Mehr Russen töten – was sonst?
Dafür muss man sich doch nicht in D. entschuldigen! In Deutschland gehört es vielmehr zum guten Ton, Russen den Tod zu wünschen. Man hat das nicht nur so daher gesagt, sondern sehr lange alles dafür getan, dass Russen getötet werden. Man hat diese „Drecksarbeit“ aber nicht anderen überlassen, sondern selbst Hand angelegt. In etwa 27 Millionen Russen wurden ermordet. Damals nannte man dies die „Operation Barbarossa“. Um genau zu sein, der Krieg des Nazi-Deutschlands gegen die Sowjetunion, den man 1941 begann und 1945 verlor.
Das kann man den Russen nicht verzeihen.
Jetzt ist man schlauer. Man lässt – vorläufig – andere die „Drecksarbeit“ machen. Zu allererst die ukrainischen Soldaten. Mittlerweile werden auch Söldnern verheizt. Das Ziel ist klar und von Anfang an formuliert: Man will Russland „ruinieren“. Diese Zielvorgabe machte die damaligen grüne Außenministerin Annalena Baerbock.
Heute, in Deutschland, braucht man dafür keine profaschistische Partei, wie die AfD. Es reicht (wie damals) vollkommen, konservativ, revanchistisch und weltkriegsbereit zu sein. Wie die FAZ, das Flaggschiff des gepflegten Konservatismus.
Diese schickte einen ganz kriegsgeilen Reporter zur Pressekonferenz am 8. August 2026 nach Serbien, wo man dem serbischen Präsidenten Srbije Aleksandar Vučić und dem ukrainischen Schauspiel-Präsidenten Selenskij Fragen stellten konnte.
Man erinnere sich: 1999 gehörte Deutschland zu den führenden Nationen, die die Bundesrepublik Jugoslawien zerschlagen wollten und dafür alle Propagandalügen ins Feld führten: ethnische Säuberung, Völkermord, KZs. Die KZs will der damalige Verteidigungsminister Scharping gesehen haben, in Jugoslawien, in Pristina.
Das krönte dann der deutsche Außenminister Joschka Fischer mit der historischen Toppleistung, man wolle, also müsse ein „zweites Auschwitz“ verhindern. Wie gesagt, in der BR Jugoslawien. Überall woanders wird ein solcher Vergleich vor allem als Geschichtsrelativismus und Antisemitismus gegeißelt.
Nun, über 25 Jahre später, tritt man wieder als Herrenmensch auf: Der Angriffskrieg gegen die BR Jugoslawien hatte Erfolg, die Bundesrepublik wurde filetiert. Die Kriegsverbrechen wurden vergoldet! Kein einziger deutscher Minister wurde wegen Beihilfe zu Kriegsverbrechen angeklagt, geschweige denn verurteilt.
Auf besagter Pressekonferenz vom 8. August 2026 stellte der FAZ-Journalist Michael Martens folgende Frage an den ukrainischen Schauspielerpräsidenten Wolodymyr Selenskyj:
„Können Sie uns Europäern konkret sagen, was wir tun können, um ihnen zu helfen, mehr Russen zu töten? Mehr russische Soldaten, natürlich.“
Als dieser Mordaufruf aus deutschem Munde doch ein wenig Irritation ausgelöst hatte, stellte die FAZ-Redaktion bemerkenswert dumm richtig: Das Töten von möglichst vielen russischen Soldaten entspräche nicht der Redaktionslinie. Na dann … ist doch alles wieder im Lot.
Das wollte der Mordsgehilfe der FAZ nicht auf sich sitzen lassen und verweigerte sich jeder Zweideutigkeit:

„Nein, liebe Freunde von Sputnik, es ist nicht „skandalös“, den ukrainischen Präsidenten zu fragen, wie Europa der Ukraine helfen kann, mehr Russen zu töten. Das ist genau das, was gebraucht wird. Skandalös ist der Krieg eures Sponsoren Putin gegen die Ukraine.“
Wenn das nicht skandalös ist …
„Jeder Schuss ein Russ.“
Dann wäre doch folgender Vorschlag geradezu pazifistisch und ganz sicher antirassistisch:
Der Krieg gegen Russland, auf dem Boden der Ukraine, begann nicht 2022.
2014 fand u.a. mit Hilfe von US-Geheimdiensten der Putsch gegen die gewählte Regierung statt. Was als „Euro-Maidan“ im Gedächtnis bleiben soll, war ein Regime Change, um eine „prorussische“ Regierung wegzuputschen. Die namhaften und einflussreichen Personen und Drahtzieher sind bekannt.
2015 wurden die Minsker-Abkommen geschlossen, die einen politische Weg aus dem gesuchten Konflikt bahnen sollten. Führende Beteiligte an diesen Abkommen (wie die damalige Bundeskanzlerin Angelika Merkel) gaben später verschmitzt zu, dass diese Abkommen „Zeit verschaffen“ sollten, um den Krieg – besser bewaffnet – wieder aufnehmen zu können.
Über sieben Jahre wurden diese Abkommen vorsätzlich sabotiert. Die OSZE zählte über 10.000 Angriffe vonseiten der „Ukraine“, wobei die faschistischen Assov-Brigaden eine wesentliche Rolle in diesem nicht erklärten Krieg spielten.
Besonders bizarr ist die Tatsache, dass man der Sprengung von „Nordstream I und II“ im Jahr 2022 geradezu demütig zugeschaut hat. Die Pipelines Nordstream I und II sollten durch russisches Gas vor allem Deutschland von arabischen und US-amerikanischen Energielieferungen unabhängiger machen – und das zu einem absoluten Vorzugspreis. Als der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz am 7. Februar 2022 bei dem damaligen US-Präsidenten Jo Biden zu Besuch war, kam es zu einem bemerkenswerten Monolog. Jo Biden versprach vor laufender Kamera, dass es bei einem russischen Einmarsch in die Ukraine „kein Nordstream II mehr geben“ wird. Olaf Scholz hörte wie ein Schuljunge zu, dessen Schulranzen gerade aus dem Fenster geworfen wurde. Zum „Dank“ bezieht Deutschland heute teureres Fracking-Gas aus dem USA.
Dass der auf Jo Biden folgende US-Präsident Donald Trump genau diese staatsterroristische Linie fortsetzt, wundert nicht: Auf die Frage, wer den Anschlag auf die Nordstream Pipeline begangen habe, antwortete er:
„Wenn ich bestimmte Leute fragen würde, könnte ich es Ihnen wahrscheinlich sagen – ohne viel Geld für eine Untersuchung verschwenden zu müssen“, sagte Trump scherzhaft. „Ich glaube, viele Leute wissen, wer sie in die Luft gejagt hat, aber ich war derjenige, der sie ursprünglich gesprengt hat, weil ich nicht wollte, dass sie gebaut wird“, fügte er hinzu. (Berliner Zeitung vom 6. Mai 2025)
Wenn die deutsche Bundesregierung (einschließlich EU) Milliarden für Waffen für die Selenskij-Regierung bereitstellt, dann bewaffnet sie damit einen Bruch der Abkommen (Minsk I und II) und einen Bruch mit den 2 Plus 4 Verhandlungen 1989/90, in denen keine Nato-Osterweitung zugesagt wurde.
Wenn man einmal den bescheidenen Mut hat, sich vorzustellen, dass alle, die diesen Krieg gegen Russland wollen, Verträge und Zusagen gebrochen haben, festgenommen werden würden, ihrer Macht beraubt wären und sich vor Gerichten verantworten müssten, dann …
müsste kein „Russe“ und keine „Ukrainerin“ mehr sterben.
Wolf Wetzel
Quellen und Hinweise:
FAZ reagiert auf „Mehr-russische-Soldaten-töten“-Aussage – der Fisch stinkt vom Kopf her, Markus Klöckner, NDS vom 11. August 2026: https://www.nachdenkseiten.de/?p=154829
Die gerichtliche Aufarbeitung der Kriegsverbrechen in der Ex-Bundesrepublik Jugoslawien sind abgeschlossen. Basta? Wolf Wetzel, 2021: https://wolfwetzel.de/index.php/2021/06/09/wer-arbeitet-die-kriegsverbrechen-des-westens-in-der-ex-bundesrepublik-jugoslawien-auf/
Der Nato-Krieg gegen die ehemalige Bundesrepublik Jugoslawien 1999, Wolf Wetzel, 2018: https://wolfwetzel.de/index.php/2018/07/04/der-nato-krieg-gegen-jugoslawien-1999/
Jochen Hochsteins interessantes Magazin: https://www.facebook.com/jochenhochstein
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