„Gibt es eine legitime Forderung von rechts?“
Diese Frage titelt ein Interview, das Marcus Klöckner mit dem Westend-Verleger Markus J. Karsten für das Portal „NachDenkSeiten“ geführt hat.

Es geht dabei um das im Westendverlag publizierte Buch von NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt und Pauline Voss:
„Links – Deutsch / Deutsch – Links“
Dieses Buch war wohl der letzte Anstoß für über 30 Westend-Autoren, dem Verlag den Rücken zu kehren und dies in einem Offenen Brief öffentlich zu machen.
Diese von Markus Karsten selbst gestellte Frage soll auf den ersten Blick naiv, welt- und ergebnisoffen daherkommen. Und doch dreht sie die Verhältnisse auf den Kopf.
Denn auch der Verleger Markus Karsten weiß, dass es „Forderungen von rechts“ wie Sand am Meer gibt:
- Forderungen von rechts sind Regierungsprogramm, von CDU und SPD!
- Forderungen von rechts sind Oppositionsprogramm von FDP, Grüne bis AfD!
- Forderungen von rechts gibt es in den Laufstallmedien, von BILD, über FAZ bis SZ – am laufenden Meter.
- Forderungen von rechts gibt es in öffentlich-rechtlichen, in den privaten TV-Anstalten zu jeder Tages- und Nachtzeit!
- Forderungen von rechts gibt es von Welt- bis Nius-(Chef-)Redakteuren, von Tichy bis hin zur Jüdischen Allgemeine!
Macht sich der Verleger also ernsthaft Sorgen, dass Forderungen von rechts keinen Platz finden und mit Legitimität zu kämpfen haben? Nein, ganz und gar nicht.
Der Verleger Markus Karsten weiß besser als viele andere, dass das, was mit der Kritik an der Publikation des Buches gemeint ist, nichts mit „Forderungen“ zu tun und schon gar nichts mit ihrer Legitimität.
Das Buch strotzt nur so vor rechten Selbstverständlichkeiten, die in diesem Land nicht nach der Legitimität, sondern einzig und allein nach der Schnelligkeit der Umsetzung hecheln.
Das Buch in einem Verlag wie dem Westendverlag zu publizieren, stärkt diese Selbstverständlichkeit und deren Normalisierung.
Denn wenn ein Scheiß-Buch wie dieses im ehemals linken Westendverlag erscheint, dann ist der Weg zur BILD, WELT und NIUS nur noch ein Katzensprung.
Wolf Wetzel | 2. Juni 2026
Quellen und Hinweise:
Westend-Verleger Markus J. Karsten: „Gibt es eine legitime Forderung von rechts?“ Von Marcus Klöckner, NDS vom 29. Mai 2026: https://www.nachdenkseiten.de/?p=151264
Offenen Brief von Westend-Autoren (komplett), 2026: https://norberthaering.de/propaganda-zensur/westend-offener-brief/
Die Brandmauer im Bücherregal, Paula Messler, NDS vom 26. Mai 2026
Was soll ich sagen, Ulrike Guérot, Facebook vom 23. Mai 2026: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=pfbid0Y2TvCmDioWaZcg5S5xbfyY4ZqESEfi5H2PjLQDac9hY7G1BFiPyiCNo3boymkPCNl&id=100016264996599
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Ich fand auch das Wort „Steigbügelhalter“ immer gut. Würde das auch passen? 😁
Kurz – knackig – grandios. Vielen Dank!
Ich danke dir sehr. Ich habe auch erst die scheinbar zentrale Frage von Markus K. überlesen, weil sie ja so banal daherkommt. Bis mir aufgegangen ist, dass die Absicht hinter diesem Unsinn klar wird.
sauber, Wolf!
besonders gut gefiel mir das hier:
„Das Buch strotzt nur so vor rechten Selbstverständlichkeiten, die in diesem Land nicht nach der Legitimität, sondern einzig und allein nach der Schnelligkeit der Umsetzung hecheln.“
so ist es! aber halt nicht seit gestern oder vorgestern, sondern schon seit eh und je. die rechte hat längst die macht, ist im grunde die macht… und jammert trotzdem rum, weil es ihr immer noch nicht rechts genug ist.
westend / overton behaupten ja immer, sie würden „allgemeine narrative“ hinterfragen und seien „kein ideologisches sprachrohr“. Abner ganz ehrlich: in wirklichkeit sind sie nur die abrissbirne für die letzten linken inhalte im land. genau wie das BSW. man will sich halt schon in position bringen, wenn die afd demnächst mitregiert. meinten auch stimmen im forum. also die, die noch nicht komplett zensiert werden…
„Denn wenn ein Scheiß-Buch wie dieses im ehemals linken Westendverlag erscheint, dann ist der Weg zur BILD, WELT und NIUS nur noch ein Katzensprung.“
da haste bloß Tichy noch vergessen. alexander wendt wurde ja auch schon ganz wohlwollend interviewt. und maximilian krahs positionen galten als „nicht ganz so kontrovers“.
wer mitspielen will, muss halt ballast abwerfen. deswegen warst du irgendwann nicht mehr wohlgelitten, Wolf. du hast zu oft den finger in die wunde gelegt. du hast den genozid auch einfach genozid genannt. delapuente meint ja, der begriff sei vielleicht nicht so „zielführend“. Ja klar – ist er auch nicht, wenn man später mal bei SPRINGER unterkommen will. *kicher*
und darum gab’s dann auch neulich solche sachen wie die „operation frühjahrsputz“, bei der das forum von linken gesäubert wurde. deswegen doxxt delapuente jetzt seinen ehemaligen kumpel Ungar öffentlich. mit einem zentner moralin:
https://overton-magazin.de/kommentar/politik-kommentar/deutscher-rt-journalist-fordert-bombardierung-deutschlands/
wenn sie dabei nur nicht so heucheln würden!
Ich danke dir. Das ist nur der Vor-bzw. Nachspann für einen längeren Tex, die zweijährige Freundschaft aufzuarbeiten.
Es war schon fast eine therapeutisch Arbeit. Das kommt also bald. Danke für Tichy, der mitaufgenommen wird.
da bin ich jetzt vorfreudig gespannt! 🙂
vielleicht magste auch den umgang mit deinen früheren kollegen und lesern aufnehmen, immerhin hat man denen quasi nen maulkorb verpasst:
https://overton-magazin.de/allgemein/zur-entwicklung-unseres-kommentarbereichs/
aber immer über telePolis echauffieren…
und die abkopllung von ungar / rt ist auch sehr interessant…
Vielen Dank. Ich bin auch gerade fertig geworden, da ich unbedingt vermeiden möchte, dass man das verbale Hinterhofkeilerei ansieht und abtut. Deine Ergänzungen sind gut und richtig. Aber ich schaue natürlich immer darauf, dass ein Text nicht ausfranst. Dieser kleine Vorspann versucht das ja. Also bis bald. Wolf