Es spricht nicht viel dafür, dass die politische und ökonomische Klasse auf eine faschistische Option setzt. So verrückt sich das angehört, aber ein sehr gewichtiger Grund ist die Niederlage der Faschismen in den 1940er Jahren.
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Es spricht nicht viel dafür, dass die politische und ökonomische Klasse auf eine faschistische Option setzt. So verrückt sich das angehört, aber ein sehr gewichtiger Grund ist die Niederlage der Faschismen in den 1940er Jahren.
Dieser Beitrag versucht, mit dem Wissen der letzten 50 Jahre einen Ausblick zu wagen. Wie steht es um die Demokratie? Wieviel davon bleibt uns? Mit was müssen wir rechnen? Über welche Enttäuschungen müssen wir sprechen? Was müssen wir zusammen tun?
Es ist nicht alles schwarz-weiß. Dennoch:
Wir müssen uns entscheiden, mehr denn je,
in dem Wissen, dass es mehr als schwarz oder weiß gibt.
Man könnte meinen und hoffen, dass die evangelischen Institutionen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg gelernt haben, als sie in der Führungsspitze beide Weltkriege, beide Kriegsnarrative mittransportiert und legitimiert hatten. Nichts davon ist zu erhoffen und zu erwarten.
Ganz egal, wieviel den Menschen in der Ukraine bleibt, von dem ganz wenigen, das sie bereits vor dem Krieg hatten. Die Selenskyjs werden noch reicher werden, abgesehen von den etwa 40 Millionen Euro, die sie bereits vor dem Krieg auf anonymen Offshore-Konten geparkt haben.
„Ein deutscher Professor (…) erzählte mir, dass er im Unterricht versuchte, den Holocaust zum universellen Paradigma menschlicher Leiderfahrung zu erheben. Die Reaktion seiner Studenten hatte er nicht erwartet: Die Schwarzen wollten, dass man über die Sklaverei redet. Die Roten hoben den an den Indianern begangenen Völkermord hervor. Die japanischen Gelben wollten, dass man Hiroschima und Nagasaki thematisiert. Die chinesischen Gelben beklagten (…) Jedes Kollektiv (…) hatte seine eigenen Traumata. Jedes hatte seinen eigenen Holocaust.“
Wenn man sie weder für die eine Kriegspartei, noch die andere entscheidet, dann ist man nicht neutral, sondern schafft die Bedingung dafür, über die russisch-ukrainische Kriegsfront hinauszuschauen.
Es gibt kein Thema, das mit Fragekarten abgehandelt wird.
Es gibt keine „Moderation“, die um das erwünschte Ergebnis weiß bzw. dafür zu sorgen hat.
Und: Wir blenden Widersprüche nicht aus, sondern geben uns Mühe, ihnen nachzugehen, sie nicht als Störfaktor, sondern als Erkenntnisbedingung zu begreifen.
Der Kampf gegen den Antisemitismus als Regierungsformat bekämpft nicht den Judenhass, sondern schützt imperiale und postkoloniale Verhältnisse
Wenn es nicht so niederschmetternd wäre, müsste man dankbar sein, über das, was ein Wandbild auf der Documenta 15 in Kassel im Jahre 2022 ausgelöst hat und die VIP-Lounge dahinter zum Toben bringt.
Ich bin durch Zufall dazu gestoßen. Der wesentliche Grund ist merkwürdig, emotional oder gar bizarr. Mir gefallen die Verschiedenheiten, die unterschiedlichen Biografien, die sich nicht totschweigen, sondern in und mit diesem Projekt zusammenkommen. Also genau das Gegenteil von dem, was ich in den letzten Jahren erlebe – Abgrenzung, Diffamierungen, die epidemische Ausbreitung von „Corona“ – Tabu-Zonen. Ich nenne es Affekt-Praktiken.