Wieviel Staat steckt im Naziterror? NSU, deutsche Geheimdienste und die antifaschistische Linke. Zoom-Veranstaltung am Freitag, den 5. Februar 2021 um 18 Uhr

Auch nach über zwei Jahren nach Ende des NSU-Prozess gibt es mehr offene Fragen als Antworten zu der Mordserie des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrund“. V-Männer an den Tatorten, der ursprünglich geplante Verschluss der NSU-Akten für 120 Jahre und ein rätselhaftes Zeugensterben – da ist ganz schön was faul. Zoom-Veranstaltung mit Wolf Wetzel

Solidarität … statt Verschwörungstheorien

Diese Parole findet man auf allen Gegen-Gegen-Demonstrationen, in ganz vielen Redebeiträgen und Texten, die sich gegen die Querdenker*innendemonstrationen wenden. Damit ist völlig klar und geklärt, dass man selbstlos und gut ist, während es auf der anderen Seite fast nur „Covidioten“ und „Corona-Leugnern“ gibt. Rein symbolisch und ganz schnell fühlt man sich auf der Seite der Solidarischen wohl. Und noch etwas fühlt sich saugut an: Man ist aufgeklärt, ist wissenschaftsbasiert, also schlau … Wer möchte bei dieser Mannschaftsaufstellung nicht bei den „Solidarischen“ mitspielen?

Herrschaft der Angst. Von der Bedrohung zum Ausnahmezustand (Buchankündigung)

Die Machtausübung unserer Tage basiert auf mehreren Säulen. Noch immer scheint jene Definition zu gelten, mit der Antonio Gramsci vor bald 100 Jahren den (bürgerlichen) Staat beschrieb: „Hegemonie, gepanzert mit Zwang“. Der Sammelband „Herrschaft der Angst“ setzt sich mit historischen Beispielen und Auswirkungen dieser – im Zuge der sogenannten Corona-Krise verstärkten – Strategie auseinander. Von den Notstandsverordnungen in der BRD der 1970er-Jahre über das Beispiel der israelischen Politik der Furcht bis zur Islamophobie und den Pandemie-Verordnungen reicht der Bogen der Beiträge. Dazu werden auch kulturelle und psychologische Folgen der Herrschaft durch Angst in den Blick genommen, die wiederum in negativer Weise auf die Gesellschaft zurückwirken.
Ein emanzipatorischer Aufbruch ist dringend notwendig. Dafür ist eine Kritik an der verordneten Angst unerlässlich.

Die Welt ist unsere Klinik

Zur Eröffnung des „harten Lockdowns“ in Deutschland am 16. Dezember 2020 strahlte ARTE den Krimi „Der ewige Gärtner“ von John le Carré aus. Es sind sehr viele Romane von John Le Carré verfilmt worden. Aber genau dieser passt in die Corona-Zeit, als hätte sich jemand bei der Auswahl etwas gedacht. Wenn man ganz hintersinnig sein will, könnte man sogar vermuten, dass gerade dieser Film ein Wink mit dem Zaunpfahl ist. Im Mittelpunkt dieser Krimis steht das Geschäft mit der Angst und auf welche Weise ein Impfstoff auf den „Markt“ gebracht wird und wie man „Leben retten“ und „Über Leichen gehen“ zusammenbringt.