Über das „Stadtbild“ und die Hundepfeife
Am 14. Oktober 2025 äußerte sich der Bundeskanzler Friedrich Merz bei einer öffentlichen Veranstaltung in Potsdam so:
„Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.“
Man kann ausdrücklich festhalten: Er hat keine Namen genannt, die für das „Problem“ verantwortlich sind.
Er hat ausdrücklich nur einen Zusammenhang zwischen dem „Problem“ und den notwendigen „Rückführungen“ hergestellt.
Unausgesprochen klar ist damit auch: „Rückführungen“ betreffen keine Deutschen, sondern Ausländer. Das kann man sicher festhalten.
Kann sich der deutsche Bundeskanzler darauf verlassen, dass viele ihn „richtig“ verstehen?
Also es gibt zum Beispiel das ZDF, eine staatliche Einrichtung mit einer gewissen Reichweite. Auf das ZDF ist jedenfalls Verlass. Wenig später wollte das ZDF die Aussage von Merz mit einen Politbarometer absichern und unterstreichen und kam zu dem Ergebnis der Meinungsumfrage, dass die Mehrheit der Befragten dem CDU-Bundeskanzler zustimmen würde.
Nun kommt die Hundepfeife ins Spiel.
Die ZDF weiß, wie es Merz Aussagen zu verstehen hat, wie sie ankommen sollen, welche Affekte sie bedienen wollen.
Also stellte das ZDF nicht die Aussage von Merz zur Abstimmung:
„Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.“
„Im ZDF-Politbarometer titelt das ZDF: ‚Stadtbild-Debatte: Mehrheit stimmt Merz zu‘. Auf Instagram wird die Frage gestellt: „Aussage von Friedrich Merz zum Stadtbild in Deutschland: Hat er damit recht?“. Man würde also davon ausgehen, dass in der Umfrage die Teilnehmenden befragt wurden, ob Merz recht hat, dass es Probleme im Stadtbild gibt, die durch Abschiebung gelöst werden. Unabhängig davon, dass es wenig Sinn ergibt, unkritisch diese rechte Dogwhistle abzufragen, ist das aber einfach gar nicht das, was die Leute gefragt wurden.
Die tatsächliche Frage hatte einen komplett anderen, viel spezifischeren Wortlaut:
Bundeskanzler Friedrich Merz hat davon gesprochen, dass es in Deutschland Probleme im Stadtbild gibt. Konkret benannt hat Merz jetzt, dass es Probleme mit denjenigen gibt, die keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus haben, nicht arbeiten und sich nicht an unsere Regeln halten.
Was meinen Sie, hat Friedrich Merz mit dieser Aussage …
– Recht oder
– hat er damit nicht Recht?
Das ZDF hat also die Aussage von Friedrich Merz exakt „übersetzt“, also genau so wie es ankommen muss, an welche rassistischen Weltbilder er andocken, welche er befriedigen wollte.
Übrigens: Unter Dogwhistle/Hundepfeife-Methoden versteht man etwas zu intendieren, etwas loszutreten, was nur der „Hund“ hören kann, der bestens darauf abgerichtet ist, dem zu folgen – was der Herr ihm befiehlt.
Wolf Wetzel
Quellen und Hinweise:
ZDF manipuliert Umfrage: Mehrheit widerspricht Merz, von Frederik Mallon, Volksverpetzer vom 24.10.2025: https://www.volksverpetzer.de/faktencheck/zdf-umfrage-widerspricht-merz/
Der xxxx im Stadtbild, Wolf Wetzel, 2025: https://wolfwetzel.de/index.php/2025/10/22/der-xxxx-im-stadtbild/
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danke, sehr gut auf den punkt gebracht!
overton ist ja nicht mehr so deins wolf, aber guck mal zum vergleich den kommentar von de la puente:
https://overton-magazin.de/kommentar/gesellschaft-kommentar/deutschland-deine-staedte/
„Ob nun Zimmerer jenem Bundeskanzler, der kürzlich erst in einer Synagoge weinte, des Antisemitismus bezichtigt, ist nicht ganz klar. Und das Wort vom »Stadtbild« kommt auch nicht vor – stattdessen: Straßenbild. Aber so genau geht es ja nicht, ist ja alles dasselbe, wichtig ist letztlich nur, was man damit bezwecken will: Nämlich Schweigsamkeit generieren und verstetigen. “
wer in der synagoge weint kann kein rassist sein, gell?
„Und ja: Die Massenmigration hat zu städtischen Verwerfungen geführt, die im Stadtbild mehr als deutlich erkennbar sind. Hier ansässige Obdachlose – seltsam, es so auszudrücken! – monieren durchaus, dass Bettlerbanden aus dem Ausland ihnen »den Markt« entzogen haben. Weiterhin verkaufen junger Männer aus dem Maghreb eher weiche Drogen an die Laufkundschaft. Islamistische Vereine verteilen hier und da den Koran – und solidarisieren sich in puncto Palästina mit Antifa und Kollegen und versuchen ihr Weltbild auf diesem Wege zu legitimieren.“
das gaza / islambashing bei overton wird auch immer auffälliger…
Danke dir. Ja, du hast recht, Overton ist nicht mehr meins. Ich konnte mir ja noch vorstellen, dass man streitet, Positionen nicht einfach wie im Supermarkt im Regal hat, um – und das ist durchaus so gewollt, für vieles offen zu sein (Ulf Poschardt etc.) und dann eventuell auch Protektion und Gunst zu bekommen. Wenn manche bei Overton stolz sich, nicht „woke“ zu sein, um dann ihren mittelklassischen Rassismus plus Selbstgefälligkeit rauszulassen, dann möchte ich diese „Meinungsvielfalt“ nicht bereichern.