Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten!

Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten. Sorry. Jetzt müssen sie ohne uns auskommen. Ohne Putzfrau, ohne Au-Pair-Mädchen, ohne Personaltrainer, ohne Kindermädchen. Ohne Selbstaufopferung, ohne Überstunden, ohne Dankbarkeit, ausgebeutet zu werden. Das wäre doch mal etwas – anderes.

Sommer der Freiheit – Verboten!

Für das letzte Wochenende im Juli 2021 hatten verschiedene Spektren der „Querdenker“ zu zahlreichen Demonstrationen in Berlin aufgerufen. Das Motto lautete: „Sommer der Freiheit“. Die Berliner Versammlungsbehörde hatte eine andere Vorstellung von Freiheit und verbot alle geplanten Demonstrationen, die die Kritik an der Corona-Politik der Bundsregierung zum Thema hatten.

„Wir kommen, um das Schweigen zu brechen …“

„Wir wollen weiter tanzen“ … diesen Refrain hört man in Frankreich in den letzten Wochen immer häufiger. Gesungen und getanzt auf zahlreichen Flashmobs an öffentlichen Plätzen. Der Chanson „Danser encore“ hat sich in den letzten Wochen die Straße erobert, die Ausgangssperre überwunden, das Home office verlassen und dem Wort Solidarität und Gemeinschaft einen Sinn, einen spürbaren, erlebbaren Sinn gegeben.

Herrschaft der Angst. Von der Bedrohung zum Ausnahmezustand

Die aktuelle Diskussion über eine “Novellierung” des Ausnahmezustandes, der ganz sicher nicht das Virus besiegt, dafür den Föderalismus und den Anspruch auf Begründetheit von Maßnahmen (wie die einer Ausgangssperre), ist eine Einladung, sich mit der Geschichte der Ausnahmezustände zu beschäftigen. Wer noch ganz viel Galgenhumor aufbringen kann, der könnte die Ankündigung einer Novellierung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) im Affentempo für einen Promotion-Gag halten, um dem Mitte April erscheinenden Buch „Herrschaft der Angst“ eine passende Kulisse zu bieten. Einen Zusammenhang kann man jedoch definitiv ausschließen.