6.8.2026
Abschied vom Magazin Manova

Der Beitrag „Keine Angst“ nahm den neuen Song von Danger Dan, seine Ablehnung durch die ZDF-Geschäftsführung zum Anlass, über das Eigentliche nchzudenken: Was machen wir mit der weitverbreiteten Angst? Wie gehen wir mit Vereinzelung und Ohnmacht um?
Trotz meiner Versuche, genau das im Text zum Ausdruck zu bringen, blieb es bei der dummen und ignoranten „Zusammenfassung“, dass Manova „keine Werbung für die Antifa“ mache. Punkt.
Die völlige Nichtbereitschaft, auf meine Erwiderungen einzugehen, sollte alles Weitere nahelegen. Zudem stieß auch mein Vorschlag, den Text und die damit einhergehende Ablehnung einer einberufenen Video-Redaktion zur Beurteilung vorzulegen, auf völlig taube Ohren. Der knappe Hinweis, auch Jana (die Geschäftsführerin) sähe das so, habe ich verstanden:
Ich werde nicht länger für „Manova“ schreiben.
Das ist sehr enttäuschend: Die Art und Weise, über alles, was ich ergänzt hatte, was ich auszuräumen versuchte, hinwegzufegen, erinnert mich sehr an Jens Wernicke, der Alleinherrscher von „Rubikon“.
Zu zweiten macht mich wütend, dass ihr nicht im Geringsten darauf eingegangen seid, dass die Interpretationen und Unterstellungen in doppelter Hinsicht unverschämt sind.
Zu allererst geht es mir in diesem Beitrag nicht um die Antifa (weder im Konkreten, noch im Allgemeinen), auch wenn ihr euch davon nicht abbringen lassen wollt. Im Zentrum stehen die Angst, die weit verbreitete Vereinzelung und die Ohnmacht, wie man sich dieser stellen und entziehen kann. Würde Manova dieses zentrale Anliegen dieses Textes ernst nehmen, würde man nicht nur auf die anderen („Bösen“) zeigen, sondern auch auf sich selbst: Was machen wir besser, anders?
Zum zweiten wollte ich eure dumme Unterstellung, das wäre eine (versteckte) Werbung für die Antifa mit klaren eigenen politischen Erfahrungen (die ambivalent sind) zurechtrücken. Keine Reaktion. Das hat Antifa-Niveau.
Ich war kein Antifa, ich bin kein Antifa und ich lehne diese dumme Klassifizierung so entschieden ab – wie den Vorwurf „Corona-Leugner“ etc. Auch wenn die Ablehnung „Wir machen keine Antifa-Werbung“ auf unglaublich wenig Erfahrung und Wissen basiert, so wären genau diese unterschiedlichen Erfahrungen entscheidend für ein Magazin, das sich die Debatte und nicht deren Verhinderung auf die Fahnen geschrieben hat.
Dass diese Pauschalisierung beleidigend ist, gerade auch für eine Redaktion, die sich schlau machen könnte, lässt sich ziemlich gut und übersichtlich veranschaulichen:
Die „Wir impfen euch alle“-Antifa-Simulation bekam seinerzeit Polizeischutz. Die Antifa-Ost landet im Knast und bekommt langjährige Haftstrafen. Gibt euch das nicht zu denken? Ein Denkanstoß.
Auch die Möglichkeit der Redaktion, ihren Blick auf „Antifa“ (außer zusammen gegoogeltes) genau darzulegen, um so eine Debatte zu ermöglichen, die dringend nötig ist, zog diese nicht einmal in Erwägung.
Das ist deshalb für mich so entscheidend, weil ich Aktionen während des Corona-Ausnahmezustandes vonseiten kleiner Gruppen von Antifa („Wir impfen euch alle“) als staatsautoritär und reaktionär kritisiert habe: U.a. in diesem Beitrag aus dem Jahr 2021:
Ist die Verhinderung einer Querdenkerdemonstration ein Akt des Antifaschismus? (zusammen mit der Staatsgewalt). Falscher Focus, falscher Feind. Ein Beitrag, der zwischen beiden Stühlen genügend Platz findet:
https://wolfwetzel.de/index.php/2021/04/17/falscher-fokus-falscher-feind/
Dazu war auch folgender Beitrag auf meinem Blog: „Wir impfen euch alle“ – Warum und worin der Covid-Antifaschismus den Rechten so ähnlich ist. Von Gerald Grüneklee: https://wolfwetzel.de/index.php/2022/02/08/wir-impfen-euch-alle-warum-und-worin-der-covid-antifaschismus-den-rechten-so-aehnlich-ist/
Wolf Wetzel | 6. August 2026
Damit ist wieder Zeit und Platz für einen Beitrag, für eine Kolumne in einem neuen Magazin. Angebote dürfen ab jetzt abgegeben werden.
Quellen und Hinweise:
Keine Angst. Oder doch? Wolf Wetzel, 2026: https://wolfwetzel.de/index.php/2026/07/21/keine-angst/
Es reicht | Der Rubikon ist überschritten, Wolf Wetzel, 2018: https://wolfwetzel.de/index.php/2018/01/29/es-reicht-der-rubikon-ist-ueberschritten/
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ihr müsst nur ins archiv gehen und schauen aus was für beiträgen moshes kolumne seit der „operation frühjahrsputz“ besteht:
https://overton-magazin.de/author/m-zuckermann/
„Dali und die Surrealisten“ (23.05.)
„Mensch und Maschine“ (30.05.)
„Starkult“ (06.06.)
„Musik und Antifaschismus“ (13.06.)
„Tiervermenschung in der Musik“ (20.06.)
„Juden, Judentum und Musik“ (27.06.)
„Here`s to You“ (04.07.)
„Kunst, Freiheit und Demokratie“ (18.07.)
„Synthese und Konkurrenz“ (01.08.)
das ist von seite 1!
währenddessen sind in gaza wieder tausende krepiert.
in der westbank wurden hunderte vertrieben, verhaftet, getötet. der angriffskrieg gegen den iran läuft weiter.
und und und.
wie viel neue beiträge gabs vom Moshe dazu? null.
ist ja waffenruhe seit april. zumindest auf FAESERton.
vom k-wort hört man sowieso nichts. es ist aber immer noch KOLONIALISMUS was in palästina geschieht!
natürlich, feigenblättle sind auch immer dabei: „Dissonanzen“ (25.07.).
zum zudecken wie wolf richtig sagte.
aber sonst ist für mich klar: dem moshe ist gesagt worden, er solle öfter mal über „was anderes“ schreiben.
„kohlhaas unchained“ wär heute noch prominent platziert, wenn der wolf über frida kahlo oder die humphries dichten würd. einmal im jahr darf er dann vielleicht auch GAZA erwähnen. vielleicht. aber nur allgemein. wenns passt vor weihnachten. fürs gute gewissen von robbie brückner und die moral!
ps: wolf, der will kein jünger werden. das ist er doch schon. er sucht bestätigung. als DEUTSCHER BÜRGER will er von seinen peers anerkannt werden. früher war man dann wenigstens konsequent und hat auch gleich den namen germanisiert…
Und man darf nicht vergessen, dass Ulf Poschardts Bücher „Shitbrüger-“ und „“Bückbürgertum“ dem Westenendverlag so viel Geld einfahren und damit auch auch die Richtung vorgeben, die Westendverlag (und damit Overton) weiter gehen werden. Es dauert nicht lange und Poschardt & Co werden AfD-affin, um den Kampf gegen das „grün-versiffte Milieu“ in die Endphase zu drücken. Ähnlichkeiten mit der Parole von der „jüdisch-bolschistischen Weltverschwörung“ sind sustanzieller Art.
richtige entscheidung. und ehrlich: ich hab mich schon länger gefragt, wann du da gehst!
ich hab auch nie so richtig verstanden, warum du bei denen so lange geblieben bist, wolf. über ZENZOVA haben sich schon viele beschwert. artikel wurden abgeblockt oder mit abenteuerlichen begründungen umgeschrieben. kommentare? gab’s da nie, oder? und dieses gerede von wegen „weder links noch rechts“, weil das ja alles abegenutzt sei… geschenkt.
iwie ham die auch voll die klare autoren- und thementeilung mit robbie brückners FAESERton. du dagegen hast bei beiden immer das kritische fähnchen hochhalten dürfen. das feigenblättle. das braucht man jetzt offenbar nicht mehr. der wolf hat seine schuldigkeit getan. der wolf kann gehen. denk darüber mal nach…
gepusht werden in den „alternativen“ inzwischen lieber islamhasser, migrantenabschrecker, crashpropheten, klimaleugner, tradwives und solche, die’s noch werden wollen. schau dir nur an, wie bei FAESERton über die hitze geschrieben wird („warme tage gab es früher auch“). wie dort gegen muslime gepöbelt wird, wen man alles aus dem forum geworfen hat. wer stattdessen dauerwerbung schaltet. und zuckermann darf ab und zu einen text über israel bringen – solange es um kunst und kultur geht … *kicher*. der macht jetzt genau das, was du hättest tun sollen: glattgebügelt über „etwas anderes“ schreiben. bloß nicht über das offensichtliche…
und robbie brückner haut sowas raus:
https://overton-magazin.de/kommentar/gesellschaft-kommentar/der-anschlag-auf-eine-lebensluege/
du hast also keinen fehler gemacht, diese narrenschiffe zu verlassen. wenn die irgendwann aufwachen – falls überhaupt – ist es längst viertel nach zwölf!
Ja, da gab es einiges, was mir wenig bis überhaupt nicht gepasst hat. Der von dir erwähnte Kommentar von Roberto de Lapuente (als Brückenkopf zu Overton/Westendverlag) ist besonders krass. Man hat das Gefühl, er will ein kleiner „Shitbürger“-Jünger werden. Ich hoffte jedenfalls, dass es eine Balance gibt und dass die Leser selbst herausbekommen, was sie nicht bei Manova/Overton lesen müssen/wollen. Sich selbst in den Abgrund zu stürzen ist z.Z. die vorherrschende Form der „Rettung“. Und das dämlich Gerede, es gäbe kein links/rechts, um dann ganz rechts ab- und einzubiegen.
„…..zuckermann darf ab und zu einen text über israel bringen – solange es um kunst und kultur geht … *kicher*. der macht jetzt genau das, was du hättest tun sollen: glattgebügelt über „etwas anderes“ schreiben. bloß nicht über das offensichtliche…“
Nehme ich anders wahr, da gerade Zuckermann seit Jahr und Tag die israelische Besatzungpolitik mit all ihren Verheerungen thematisiert u.a. auch mit Beiträgen auf Overton.
Ob nun Overton oder Manova, alle Medien versuchen, mit den von ihnen gesetzten Beiträgen, sich über Wasser zu halten.
Selber höre ich öfters in den Nutt-Los-Kanal, dessen Beiträge, bezüglich der Analyse systemischer Zustände und notwendiger Veränderungen tiefer greifen und weiter gehen. z.B. „Die Quelle aller gesellschaftlichen Übel: Wir sind einander herzlich egal – Featuring: Die Atombombe : https://www.youtube.com/watch?v=F4esLj-1DY8
Ja, Moshe Zuckermann darf das (noch). Dass er vom Faschismus spricht (in Israel), würde die Frage ja sehr drängend machen, wie Antifaschismus aussehen muss – in Israel, in D, in Europa und den USA… Aber ein Feigeblatt soll nicht aufdecken, sondern zudecken.