgang Pohrt, in: taz vom 20.5.2010, S. 17<\/p>\n<p>(66) Sebastian Tr\u00e4nkle, Schreiben als Schie\u00dfen, in: Phase 2 Nr. 38 vom Winter 2010, S. VII \u2013 VIII<\/p>\n<p>(67) J\u00f6rg Auberg, Nachruf auf eine Bestie \/ Wolfgang Pohrts Schriften aus den 1980er Jahren liegen in einer Neuausgabe vor, auf: literaturkritik Nr. 7 vom Juli 2010, URL: https:\/\/literaturkritik.de\/id\/14564<\/p>\n<p>(68) Christof Meueler, Gegen den Applaus \/ Er war unerbittlich, brillant und auch noch lustig: zum Gl\u00fcck wurde seine Werkausgabe begonnen, in: ND vom 22.12.2018, URL: https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1108636.nachruf-wolfgang-pohrt-gegen-den-applaus.html<\/p>\n<p>(69) Der Aufsatz von Bittermann zu Pohrt 2010 wurde j\u00fcngst wieder abgedruckt, in: associazione delle talpe (Hrsg.): Maulwurfsarbeit V, Bremen 2020, S. 90 \u2013 93<\/p>\n<p>(70) \u00a0Klaus Bittermann (Hrg), Wolfgang Pohrt, Werke Band 7 \/ Das Jahr danach &amp; Texte 1990-1992, Berlin (Edition Tiamat) 2020, S. 440<\/p>\n<p>(71) Klaus Bittermann, Wolfgang Pohrt, Werke Band 7 a.a.O., Vorbemerkung<\/p>\n<p>(72) Detlef Kannapin, Innere Einheit als reaktion\u00e4res Projekt \/ Kapitalistische Ideologie schl\u00e4gt sozialistischen Erfahrungshorizont: Wolfgang Pohrt \u00fcber die Wende, in: Neues Deutschland vom 29.12.2020, URL: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1146372.wolfgang-pohrt-innere-einheit-als-reaktionaeres-projekt.html\">https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1146372.wolfgang-pohrt-innere-einheit-als-reaktionaeres-projekt.html<\/a><\/p>\n<p>(73) Dietmar Dath, Wirkung? Im Gegenteil! F\u00fcr Pohrt besagte das Wort \u201eWegwerfgesellschaft\u201c, dass die Menschen die Welt nicht mehr als \u201eDom\u00e4ne ihres Willens\u201c(Marx) begreifen. \u2013Wie denken und schreiben, wenn keiner mehr willens ist, im entscheidenden Augenblick etwas Richtiges zu tun? Das Nachleben des Sozialkritikers Wolfgang Pohrt, in: FAZ vom 3.6.2020, S. N3<\/p>\n<p>(74) \u00a0J\u00fcrgen Habermas, Vergangenheit als Zukunft \/ Das alte Deutschland im neuen Europa? (Ein Gespr\u00e4ch mit Michael Haller), Z\u00fcrich 1991, S. 24\/25<\/p>\n<p>(75) DPA, Fischer: Milo\u0161evi\u0107 ist ein neuer Hitler, in: taz vom 13.4.1999, S. 3,URL: https:\/\/taz.de\/!1293405\/<\/p>\n<p>(76) Joschka Fischer, Ausz\u00fcge aus der Rede auf dem Sonderparteitag der Gr\u00fcnen in Bielefeld, auf: SPON vom 13.5.1999, URL: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/wortlaut-auszuege-aus-der-fischer-rede-a-22143.html\">https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/wortlaut-auszuege-aus-der-fischer-rede-a-22143.html<\/a>. Siehe auch Joschka Fischer, Rede zum NATO-Einsatz im Kosovo, Eintrag auf Wikipedia, URL: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rede_Joschka_Fischers_zum_NATO-Einsatz_im_Kosovo<\/p>\n<p>(77) Vor dem Bielefelder Kriegsparteitag der Gr\u00fcnen bef\u00fcrwortete Habermas den NATO-Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien. Siehe: J. Habermas, Bestialit\u00e4t und Humanit\u00e4t \/ Ein Krieg an der Grenze zwischen Recht und Moral, in: ZEIT Nr. 18 vom 29.4.1999. Allerdings beklagte Habermas an der Pro-Kriegs-Position von Fischer einen \u201eOverkill an fragw\u00fcrdigen geschichtlichen Parallelen.\u201c Siehe: Michael J\u00e4ger, Habermas dixit \/ <strong>MENSCHENRECHTE<\/strong> Was der Mensch tun sollte, aber nicht tut, auf: FREITAG-Blog vom 7.5.1999, URL: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/habermas-dixit\">https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/habermas-dixit<\/a><\/p>\n<p>(78) BT-PL-Prot. 14\/32 vom 15.4.1999, S. 2639<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Views: 772<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der dritte Teil von \u201eEhrbarer Antisemitismus\u201c setzt sich mit dem Nachleben von ein paar Argumentationsfiguren aus den Auseinandersetzungen zum Golfkrieg des Jahres 1991 in der Gegenwart auseinander. Zentral hier die ex- wie impliziten Referenzen auf den Beitrag von Pohrt \u201eMusik in meinen Ohren\u201c in der konkret vom M\u00e4rz 1991. F\u00fcr die Realpolitik der Bundesrepublik bedeutsamer aber sind die von Hans Magnus Enzensberger und J\u00fcrgen Habermas entfalteten Argumentationsfiguren, die zur Begr\u00fcndung des Angriffskrieges der NATO im Fr\u00fchjahr 1999 auf die Bundesrepublik Jugoslawien herangezogen werden konnten.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":10452,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[5,8,14,16,24,25,30,31,34,35],"tags":[4263,2800,208,293,295,392,4107,4264,4228,4240,3752,4234,1081,1171,3036,1711,4265,4254,2159,2799,3757,4235],"class_list":["post-10482","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-04-texte","category-antifaschismus","category-autonome-theorie-praxis","category-deutsche-kriegspolitik","category-imperialismus","category-kapitalis-mus-s","category-militante-geschichte","category-nahost-israel-palastina","category-politik","category-proteste","tag-2-golfkrieg","tag-adorno","tag-antisemitismus","tag-autonome","tag-autonome-l-u-p-u-s-gruppe","tag-bellizismus","tag-bellizistische-linke","tag-bittermann","tag-ehrbarer-antisemitismus","tag-friedensbewegung","tag-gremliza","tag-habermas","tag-hans-magnus-enzensberger","tag-hitlers-wiederganger","tag-markus-mohr","tag-nato","tag-nato-angriffskrieg-gegen-den-bundesrepublik-jugoslawien","tag-robert-kurz","tag-saddam-hussein","tag-theodor-w-adorno","tag-wolfgang-pohrt","tag-zweiter-golfkrieg"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/wolfwetzel.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Golfkrieg-Wolfgang-Porth-II-1991.jpg?fit=732%2C366&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10482","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10482"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10482\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10514,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10482\/revisions\/10514"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10452"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10482"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10482"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10482"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}