„Wir brauchen keine anderen Herren, sondern keine.“ (Bertold Brecht, Ballade vom Wasserrad, 1932/33)
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„Wir brauchen keine anderen Herren, sondern keine.“ (Bertold Brecht, Ballade vom Wasserrad, 1932/33)
In diesem Gespräch geht es um Skandalwellen, auf denen wir oft mitsurfen, um Personalisierungen, die geteilt werden, indem wir „nur“ das andere Personal in Grund und Boden reden und um „David“, der nicht unrecht hat, weil er gegen „Goliath“ nur eine Steinschleuder hat.
Bei dieser Frage geht es nicht um individuelle Entscheidungen. Es geht um die Frage, wann ein Staat Kriegspartei ist bzw. wird? Geht es dabei um politische Unterstützung? Ist man erst Kriegspartei, wenn man Soldaten dorthin schickt?
Seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten geht ein Gespenst um: Rechts und links seien als politische Koordinaten überholt und nicht mehr zeitgemäß – also total out. Das sagen vor allem jene, die rechte, reaktionäre Politik betreiben.
In Lesson I ging es darum, den Sinngehalt des Wortes „Verschwörungsideologie“ freizulegen, weil er dann genug über die aussagt, die es wie ein Leichentuch über alles legen, was ihnen nicht in den Kram passt. Jetzt geht es um den Begriff „Verschwörungstheorie“.
„Wenn Wörter semantisch entleert und in ihrer Bedeutung beliebig werden, wenn Sätze nur noch affektive Appelle sind, ohne in argumentative Zusammenhänge eingebettet zu sein (…), ist einem vernünftigen Denken die Basis entzogen.“ (Rainer Mausfeld)
Nun scheint der Geschichtsrevisionismus auf breiter Front auf dem Vormarsch und ganz in der Mitte angekommen zu sein. Denn neben der „Freiheit“ der Ukraine geht es eben auch um die ‚Befreiung‘ von der eigenen faschistischen Vergangenheit, mit der man nie gebrochen hat und deren größter Fehler war, nicht gesiegt zu haben.
Was man unter links und/oder rechts versteht, sei in die Jahre gekommen. Man sagt auch, dass die Begriffe überholt seien. Links und rechts seien beliebig (geworden). Auch was man unter rechts zu verstehen hat, sei ausgefranst und in seiner begrifflosen Verwendung völlig substanzlos.
Ich widerspreche dem ausdrücklich.
Es spricht nicht viel dafür, dass die politische und ökonomische Klasse auf eine faschistische Option setzt. So verrückt sich das angehört, aber ein sehr gewichtiger Grund ist die Niederlage der Faschismen in den 1940er Jahren.
Dieser Beitrag versucht, mit dem Wissen der letzten 50 Jahre einen Ausblick zu wagen. Wie steht es um die Demokratie? Wieviel davon bleibt uns? Mit was müssen wir rechnen? Über welche Enttäuschungen müssen wir sprechen? Was müssen wir zusammen tun?