Leserbriefe zu „Die Querdenker und die Linke. Und was ist mit den Gewerkschaften?“

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Dass das Thema “Corona und die Gewerkschaften” heiß und heikel ist, war mir klar. Man hat aller beste Chancen, von allen Seiten (oben-unten-links-rechts) angeschossen zu werden. Um so erfreulicher ist der Umstand, dass die Redaktion der NachDenkSeiten einige Leserbriefe veröffentlicht hat. Dabei kommt einiges zu Wort, jene, die in der Gewerkschaft waren und sind, aber auch der Umstand, dass Lohnabhängige vielleicht auch ein “verrücktes” Motiv haben, das völlige Fehlen von Corona-Verordnungen in der Arbeitswelt hinzunehmen (oder gar zu genießen?).

Dazu ein Betriebrat im 6. Leserbrief:

“Für viele ist die Arbeit der letzte Ort, das letzte soziale Umfeld, in dem sie sich frei bewegen können, ohne dass eine mehr oder weniger unsinnige Corona-Vorschrift befolgt werden muss. Es gibt teilweise klare Ansagen: Entweder ich kann arbeiten, wie ich will oder ich melde mich krank.”

 

 

 

 

 

In diesem Beitrag weist Wolf Wetzel auf das Schweigen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und seiner Einzel-Gewerkschaften während dieser Coronazeit hin. Dabei decke das Berufsleben das größte Feld des Pandemiegeschehens ab. Anstatt z.B. „auf den 1.-Mai-Kundgebungen ein Hohelied auf die Pflegekräfte“ zu singen werden u.a. Demonstrationen und Proteste gegen Klinikschließungen, die miesen Arbeitsbedingungen und eine ebenso miese Entlohnung sowie Betriebsversammlungen für Diskussionen über den Umgang „mit der Angst vor Corona in der Arbeitswelt“ gefordert. Danke für die interessanten Emails. Hier eine Auswahl der Leserbriefe. Zusammengestellt von Christian Reimann.

  1. Leserbrief

Lieber Herr Wetzel, liebes Team der nachdenkseiten,

bezüglich Ihres Artikels “Die Querdenker und die Linke. Und was ist mit den Gewerkschaften?” zur Thematik der Gewerkschaften und der Partei „Die Linke“ in Bezug zur Corona-Krise muss ich aus eigener Erfahrung konstatieren, dass sich beide Institutionen zu einem Instrument des Staates mauserten und zum Handlanger der Pharma- und Überwachungsindustrie mutierten.

Es grenzt an Unverfrorenheit und Perfidie, wenn man wie ich als ehemaliger SPD- und Die-Linke-Wähler als Fascho und Nazi tituliert wird, nur weil man eine völlig andere Meinung zur Corona-Krise hat. Man wird seitens der Gewerkschaften mit Taktiken konfrontiert, die mich als in der DDR Aufgewachsenen an Stasi-Taktiken der Überwachung und Einschüchterung erinnern. Und ich muss nochmal betonen, dass dies von Gewerkschaften, also vom Staat alimentierten Institutionen durchgeführt wird!

Meines Erachtens nach bedarf dieses Vorgehen zwingend eines eigenen Untersuchungsausschusses, wie es möglich sein kann, dass die Gewerkschaften wie der DGB und auch ver.di so in den Meinungskampf eingreifen und unlautere Mittel verwenden, die komplett den Artikel 5 des Grundgesetz, das Recht auf freie Meinungsäußerung konterkarieren.
Ich könnte noch mehr über das Gebaren der Gewerkschaften und der Partei „Die Linke“ schreiben, was ich aber hier unterlasse. Mich macht das so wütend, wie solche Gruppen, die in früheren Zeiten selbst Repressalien des Staats ausgesetzt waren nun Hand in Hand mit dem Staat gegen jedweden vorgehen, der bei der Corona-Krise den Verdacht äußert, dass etwas faul im Staate Dänemark ist!

Viele Grüße
Torsten Miertsch

  1. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten,
die Artikel von Hans-Christian Lange und Wolf Wetzel haben mich beide begeistert! Ich bin sehr wütend darüber, dass die großen Gewerkschaften in der Corona-Krise einschließlich der SPD die Schwächsten der Gesellschaft hängen lassen: angefangen von dem Dienstleistungsprekariat, das die Arbeitgeber weiter vielfach ungeschützt dem Virus aussetzen, darunter besonders viele Frauen in Teilzeitjobs. Wir können es uns schon gar nicht leisten, krank zu werden, oft auch als Alleinerziehende. Wo sind die Gewerkschaften, die protestieren, wenn z.B. Bürger aus den Kölner Villenvierteln aus Ischgl und anderen Jetset-Hotpots zurückkommen und das Virus einschleppen – das dann in den ärmeren Vierteln explodiert? Wo fordert der DGB eine Impfprio für sozial schwache Gruppen? Als Einheitsgewerkschaften sind sie doch so mächtig und sitzen auf gut gefüllten Kassen. Da ist es nur gut, wenn eine Protestgewerkschaft wie Social Peace ihnen Beine macht. Und dass die NDS als eines der wenigen Medien diese Thematik aufgreifen!
VG
A.R.

  1. Leserbrief

Lieber Wolf Wetzel, liebes Team der NDS,
vielen Dank für den sehr guten Beitrag. Sollte weiter verbreitet werden. Unabhängig von korrupten Figuren wie Osterloh und Volkert – solche Typen wird es immer mal wieder geben – liegen die Ursachen doch tiefer.

Zum einen das übliche „Teile und Herrsche“: Festangestellte und Leiharbeiter, geringe Lohnsteigerungen für Normalos und üppiges Salär für manche Betriebsratsvorsitzende, Entlassungen für die Einen und 10.000 € für die Leute von Porsche etc.

Noch viel schlimmer ist aber die Gläubigkeit in die Staatsmedien und die großen Leitmedien. Corona hat offengelegt, was schon viel länger gewirkt hat. Früher war für einen Linken klar, ich habe erst einmal das Recht zu zweifeln, kommt aber eine Information von staatlichen und den bürgerlichen Leitmedien habe ich die Pflicht zu zweifeln. Weil diese Medien nach aller Erfahrung keinen Grund haben, politische Informationen zu verbreiten, die nützlich für „die kleinen Leute“ sind. Heute wird nichts mehr hinterfragt, meist wird den Großmedien alles widerspruchslos geglaubt, auch wenn sie bei wichtigen Fragen in der Vergangenheit sehr oft gelogen haben. Die Schuld an dieser Entwicklung tragen nicht die kleinen Leute, sondern die Funktionäre der teilweise noch linken Organisationen.

Und so sehen wir seit Corona: der Widerstand gegen die überzogenen Maßnahmen, die Kritik an den oft widersprüchlichen, verwirrten, ja manchmal geradezu verrückten Regeln kommt nicht von den Arbeitern und Angestellten, sondern aus dem bürgerlichen Lager. Die Resonanz der Aufklärung in den alternativen Medien hat in den letzten Jahren enorm zugenommen, aber ist bei weitem nicht ausreichend um verrückte Corona-Politik oder Kriegstreiberei gegen Russland zu stoppen, um nur zwei Themen zu nennen. Aber, anstatt bei der Verbreitung dieser aufklärerischen Informationen zu helfen, stimmen viele vorgeblich linke Zeitungen und Politiker in den Chor der Diffamierungen ein. Diese Leute – wenn sie nicht sowieso gekauft sind – müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie sich damit selbst überflüssig machen.
Den NDS danke für die Arbeit.
Freundliche Grüße
Reinhard Schuberth

  1. Leserbrief

Seit meinem Eintritt ins Berufsleben vor 35 Jahren bin ich Mitglied bei Ver.di, ehemals DAG.
Erstmals habe ich den Gedanken, meinen Mitgliedsbeitrag zukünftig anderen Organisationen, die sich in der Krise mutig, intelligent und unabhängig für Aufklärung verdient gemacht haben, zukommen zu lassen. Kürzlich schrieb ein NDS-Leser, er sei durch die Haltung seiner Gewerkschaft “heimatlos” geworden. Das trifft gewiss auf viele Mitglieder zu.
Eine andere Sache: Pfizer verdient jetzt schon Milliarden an seinem C-Impfstoff. Die Biontec-Gründer gehören mittlerweile wohl zu den reichsten Deutschen. Wurde die millionenschwere Starthilfe der Bundesregierung von Biontec inzwischen zurückgezahlt oder wird sie es werden? Oder bleibt es wieder ein Geschenk von uns allerdankbarsten Steuerzahlern? Es wird wohl gehandhabt wie mit den Dividenden bei gleichzeitigem Rettungsgeld. Egal.

Aber für ärmere Familien einmalig 100 EUR für die bald 1,5 Jahre Elend. Wem hier nicht der Hut hochgeht …
Brigitte Stephan

  1. Leserbrief

Hallo Herr Wetzel,

zu Ihrem Artikel bezüglich des Schweigens der Gewerkschaften fällt mir mein Betriebsratsvorsitzender (Verdi) ein. Dieser hat im September 2020 an uns ca. 3.000 Mitarbeiter folgenden Appell bezüglich der Schutzmaßnahmen im privaten Raum gerichtet. Von fehlenden Maßnahmen im Betrieb hat er leider nicht gesprochen.

„Und noch eine Erkenntnis haben wir gewonnen. Man kann nicht vor dem Virus flüchten. Mit dieser Feststellung ist es umso unverständlicher, dass gegen die Schutzmaßnahmen der Regierung protestiert wird. Wenige, die das nicht einsehen, gefährden die Gesundheit vieler! Ich finde dieses Verhalten rücksichtslos und unsolidarisch! Wenn dies dann noch einher geht mit der Besetzung von Reichstagsstufen unter dem Schwenken von Nazi-Flaggen gebietet mir der Anstand, die treffenden Worte nicht hier zu verwenden. Schlimm ist auch, dass die mit dem demokratischen Versammlungsrecht begründete Demonstration dann von Menschen genutzt wurde, die mit ihrer Symbolik für die ehemalige Nazi-Diktatur stehen.“

Fazit: Jeder Maßnahmen-Kritiker ist bestimmt ein Nazi, Verschwörungstheoretiker, Corona-Leugner, Querdenker, usw. Halten sie sich von diesen üblen Menschen fern und engagieren sie sich auf keinem Fall auf der falschen Seite. Denn nur wir wissen, was gut für sie ist. Bleiben sie gesund, damit sie zuverlässig für uns arbeiten können!

Für mich sind diese Gewerkschafts–Menschen in ihrer Virus-Angst gefangen und können oder wollen nicht mehr denken und Verhältnismäßigkeiten abwägen. Es ist auch bequem, diese Positionen zu vertreten. Auffällig ist, dass alle mit den gleichen oberflächlichen Argumenten arbeiten. Wenn eine Gewerkschaft das sagt, was alle anderen sagen, dann wird es wohl richtig sein. Echte Solidarität, keinen ausgrenzen, Minderheiten schützen, eigene Positionen vertreten, sichere Arbeitsplätze schaffen, die gut ausgestattet sind, das ist alles Schnee von gestern. Jetzt zählt nur noch im Gleichschritt mit zu marschieren und Abweichler zu denunzieren. Ähnlich wie bei den Kirchen werden auch hier die bisherigen Werte einfach über Bord geworfen.

Wobei die Nähe der Gewerkschaften zur Arbeitgeberseite in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Richtige Konflikte gibt es schon seit vielen Jahren nicht mehr. Man hat sich arrangiert, fährt einen Kuschelkurs zum Arbeitgeber und versucht mit den Konzepten aus dem letzten Jahrhundert, die Mitglieder einer agilen, globalisierten, digitalen Arbeitswelt an Bord zu halten. Das wird auf Dauer nicht funktionieren! Jedoch auch die Mitglieder sind bequem geworden und haben die Konfliktfähigkeit weitestgehend verloren. Das liegt wohl auch daran, dass das Klassenbewusstsein irgendwie verloren gegangen ist. Heute ist man lieber Fan seiner Firma und identifiziert sich mit den Zielen der Eigentümer, als für seine eigenen Interessen einzutreten.

Grüße
Daniela Fischer

  1. Leserbrief

Hallo Herr Wetzel,

Sie sprechen ein heikles Thema an und ich möchte, auch als Betriebsrat, dazu folgendes zu bedenken geben:
Für viele ist die Arbeit der letzte Ort, das letzte soziale Umfeld, in dem sie sich frei bewegen können, ohne dass eine mehr oder weniger unsinnige Corona-Vorschrift befolgt werden muss. Es gibt teilweise klare Ansagen: Entweder ich kann arbeiten, wie ich will oder ich melde mich krank. Die Interessen- und Gemengelage ist sehr vielschichtig. Und nach meinen mittelbaren und unmittelbaren Erfahrungen können keine Zusammenhänge zwischen dem Grad der Einhaltung der sogenannten Hygieneregeln und dem Auftreten von Corona-Infektionen abgeleitet werden.
Hier als Anregung: Der Begriff “Hygieneregeln” sollte thematisiert werden. Er ist falsch, weil es Desozialisierungsvorschriften sind. Frühere Epedemien konnten mit verbesserter Hygiene (Stichworte Abwasser, Trinkwasser) bekämpft werden. Corona setzt aber am Sozialverhalten des Menschen an. Sie können sich auch in hygienisch einwandfreier Umgebung anstecken. Und darin liegt die Crux. Wir sollen uns quasi nicht “artgerecht” verhalten. Die derzeit positive Verknüpfung von Hygiene mit eigentlich asozialem Verhalten – problematisch?! Und unser Immunsystem, vor allem dessen Aufbau bei Kindern basiert auf Training in Form von Keimkontakten. Wir verhalten uns aber seit übver einem Jahr immunsuppressiv. Hat das Auswirkungen? Ich habe jetzt keine Antworten, fiel mir nur gerade so ein.
Viele Grüße
Bernd Matthes

  1. Leserbrief

Ein sehr guter Artikel in dem, was er aufdeckt und wo er den Finger in die Wunde legt. Aber kann es sein, dass man so klare Beweise sammelt und dabei nicht bemerkt, dass mit dem Hinweis, dass große Teile der Gesellschaft sowieso Arbeit es usual machten, dass dies der beste Beweis ist, dass das Pandemie-Narrativ, so wie es vorgetragen wird und zum Schließen der „offenen Gesellschaft“ genutzt wird einfach nicht stimmt. Man muss neben der alltäglichen Ausbeutung nur noch erkennen, wie Pharmariesen ihr Geschäftsfeld anlegen und wie Bereicherungs-Oligarchen das Geschehen beeinflussen, um zu durchschauen, dass nicht Null Covid, sondern Null Bereicherungsrecht die Forderung sein muss! Warum um alles in der Welt verschließt sich gerade so vielen Linken diese einfache Erkenntnis? Oder werden sie genauso instrumentalisiert wie die Gewerkschaftsbosse und sie merken es nicht einmal …

Herzliche Grüße
Bertram Burian

  1. Leserbrief

Hallo liebe NDS,

ich habe mich sehr über die IG Metall geärgert, präziser die „metallzeitung“, das Gewerkschaftsblatt.

Dort sind in den letzten Monaten immer wieder Artikel zu Verschwörungstheoretikern usw. erschienen, die offensichtlich dazu dienen, die „querdenkenden“ Meinungen zu diffamieren. Da wurde gerne gleich die große Keule ausgepackt, zum Beispiel, dass es welche gibt, die glauben, in der Impfung sind Mikrochips von Bill Gates und per 5G werden wir dann alle gesteuert etc. Das ist natürlich ziemlich albern und blödsinnig, aber man hat das mit ernsthaften Fragen und Zweifeln verknüpft. Klassische Methode der Manipulation. Man will damit wohl legitimen Protest mundtot und lächerlich machen. Und es wird alles getan, um die Sicht der Industrie und der Regierung zu bekräftigen.

Die IG Metall ist insgesamt eher eine große Enttäuschung für mich und viele meiner Kollegen. Minimale Abschlüsse werden als große Würfe verkauft. Mittlerweile sind die Tarifbestandteile kaum noch zu verstehen und/oder können nach Gutsherrenart vom Unternehmer gewährt oder einbehalten werden. Der neueste Abschluss ist dahingehend auch nicht gerade eine Verbesserung.

Kurzum: die Gewerkschaften kommen ihrer Pflicht nicht nach und werfen berechtigte Fragen ihrer Mitglieder nicht mehr auf.

Mit freundlichen Grüßen
Pierre L.”

 

Quellen und Hinweise:

Leserbriefe-Zusammenfassung von der NachDenkSeiten-Redaktion am 12. Mai 2021:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=72334#more-72334

 

 

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Ein Kommentar

  1. Als in den 90er Jahren die Gewerkschaft für pauschale Lohnerhöhungen im Gesundheitswesen eintrat, störte ich mich , weil ein Berufstätiger mit hohem Gehalt bei z.B. 9% mehr an Lohnerhöhung bekommt als einer mit einem niedrigen Monatslohn.
    Das war für mich ein Grund zum Austritt.
    in der Folgezeit offenbarte sich immer wieder, daß Gewerkschaftsfunktionäre auf der Seite der Mächtigen sind.
    Und jetzt sehen wir hier einen Funktionär, wie er Danksagungen und Nachrichten an einen redlichen Richter von anderen Menschen in Weimar als Müll entsorgt.

    https://www.youtube.com/watch?v=H2XnAwvwgy4&t=133s

    Solche stehen längts nicht mehr an der Seite der anständigen und guten Menschen im Lande, sondern eher im Schlepptau der Konzerne

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