Die Putschisten von damals und heute: Venezuela/Caracas 1989 und USA/Facebook 2019

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Die Putschisten von damals und heute: Venezuela/Caracas 1989 und USA/Facebook 2019

Andreas Grünwald hat dieser Tage einen Beitrag auf Facebook zu den Regime-Change-Banden gegen die gegenwärtige Regierung in Venezuela veröffentlicht. Dabei hat er auf das Regime Bezug genommen, dass Ende der 80er Jahre ein Massaker an der Bevölkerung angerichtet hatte.

Damals war das Massaker vollkommen in Ordnung, denn es verteidigte nicht nur die kleine oligarche Klasse in Venezuela, sondern gerade auch die Interessen des Westens. Andreas Grünwald hatte mit dem Beitrag mehrere Fotos veröffentlicht, die dieses Massaker dokumentierten.

Es handelt sich um Bilder, die zeigen, mit welcher Brutalität das Regime 1989 an seiner Macht festgehalten hatte.

 

Eine Macht, die auf dem Hunger von Millionen vom Menschen fußte, auf dem Reichtum einer kleinen Minderheit, die zum Shoppen nach Paris flog.

Diese beiden Fotos hat Facebook „verschleiert“, mit folgender orwellschen Begründung:

„Dieses Foto zeigt möglicherweise Gewaltdarstellung oder explizite Inhalte“

 

Und noch “möglicherweise” handelt sich hier um Zensur von Facebook: Die Bilder zeigen die Gewalt derer, die man heute wieder an die Macht in Venezuela bringen möchte: Devot gegenüber den Interessen des “Westens” und mörderisch gegenüber ihrer eigenen Bevölkerung. Das ist der Kern des Regime-Change-Programmes. Nichts Neues im Westen ….

Hier der Beitrag von Andreas Grünwald:

Die Bilder stammen vom 27. Februar 1989. Sie sind heute auf den Tag genau 30 Jahre alt. Regelmäßig wurden damals Hungerrevolten des einfaches Volkes immer wieder mit brutaler Gewalt niedergeschlagen. Sind das die “guten alten Tage”, die Trump und sein Schützling Guaidó sich für Venezuela nun zurückwünschen? Viele Hunderte Menschen kamen damals allein an diesem Tag und allein in der Hauptstadt ums Leben, als die Armen landesweit ihre Barrios verließen, um für ein bisschen mehr Würde und gegen die schreiende Ungerechtigkeit des pompösen Reichtums einer kleinen das Land beherrschenden Schicht zu demonstrieren. Es gibt Schätzungen, wonach in ganz Venezuela damals über 3.000 Menschen rund um den 27. Februar ihr Leben verloren. Tausende und Abertausende weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Damals konnte noch das eigene Militär gegen das Volk mobilisiert werden. Für letzteres gab es indes nur bittere Armut und die tiefe Verachtung der herrschenden Schichten. Ist damals oder bei vergleichbaren Anlässen der Westen jemals auf die Idee gekommen, sich da einzumischen? Nein im Gegenteil: er lieferte noch die Ausrüstung für diese Banditen. Denn auch sie profitierten vom Öl, das sie dem Volk raubten.

Zehn Jahre späte siegte dann Hugo Chávez das erste Mal bei den Präsidentschaftswahlen und es begann ein revolutionärer Prozess. Dabei ist vieles nicht optimal gelaufen. Ich will das nicht leugnen oder relativieren. Aber alles ist besser als diese “guten alten Tage”. Denn kann der Prozess der Umgestaltung Venezuelas fortgesetzt werden, besser und konsequenter fortgesetzt werden, als bisher, dann besteht – trotz dieser gewaltigen Wirtschaftssabotage des Westens – zumindest die Hoffnung, dass es den Ärmeren irgendwann bessergeht. Setzt sich indes das alte durch, das was Trump und Guaidó heute beschwören, dann sieht es bald wieder so aus wie 1989 und es besteht überhaupt keine Hoffnung mehr. Und auch keine Würde. Der Unterschied zu 1989 besteht heute freilich darin, dass die Armee in Venezuela sich inzwischen gewandelt hat und zu einer Armee geworden ist, die eng mit dem Volk verbunden ist. Um Bilder wie 1989 zu bekommen, muss Guaidó deshalb heute auf das US-Militär setzen. Ach wie verachte ich diesen Mann, der sein eigenes Volk derart verrät, dass er eine fremde Macht darum bittet, militärisch zu intervenieren. Gefunden habe ich diese Bilder übrigens bei hands.off.venezuela.“ (Andreas Grünwald, facebook-Beitrag vom 22. Februar 2019)

Um zu verstehen, was es mit dem “bolivarischen Prozess” in Venezuela auf sich hat, was er (nicht) ist und womit er zu kämpfen hat, hier ein Bericht, der die Eindrücke in Venezuela 2005 festhält:

Chávez, Chávez, tritt nicht zurück |Eine Reisegruppe – und eine durchaus repräsentative Bestandsaufnahme der internationalistischen Linken in Deutschland (2005)

Ein Beitrag, der 2016 auf die Rolle von Facebook zu sprechen kommt:

Facebook schützt keine (nackten) Kinder, sondern jene, die (auch) Kinder ums nackte Überleben rennen lassen

 

Wolf Wetzel  | 2019

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