Der „Friedensplan“ mit Leichen(geruch)

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Der „Friedensplan“ mit extremen Leichengeruch

 

Der US-Präsident Donald Trump hat den 21-minus X-Punkte-Plan vorgestellt, der den Krieg in Gaza beenden soll.

 

Er hat als Cäsar nicht mit der Hamas verhandelt. Sie ist für ihn längst tot. Das sollte die Kriegshandlung Israels in Katar unter Beweis stellen, als das israelische Militär die palästinensische Verhandlungsdelegation in Doha ermorden sollte.

 

Eigentlich müsste das längst reichen, um „Friedensplan“ von und für Kolonialisten als Farce abzulehnen.

Bereits im März 2025 wurde ein Abkommen vorsätzlich und gezielt aufgekündigt, als es in diesem Plan darum gegangen wäre, dass sich das israelische Militär komplett aus Gaza zurückzieht. Dieser Bruch war zwischen der Netanjahu- und Trump-Regierung abgesprochen.

Jetzt stellt Trump wieder ein Plan vor, der nichts mit einem Friedensplan zu tun hat. Die Hamas hat in diesem Plan nur eine einzige aktive Rolle zu spielen: zu kapitulieren.

Der 0-21-Plan wurde unter den genozidfreundlichen Staaten und deren Medien lang und breit erklärt, abgewogen und begrüßt.

Wieder einmal ziehen genozidale Regierungen und Staatsmedien an einem Strang. Sie wissen zusammen ganz genau, dass dieser Plan tatsächlich ein Hohn ist, die blutige Fortsetzung ihres Kolonialismus.

Dabei müssen sie aber lügen – wie gedruckt. Nicht aus Versehen, sondern in dem Wissen, dass die Bevölkerungen in ihren Ländern gegen ihre Regierung, gegen den Genozid und ihre Helfers-Helfer auf die Barrikaden gegangen sind und es weiterhin tun werden. Erst recht, wenn unmissverständlich klar ist, dass der Inhalt dieses „Abkommens“ zurechtgebogen wurde, damit man diesen imperialen „Deal“ zwischen Genozid-Führern nicht sofort erkennt.

Darauf machte Al Jazeera sehr ausführlich und sehr begründet aufmerksam.

Der „Friedenspan“ ist eine Prämie für den Genozid.

Nichts weiter.

Die Hamas soll demnach alle Gefangenen freilassen. Im Gegenzug werden etwa 1.900 Geisel aus israelischer (Administrativ-)Haft entlassen.
Dann soll die Hamas die Waffen abgeben, also kapitulieren. Ganz generös bieten die Besatzer und ihre Beschützer den bewaffneten Palästinensern „Amnestie“ an, als wäre Gaza ihr Eigentum, ihr Land.

Des Weiteren bestimmen die Besatzer, dass die neu installierte „(Interim-)Regierung“ ihnen passen muss. Dass die unter Besatzung Lebenden nicht den Besatzern gefallen müssen, dass sie solange das UN-verbriefte Recht haben, bewaffnet gegen die Besatzung zu kämpfen, bis diese aufgegeben wird, wird hier ein weiteres Mal ausgelöscht.

Immerhin war in manchen Medien davon die Rede, dass der Punkt 21 verschwunden ist: Die substanzielle Anerkennung eines palästinensischen Staates. Genau dies hat das israelische Kriegskabinett sofort zurückgewiesen. Und der US-Genozid-Freund hat mitgemacht und den Punkt gestrichen.

Auch ist in diesem Plan kein einziger Schritt festgehalten, der die Belagerung von Gaza aufhebt. Stattdessen wird der KZ-Status quasi legalisiert.

Als wäre all dies nicht Farce genug, suggerierten die deutsche Laufstallmedien fast unisono, dass dann, wenn es keine Hamas mehr, keinen Widerstand mehr gibt, die israelische Armee aus Gaza abziehen werden.

Auch davon ist nicht die Rede, geschweige denn der Plan. Darauf machte auch Daniel Gerlach in der Lanz-Sendung vom 30. September 2025 aufmerksam. Daniel Gerlach ist Chefredakteur des Nahost-Magazins „zenith“.

Er erklärte dies sehr klar und verständlich und Melody Sucharewicz , israelische Beraterin für politische Kommunikation und Strategie, machte das, was ihre Aufgabe ist: Sie unterbricht, wo es nur geht und sie bezichtigt Daniel Gerlach schließlich der Lüge.

Das Besondere daran ist, dass die israelische Beraterin für politische Kommunikation und Strategie ausgezeichnet hebräisch kann, also vorgibt, dass sie Ahnung hat.

 

Aber nicht einmal im Bereich des Hebräischen kommt es ihr auf Sprachkenntnis an. Sie weiß, worum es geht. In der Sendung mit einer Lüge eine angebliche Lüge aufdecken und dabei lächeln:

 

 

„In der heutigen Sendung von Markus Lanz habe ich aus einem aktuellen hebräischen Netanyahu-Statement zitiert, in dem er erklärte, die IDF werde laut „Trump-Plan“ in einem Großteil des Gazastreifens bleiben.

(zqhqJ Dish/ar be roy ha rezp’a).

Melody Sucharewicz (israelische Beraterin für politische Kommunikation und Strategie, d.V.) hat dies in der Sendung bestritten und behauptet, ich hätte fehlerhaft übersetzt oder die Passage nicht verstanden. Nach der Sendung haben wir das vollständige Statement gemeinsam mit der Redaktion angehört und sie hat ihre Äußerung richtiggestellt und gesagt, dass meine Übersetzung – unabhängig von ihrer Interpretation – korrekt sei und sie die strittige Passage, die aus dem ersten Teil des Statements stammte, nicht gekannt habe. Ich habe die Redaktion gebeten, an entsprechender Stelle darauf hinzuweisen.“ (Daniel Gerlach)

 

Diese Richtigstellung findet sich – selbstverständlich – nicht in der eingestellten Mediathek-Version.

 

Wolf Wetzel

Quellen und Hinweise:

Lanz-Sendung vom 30. September 2025: https://www.zdf.de/play/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-30-september-2025-100

Ab 15:45 ist der Disput dokumentiert.

Das Segelschiff und der Genozid, Wolf Wetzel, 2025: https://wolfwetzel.de/index.php/2025/06/09/das-segelschiff-und-der-genozid/

Es gibt keine Unschuldigen … in Gaza, Wolf Wetzel, 2025: https://wolfwetzel.de/index.php/2025/05/22/es-gibt-keine-unschuldigen/

Der eliminatorische Nationalismus. Zwischen Krieg und Krieg in Gaza um Palästina, Wolf Wetzel, 2023: https://wolfwetzel.de/index.php/2023/11/29/der-eliminatorische-nationalismus-zwischen-krieg-und-krieg-in-gaza-um-palaestina/

Das israelische Kriegskabinett tut alles, dass sich Auschwitz wiederholt, Wolf Wetzel, 2025: https://wolfwetzel.de/index.php/2025/05/12/das-israelische-kriegskabinett-tut-alles-dass-sich-auschwitz-wiederholt/

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